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Nachhaltigkeit

Unter dieser Rubrik möchte ich künftig Produkte vorstellen, die sich durch besondere Nachhaltigkeit auszeichnen.

Ressourcen schonen, die Natur entlasten, Chancengleichheit fördern, das alles kann die Menstruationstasse Ruby Cup

Ihr wollt endlich ernst machen mit dem nachhaltigen Lebensstiel? Kein Plastik mehr, keine Naturzerstörung? Dann gibt es hier neue Produkte, welche Ihr auf Eure Liste setzen könnt.

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Die Kaffee-TrinkerInnen entscheiden darüber, ob die 100.000 km² Kaffee-Anbaufläche ein naturnaher Lebensraum für Kolibris und viele andere Tiere ist -- oder Monokultur, die ohne Rücksicht auf die Umwelt billigen Kaffee produziert.

Kanwan

Kardamom

Text: Ulrike Beschow

Fotos: Wikipedia

11.11.2020

Lateinischer Name: Elettaria cardamomum

 

Die Sonne legt sich immer früher schlafen und erinnert uns ganz sanft an die kältere Jahreszeit. So langsam denkt man an das Weihnachts- oder Jul- Fest und womit man seine Lieben in diesem Jahr erfreuen kann. Die frischen Kräuter halten ab November ihren "Winterschlaf" und sind für uns "Puca", wie Dr. W.- D. Storl schreibt. Sie gehören jetzt den Feen, Gnomen und Trollen, der Anderwelt. Deshalb habe ich mich entschieden, im Winter einen kleinen Exkurs in die Welt der Gewürze zu unternehmen. Anfangen möchte ich mit dem Kardamom, eines meiner Lieblingsgewürze, nicht nur in der Küche sondern auch für die Gesundheit unseres Körpers und der Seele.

Denn auch Gewürze haben eine große Heilkraft, so dass wir in der kalten Jahreszeit auf zahlreiche, aromatische Helfer zurückgreifen können. Wenn aber, gerade zur Weihnachtszeit, der Duft von diesen warmen Gewürzen durchs Haus zieht, kommt ein Gefühl von Geborgenheit und Heimat in uns auf. Man sollte es unbedingt für Aktionen mit seinen Kindern nutzen.

Das eingefügte Bild stammt aus dem Buch "Elfen, Goblins und Spukgestalten" von Brian Froud und Alan Lee, aus dem Weltbildverlag. Es ist ein zauberhaftes Buch mit fantastischen Zeichnungen zu Geschichten aus der Mythologie.

 

Familie: Zingiberaceae - Ingwergewächse

 

Inhaltsstoffe: Eiweiß, Zucker, fettes Öl, Gummi, Stärke, ätherisches Öl

Duftprofil: balsamisch, warm, würzig, aromatisch

 

Allein schon der Name dieses wunderbaren Gewürzes drückt etwas warmes aus, etwas womit man sich wohlfühlen kann, wo es einem gut geht. Wenn man dann auch noch welchen zur Hand hat, um daran zu schnuppern, um so besser. So wie schon der Zimt, so zählt auch der Kardamom zu den typischen Weihnachtsgewürzen, zumindest in unseren Breiten. Das man ihn aber das ganze Jahr über nutzen kann, zeigen uns die verschiedensten Küchen des Orients oder Asiens. Das was wir als Kardamom kennen ist die grüne Samenkapsel einer schilfartigen, bis zu 4 m hohen Staude. Die grünen Früchte wachsen das ganze Jahr über und werden , noch bevor sie reif sind, in kleinen Mengen von Hand geerntet und getrocknet. Die Pflanze gehört zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae). In den 3 kleinen Kammern befinden sich bis zu 20, würzig duftende, schwarze, runde Samen. Diese Samen sollte man vor der Verwendung, egal ob kulinarisch oder gesundheitlich, immer frisch verwenden. Dazu zerdrückt, vermörsert oder vermahlt man die Samen. Manchmal wird der Kardamom gebleicht, er sieht dann weiß aus, es ist aber auch echter. Es gibt noch schwarzen Kardamom (Amomum subulatum), auch ein Ingwergewächs welches sich aber in Farbe, Aussehen und Geschmack total vom grünen unterscheidet. Er hat ein herbes, erdiges Aroma welches an Nadelholz und Campher erinnert. Sein typisch rauchiges Aroma bekommt er durch die traditionelle Trocknung über offenem Feuer. In der asiatischen Küche wird er eher für deftige Fleischgerichte verwendet, nicht für Süßspeisen. Auch ich verwende ihn für die asiatische Küche, welche ich aber fast nur noch mit viel Gemüse zubereite.

Geschichte:

Der Kardamom gehört zu den ältesten Gewürzen dieser Welt und wurde bereits in den Veden (die heiligen Schriften der altindischen Religion) erwähnt. Er wird seit über 3000 Jahren in der Medizin des Orients verwendet. Im Mittelalter galten Gewürze als Verbindungsglieder zum Paradies und als Sendboten aus einer sagenhaften Welt. Von Ägypten aus gelangte der Kardamom über die alten Karawanenstraßen nach Europa. Die Pflanze wächst heute in den feuchten Bergwäldern Indiens. In Guatemala, Malaysia und Sri Lanka wird eine andere Gattung kultiviert. Die alten Ägypter liebten den Kardamom zum Räuchern. Seine heilenden Eigenschaften wußten die Griechen bei Herz- und Magenproblemen für sich zu nutzen. Auch die antiken Römer kannten das Gewürz und machten daraus Parfum.

