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Unglaubliches Nepal

Text und Fotos: Birgit Roth

10.12.2017

Über den Dächern von Lo Mantang
(c) Birgit Roth Über den Dächern von Lo Mantang

Nepal ist das 5. ärmste Land der Welt. Eingequetscht zwischen China und Indien, immer in der Angst, einer der beiden großen Nachbarn greift zu. So unbegründet ist die Angst nicht, Tibet wurde auch einfach von China konfisziert. Und bis heute verbietet China, dass die nach Nepal geflüchteten Tibeter die nepalesische Staatsbürgerschaft bekommen dürfen. Somit können sie sich keine legale Existenz aufbauen und leben in der ständigen Angst, nur geduldet zu sein. Dennoch wendet sich Nepal zur Zeit mehr den Chinesen zu. Indien war vor 2 Jahren mit der politischen Entwicklung in Nepal nicht einverstanden und boykottierte Nepal mit einem Wirtschaftsembargo. Das 2015 ohnehin schon vom schweren Erdbeben gebeutelte Land, wurde nun auch noch von Nahrungsmitteln und Benzinlieferungen abgeschnitten. Auch das hat dieses Land mit seinen tapferen Menschen über sich ergehen lassen müssen.

 

Vor 5 Jahren besuchten wir Nepal das erste Mal und konnten nicht fassen, was wir sahen. Auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel in Kathmandu sahen wir Dinge, auf die wir nicht vorbereitet waren. Es kam uns so vor, als ob wir nicht in ein anderes Land geflogen wären, sondern in eine andere, vergangene Zeit.

 

Diesmal sahen wir der Stadt gelassen entgegen und waren gespannt, was sich verändert hat. Es gibt keine täglichen Stromausfälle mehr. Was für ein Segen für die dort lebenden Menschen. Es sind einige moderne Einkaufszentren entstanden, in denen allerdings nur wenige Menschen einkaufen können, weil es sich die meisten gar nicht leisten können. Dadurch wirkt die Stadt moderner. Der Straßenverkehr ist nach wie vor chaotisch. Er folgt Regeln, die für uns nicht sichtbar sind, aber es funktioniert.

Die Zerstörung durch das Erdbeben ist in allen 3 Königsstädten Kathmandu, Patan und Bhaktapur, besonders bitter, an den historischen Gebäuden unübersehbar. Einiges ist eingerüstet und wartet auf den Wiederaufbau, aber es dauert eben. Wer kein Geld hat sein Wohnhaus zu erneuern, wohnt weiter, trotz der Risse und der ausgebeulten Wänden, darin und hofft, dass es nicht zusammenbricht.

 

Diesmal war unser Ziel das ehemalige Königreich Mustang im Nordwesten des Landes. Schauten wir vor 5 Jahren auf unserer Annapurna-Umrundung noch sehnsüchtig in diese Richtung, sollte dieser Wunsch nun in Erfüllung gehen.

Mustang ist eine sehr trockene und karge Gegend. Durch seine Lage im Transhimalaya regnet es selbst in der Monsunzeit kaum. Die wenigen Menschen die dort leben, trotzen mit Bewässerungssystemen der Natur die nötige Nahrung ab.

In den letzten Jahren ist Mustang noch trockener geworden, der Klimawandel schlägt als erstes bei den Menschen zu, die ihn nicht verursacht haben. Weit weg von den Verursachern der Klimakatastrophe macht es sich deutlich bemerkbar. Durch fehlende Schneeschmelze haben die höher gelegenen Dörfer kein Wasser mehr für ihre Felder.

Es gibt ein einzigartiges Projekt des Schweizer Fotografen Manuel Bauer. Er sagt: „Mustang ist der schöns te Ort, den er je besucht hat“. Er hat es geschafft durch sammeln von Spenden den Bewohnern von Sam Dzong zu ermöglichen, sich ihr Dorf an einer flussnahen Stelle neu zu bauen.

 

http://www.samdzong.org/

 

Auf unserer Reise haben wir gesehen, andere hoch gelegene Dörfer müssen und werden diesem Beispiel folgen.

 

Mustang war bis 1992 nicht frei zugänglich. Als einzige Ausnahme wurde es einigen Forschern per Sondergenehmigung gestattet dieses Land zu betreten. Einer der ersten war der Franzose Michel Peissel. Seinen Reisebericht, „Das verbotene Königreich im Himalaya“, von damals haben wir regelrecht verschlungen.

Bis heute benötigt man dafür eine kostenpflichtige Genehmigung und es ist nicht erlaubt ohne Guide durch Mustang zu reisen.

