Folge mir auf Facebook

Folge mir auf Twitter

Reis aus Fukushima

Text: Gudrun Kaspareit

27. 08. 2014

Reis
Reis Rainer Sturm_pixelio-de

 

Nur drei Jahre nach dem schlimmen Atomunglück in Fukushima exportiert Japan wieder Reis aus der Region. Der Großhändler Zen-Noh hat lange mit Singapur verhandelt, um die Ausfuhrgenehmigung zu bekommen. Die meisten Staaten haben diese verweigert, doch japanische Behördensprecher beschwichtigen, von dem Reis gehe kein Gesundheitsrisiko aus. Er sei getestet worden und werde extra gekennzeichnet.

Nach der Kernschmelze 2011 war die japanische Bevölkerung erbost, weil Politiker und Medien behaupteten, dass die Lebensmittel von den Äckern rund um Fukushima unbedenklich seien, obwohl diese Lebensmittel die Becquerel-Grenzwerte um das Doppelte überschritten. Umgekehrt waren die Landwirte aus der Region verärgert, weil sie ihre Ware nicht mehr loswurden.

Aber nun werden Früchte (Äpfel und Pfirsiche ) wieder exportiert. Und jetzt auch Reis. Zunächst 300 kg nach Singapur.

Dieses Verhalten impliziert, dass der große GAU gar nicht so schlimm ist und man ihn nach drei Jahren vergessen könnte. Ich muss nicht erst betonen, wie verantwortungslos diese „Vogel Strauß Politik“ ist. Aber ausbaden müssen es die Konsumenten und ihre nachgeborenen Kinder, bei denen man mit schlimmen Krankheiten rechnen muss, wie Krebs und Mutationen.

Das Japans Behörden mit der Gesundheit von Menschen relativ unempfindlich umgehen, weiß man seit dem Skandal (in den 1950iger Jahren) mit methylquecksilberbelastetem Walfleisch, welches ohne Wissen der Betroffenen in Kindergärten und Schulen verteilt wurde und die Minamata Krankheit auslöste.

Reisfeld
Reisfeld Dr. Stephan Barth_Pixelio.de
Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Montag, 01 September 2014 14:28)

    Was es bedeutet und wie wertlos es ist, wenn die japanischen Behörden beschwichtigen, weiß man doch nun. Ich kann nur einmal wieder Paul Watson zitieren: „Die Japaner sind unberechenbar, sie lügen und verheimlichen solange es geht.“ Wie will man jetzt behaupten, dass dieser Reis ungefährlich ist, wenn er kommende Generationen gefährdet, weil er z.B. das Erbgut schädigt?
    Es wundert mich sehr, dass der Reis gerade nach Singapur exportiert wurde, hat dieses Land doch teils seltsame Gesetze zum Schutz seiner Bevölkerung, dass sie z.B. in einer sauberen Umwelt lebt und deswegen der der Verkauf von Kaugummi von 1992 bis 2004 verboten war. Mittlerweile ist der Verkauf von Kaugummi zwar in Apotheken gestattet, der Käufer muss ein Arztrezept und seinen Personalausweis vorzeigen. Und dann darf andererseits ein potentiell hochgefährliches Grundnahrungsmittel eingeführt werden? Krank!