Wer kennt sie nicht, die "Geschichten aus "Tausend und einer Nacht". Sie preisen seine aphrodisierende Wirkung. Auf arabisch heißt er "Samen des Paradieses". Der lateinische Name "Elattaria cardamomum" läßt sich auf die Kardamomhügel im Westen von Kambodscha zurückführen, seiner ursprünglichen Heimat. Neben Safran und Vanille ist Kardamom eines der teuersten Gewürze, was auf die sensible Ernte hinweist. Im Mittelalter erfuhr der Kardamom eine große Wertschätzung und man nannte ihn liebevoll "Cardamömlin". Im Parsifal beschreibt Wolfram von Eschenbach einen Prunkteppich aus Kardamom, Gewürznelke und Muskat. Alle drei waren exotische Gewürze mit, zur damaligen Zeit, unschätzbarem Wert. Auch die alten Römer legten natürlich sehr großen Wert auf eine wohlschmeckende Küche, welche zum Teil sehr ausgefallen war (Flamingo, Haselmaus). Von Apicius (Marcus Gavius, geb. um 25 n. Chr.) ist ein Kochbuch überliefert, in dem eine mit Kardamom gewürzte Verdauungssoße aufgeführt ist. Also gebrauchte man hier den Kardamom auch schon als Heilmittel. Der größte Anteil an der Kardamomernte wird in den Erzeugerländern selbst verbraucht. Er findet Verwendung in zahlreichen Currymischungen, wovon es so viele gibt wie Sand am Meer. Als Gewürz im Kaffee ist es in den arabischen Ländern sehr beliebt und wer es einmal probiert wird bestätigen, dass es ein tolles Geschmackserlebnis ist. Die Osmanen erhofften sich dadurch eine Steigerung ihrer sexuellen Triebe. Aber nicht nur im Kaffee sondern in den verschiedensten Tee`s verwendet man den Kardamom zum Aromatisieren. In Indien ist das "Betelkauen" sehr beliebt. Anstelle des Kaugummis werden die Blätter des Betelpfeffers gekaut in denen sie größere Mengen Kardamomsamen einwickeln. Größere Mengen dieses Gewürzes werden nach Nordeuropa exportiert, vor allem nach Schweden. Hier liebt man ihn im Gebäck, Likören oder auch in Punsch oder Glühwein.

 

Heilkunde:

Auch der Kardamom kann uns auf die vielfältigste Art und Weise bei körperlichen wie seelischen Problemen unterstützen. Man hat hier verschiedene Möglichkeiten der Anwendung. Die kleinen frischen Samen aus den grünen Kapseln kann man einfach so kauen, das erfrischt den Atem. Man kann sich daraus auch einen Tee kochen oder man verwendet das ätherische Öl, allerdings nicht in der Schwangerschaft.

 

Körperliche Wirkung: - Samen

 

- Verdauungsfördernd

- blähungstreibend

- Kreislauf anregend

- Hormon und Stoffwechsel anregend

- gut für` s Herz

- appetitanregend

- hilft gegen Kater

- im Ayurveda zur Gedächtnisförderung

 

Im Ayurveda gilt Kardamom als kühlend, magenstärkend, milch- und menstruationsfördernd

und natürlich aphrodisierend. Von den meisten Gewürzen sagte man sie besäßen Hitze und könnten den Körper erwärmen und die Lust anfachen. Die Pflanzen aus der Familie der Ingwergewächse konnten das besonders. dazu zählt neben Galgant, Ingwer oder Kurkuma auch der Kardamom. Hildegard von Bingen sprach von " …Sinneslust erregenden Gewürzen mit schädlicher Wirkung".

Auf den Fotos von Wikipedia seht Ihr die Kardamom Pflanze, die Blüte und die getrockneten Samenkapseln vom schwarzen und grünen Kardamom

Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Montag, 16 November 2020 19:14)

    Wie vieles sich um diese Gewürzpflanze rankt – Geschichtliches, Botanisches, Heilsames und Nützliches – hat Ulrike hier wunderbar zu einer kleinen Geschichte vereinigt. Und die Bebilderung passt wunderbar zu den „schlafenden“ Kräutern der Anderwelt. Ich werde an diesen Artikel denken, wenn ich wieder einmal „Kardemumma Bullar“ backe, ein Hefegebäck. Laut meiner schwedischen Schwägerin von der ich das Rezept habe, sollte unbedingt grober Kardamom hinein, und zwar selbst gemahlen: Die Samen aufmachen, die Samen herausbrechen und dann mörsern. Ein kleiner Kraftakt, denn die Samen sind echt hart. Es lohnt sich aber definitiv! Dieses Aroma ist einfach einzigartig.