Wir buchten auf Empfehlung die Reise direkt bei einer Agentur in Kathmandu und lernten im Hotel als erstes den Chef persönlich kennen. Das Hotel war unsere Oase im lauten und chaotischen Kathmandu. Es lag direkt neben der großen Bodnath-Stupa, eines der wichtigsten Pilgerziele der Buddhisten. Auch diese wurde beim Erdbeben zerstört, ist aber wieder aufgebaut. Die Gläubigen laufen 108 Mal um die Stupa, nach unseren Berechnungen müssten das ca. 32 km sein.

Wir lernten Sudama, den Gründer unserer Reiseagentur www.aroundthehimalayas.com, auf der Dachterrasse des Boudha Stupa View Guest Houses kennen. Abends beim Essen erzählte er uns seine Geschichte, die uns nachdenklich und sprachlos machte.

Sudamas Geschichte:

Geboren wurde er im Süden Nepals, als erster Sohn und das ist in Nepal ein verantwortungsvoller Job.

Bisher war es für Familien wichtig mindestens einen Sohn zu bekommen, denn dadurch war ihre Versorgung im Alter gesichert. Sudamas Vater verlor bei einem Unfall beide Beine und konnte dadurch nicht mehr arbeiten. Mit vereinten Kräften versuchte die Familie sich über Wasser zu halten, was sicher schwer war und ein Leben in Armut bedeutete. Nach der Schule ging er nach Kathmandu und absolvierte das Studium der Handelswissenschaften. Doch bald entdeckte er seine Berufung und begann als Guide Touristen durch Nepal zu führen. Unterwegs lernte er deutsch und englisch sprechen von den Gästen.

Er gründete eine Familie und arbeitete als Guide.

Irgendwann begegnete ihm auf einer Tour im Everest Gebiet ein kleines Waisenmädchen, was sein Herz berührte. Er investierte sein Trinkgeld, was er auf der Tour von den Touristen bekam, in die Zukunft dieses Mädchens. Er holte sie nach Kathmandu, brachte sie in einer Familie unter, bezahlte das Schulgeld und eine unglaubliche Geschichte begann. Irgendwann waren es so viele Kinder verstreut in Familien in Kathmandu, dass es für Sudama schwierig war sie alle zu besuchen und die Idee für ein Kinderheim war geboren. Auch da wurde eine geniale Idee umgesetzt. Das Kinderheim wurde aus leeren Glasflaschen, die in Touristengebieten durch fehlende Müllentsorgung in der Natur liegen, gebaut und somit gleich ein Umweltproblem verbessert.

Zur Zeit wird eine Schule in der Nähe von Kathmandu für 400 Kinder gebaut.

Es gibt Projekte in Dörfern, damit den Waisenkindern vor Ort geholfen werden kann. Denn wer einmal sein Dorf verlassen hat und in Kathmandu groß geworden ist, kann nur ganz schwer wieder Wurzeln schlagen in seinem Dorf.

Das erste Mädchen, mit dem diese Geschichte begann, ist schon erwachsen und arbeitet in Sudamas Kinderheim als Lehrerin.

Zum Abschluss sagte Sudama: „Ich bin der Beweis, auch ein kleiner Mann kann große Dinge bewirken“.

http://www.weltweitwandernwirkt.org/nepal/

Zwei Tage verbrachten wir in Kathmandu. Wir waren fasziniert von dem Treiben um die Stupa, den Aktivitäten in den Klöstern, die sich um die Stupa befinden. Gläubige und Touristen liefen gleichermaßen die Kora, wie die rituelle Umrundung eines Heiligen Ortes genannt wird. Auf unserer Reise durch Mustang würden wir noch viel tiefer in den Buddhismus eintauchen können. Wir lernten unseren Guide Khadga kennen, der uns ab sofort jeden Wunsch von den Augen ablesen würde. Khadga spricht sehr gut deutsch und englisch, was für uns komfortabel war. Er blieb uns keine Antwort auf unsere vielen Fragen schuldig. Er erzählte uns Geschichten und Anekdoten, das Leben von Buddha, Shiva und Vishnu und andere Göttlichkeiten. Er erzählte uns auch über Politik und ganz allgemein, wie es sich so lebt in Nepal.

Von Kathmandu fuhren wir 2 Tage über Pokhara mit dem Auto zum Startpunkt unserer Trekkingtour nach Marpha. Am 2. Tag benötigten wir für 140 km 8 Stunden, es war ein Abenteuer. Ca. 3 Stunden vor dem Ziel riss der Keilriemen unseres Jeeps. Aber nach ein paar Telefonaten ging die Fahrt weiter und das Auto hielt durch.

