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Der Märchenwald

Der Sabawald wird auch Märchenwald genannt, denn er hat die Gebrüder Grimm inspiriert.

 

Wenn man diesen Wald betritt, betritt man ein anderes Reich – und das ist einem sehr bewusst – das Reich der Bäume. Nirgendwo stehen so viele uralte, knorrige Bäume in friedlicher Seelenruhe.

 

Der Wald hat eine eigene, sehr starke Aura. Hier sind die Kreisläufe des Lebens noch stark, lebendig und spürbar. Man wird ehrfürchtig und ruhig. Die alten Baumveteranen sind riesig und mächtig, dennoch schenkt der Wald, in dem sie wohnen tiefen Frieden.

 

Ich kann gut verstehen, dass die alten Germanen und Kelten von den heiligen Hainen gesprochen haben.

 

Für unseren Besuch im Saba Urwald haben wir uns einen der letzten schönen Herbsttage ausgesucht. Es ist sonnig und warm. Der Wald ist golddurchflutet durch das bunte Herbstlaub.

Es ist als hätte der liebe Gott noch einmal die Erde geküsst, bevor die lange Dunkelheit und windige Kälte kommt.

 

Alle paar Meter ein Riese, vor dem wir staunend stehen bleiben. Uralt atmet er Geschichte. Mächtige Äste reichen uns die Hand. Trockenes Laub raschelt unter unseren Schritten. Wir legen uns hinein und starren in den blaugoldenen Himmel. Wir legen unsere Hände an den Baum, an seine rissige Rinde. Er hat einen starken Puls. Wir spüren den Pulsschlag der Erde, die ihn an den Baum weitergibt und der ihn wiederum an uns überträgt.

Er erfüllt uns mit Kraft und Demut.

 

Manch ein Baum ist hohl. Man kann in ihn hinein gehen. Wenn man von dem warmen Holz umschlossen ist, ist man total abgeschirmt. Kaum ein Laut dringt von außen herein. Der Baum umhüllt und schenkt Schutz, Frieden und Geborgenheit.

 

Sehr eindrucksvoll auch die inzwischen abgestorbenen Urwaldriesen. Sie sind schwarz, bemoost und voller Pilze. Das weiche, morsche Holz gibt unzähligen Tieren, wie Vögeln und Fledermäusen Wohnraum. Myrriaden von Käfern und Insekten leben in, an und von dem Holz. Fast lebendiger als im Leben, gibt er seine Kraft ab und gebiert neues Sein.

Leben ist sterben. Sterben ist Leben. Das eine kann ohne das andere nicht.

 

Wir, die wir durch diesen Wald wandern fühlen uns seelenverwand. Ich glaube das hat der Wald mit seiner Zaubermacht bewirkt. Er hat uns angesprochen und wir haben ihm zugehört.

 

Vorher war es nur Theorie, aber nun WISSEN wir , dass das alte Indianerwort,

Mitakuye oyasin – we are all related – wir sind alle eins, wahr ist.

(Gudrun Kaspareit)

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Kommentare: 2
  • #1

    naturgartenfreude (Mittwoch, 22 Mai 2013 12:26)

    Totholz vom Feinsten! Ich liebe es :-)In unseren sterilen Holzäckerwüsten gibt es diesen faszinierenden Anblick so gut wie gar nicht mehr. Ich glaube ich muß mal ein Wochenende in dieser wildromantischen Gegend verbringen.

    LG Werner

  • #2

    Gudrun Kaspareit (Donnerstag, 23 Mai 2013 22:58)

    Hallo Werner,
    das kann ich nur empfehlen, es ist soooo schön dort !!!!
    LG - Gudrun