In Marpha angekommen lernten wir unseren Assistenz-Guide Phurba und unsere 3 Träger Rinji, Ngima und Jangbu kennen. Somit war unsere Truppe komplett. Außer Khadgar stammen sie aus einem Sherpa-Dorf nördlich von Kathmandu. Sie sind alle ältester Sohn in der Familie. Rinji, unser Jüngster erst 18 Jahre alt, geht noch zur Schule, musste in den Ferien dazu verdienen. Sein Vater ist verstorben, als er 11 Jahre alt war und als ältester Sohn hat er Verantwortung. Unser Team ist uns im Laufe der Tour so sehr ans Herz gewachsen, dass es am Ende richtig schwer war, sie wieder gehen zu lassen.

Ja, über das engagieren von Trägern kann man diskutieren. Wir entschieden uns dafür, so hatten die 3 die Möglichkeit etwas Geld zu ihrer Landwirtschaft, von der sie in ihrem Dorf leben, zu verdienen.

In Marpha erlebten wir unser erstes Highlight der Tour. Wir konnten uns ein Klosterfest anschauen und gleich in den Buddhismus eintauchen. Das Fest dauerte mehrere Tage und sollte das Dorf von Geistern befreien. Der tibetische Buddhismus ist mehr als nur den Lehren von Buddha zu folgen. Es ist für unser Empfinden viel Geisterglaube enthalten, was sicherlich aus den Zeiten stammt, als die Menschen noch der Bonreligion gefolgt sind, bevor die buddhistischen Lehren verbreitet wurden.

Abends erlebten wir einen Tanz von verkleideten Mönchen. Sie hatten gruselige Masken auf dem Kopf und beerdigten an einem Platz im Dorf einen schwarzen Totenschädel. Durch diese Zeremonien sollte das Dorf nun für 1 Jahr von bösen Geistern befreit sein.

Am nächsten Morgen war im Kloster eine Puja. Das ist eine Art Andacht. Man zieht die Schuhe aus und setzt sich im Gebetsraum auf eine Matte, die auf dem Boden liegt. Meistens bekommt man noch einen Tee gebracht und ist mittendrin statt nur dabei. Die Mönche murmeln und singen abwechselnd ihre Gebete, zwischendurch gibt es musikalische Einlagen auf ihren Instrumenten. Für unsere Ohren ist das so exotisch, aber doch wiederum so schön. Es ist wie Meditation, wenn man sich darauf einlassen mag.

Dann ging es los. Ab Marpha hatten wir tierische Begleitung, uns schloss sich ein Hund an, der bis zum nächsten Ort bei uns blieb. In den nächsten 14 Tagen sind wir gewandert, rauf und runter, manchmal sehr anstrengend aber immer durch epische Landschaft. Vor Millionen Jahren lag Mustang unter dem Meeresspiegel, noch heute lassen sich Fossilien in den Flussläufen finden. Und was durch Wind und Wetter dann dort für eine Landschaft entstanden ist, ist einfach nur der Wahnsinn! In diese Landschaft gebettet sind Dörfer wie aus vergangenen Zeiten. Die Bauweise, die sich seit Jahrhunderten bewährt hat, wird immer noch praktiziert. Das bedeutet, die Tiere wie Ziegen, Kühe oder Pferde, befinden sich unten im Haus und die Menschen wohnen in der ersten Etage. Die Häuser stehen meist ganz dicht zusammen, die Gassen sind sehr eng. Das hat den Vorteil, dass die Menschen im Winter die Wärme der Tiere ausnutzen können und das Innere des Dorfes windgeschützt ist. Im Haus ist nur ein Ofen in der Küche. In traditionellen Häusern gibt es kein fließendes Wasser. Die Menschen gehen zum Wäsche, Geschirr und sich selbst waschen zum Dorfbrunnen. Das Wasser ist eiskalt, aber es ist kommunikativ, man trifft sich dort. Das Holz wird auf dem Dach gelagert.

 

Viele Dörfer gibt es nicht und immer nur an Stellen, wo es möglich ist, Wasser vom Fluss durchs Dorf und über die Felder zu leiten. Jedes Dorf hat mindestens ein Kloster. Es gibt Manimauern, die aus aufgeschichteten Steinen bestehen, wo Gebete eingraviert sind. Meistens das bekannteste buddhistische Mantra: Om mani padme hum, oder auch Bilder von Heiligen sind zu sehen. Gebetsmühlen sind allerorts vorhanden und durch das drehen schickt man sein Mantra in den Wind. In den Gassen der Dörfer begegneten uns oft Kühe. Sie liefen umher, suchten sich Fressen und gingen abends nach Hause. Etliche Ziegenherden sind uns über den Weg gelaufen, die abends entweder ins Dorf zurückgekehrt sind, oder innerhalb von Steinwällen übernachtet haben. Unsere Tour war so geplant, dass es möglich war mittags in einem Dorf zu rasten und abends in einer Lodge zu übernachten. Gästehäuser gibt es schon lange in Mustang, schließlich sind seit Jahrhunderten Karawanen durch Mustang gezogen auf der Handelsroute zwischen Tibet und Indien. Seit China die tibetische Grenze geschlossen hat, ist diese Handelsroute schwieriger geworden.

 

In den Dörfern war die Ernte in vollem Gange. Konnten wir in der Umgebung von Kathmandu die Reisernte aus der Nähe beobachten, so war es in Mustang der Buchweizen und die Gerste. Es war alles reine Handarbeit. Reis esse ich jetzt mit einem besonderen Bewusstsein, seit ich weiß, wie viel Mühsal darin steckt, bis er auf dem Teller liegt. Es wurde gemäht, gedroschen, Frauen warfen die Körner immer wieder in die Luft, um sie von den Schalen zu trennen. Riesige Strohbündeln wurden auf dem Rücken nach Hause getragen. Und mit der Hilfe von Ochsengespannen bereiteten die Menschen die Felder für das nächste Jahr vor. Ein einfaches und schweres Leben, jedoch begegneten uns die Menschen meist fröhlich und freundlich. War das Tagwerk erledigt, sahen wir sie auf dem Dorfplatz zusammen sitzen in kommunikativer Runde.

Eines unserer Hauptziele war die Hauptstadt Lo Mantang, deren Besuch lange Zeit verboten war. Es war ein besonderer Moment auf unserer Tour, als wir den ersten Blick von einem erwanderten Pass auf die Stadt werfen konnten. Lo Mantang hat sich sehr verändert zu den Beschreibungen von Michel Peissel und Bruno Baumann. Die Stadt hat sich über ihre Stadtmauern hinaus vergrößert, aber im Zentrum scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Wir besuchten die 3 Klöster, wo es jahrhundertealte Kunst zu bestaunen gibt. Besonders beeindruckend waren immer wieder die Wandmalereien. Witzig war, wenn ein Mönch ein klingelndes Handy aus seiner Kutte hervor geholt hat. Tradition und Moderne mischen sich eben auch in Mustang und das ist gut so.

In Mustang ist noch lange nicht alles erforscht, noch nicht alle Rätsel gelöst. Es gibt in den Bergen unzählige Höhlen, die von Menschenhand in die Felsen gehauen wurden, die ohne professionelle Kletterausrüstung nicht erreichbar sind. Wer hat diese Höhlen wann und warum gebaut? Schon wieder auf dem Rückweg besuchten wir eine Höhle, die in unserem Kulturreiseführer beschrieben war, die noch nicht mal unser Reiseleiter kannte. Er ermöglichte uns den Besuch und war selbst begeistert. Er fragte im Dorf, in dem wir übernachteten herum, und am nächsten Morgen gesellte sich ein Mädchen mit ihrem kleinen Cousin zu uns. Sie stellte sich vor uns und sagte ganz selbstbewusst: „I‘m your guide.“ Sie hatte den Schlüssel und die Kasse für die Höhle und führte uns hin. Zum Höhleneingang mussten wir 20 Höhenmeter auf sehr abenteuerliche Weise überwinden. Als diese geschafft waren, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr raus. In die Höhle war eine Stupa gebaut und die Wände waren bemalt, wie es schöner hätte nicht sein können. Leider nagt der Zahn der Zeit, aber es ist immer noch wunderschön.

Zurück in Kathmandu wollte ich noch eine Sache unbedingt machen. Ich wollte ganz früh morgens mit den Gläubigen die Kora um die Bodnath-Stupa gehen. 5:30 bin ich in der Dämmerung aus dem Hotel geschlichen und habe mich unter die Gläubigen gemischt. Mit großer Ernsthaftigkeit laufen sie um die Stupa, drehen die Gebetsmühlen, verbeugen sich vor den Heiligtümern und geben den Bettlern etwas Geld. Mit Sicherheit trägt ihre tiefe Gläubigkeit dazu bei, ihr aus unserer Sicht schweres und armes Leben zu meistern.

Irgendwann kamen mehr und mehr Touristen zur Stupa, die Läden um die Stupa öffneten so langsam ihre Türen. Ich setzte mich auf eine Stufe und kaum dass ich saß, brachte mir ein Mann ein Stück Styropor, auf das ich mich setzen sollte, damit es nicht so kalt ist von unten. Eine der Frauen, die die Mönche mit Tee versorgen, gab auch mir einen Tee und als dann noch einer der Straßenhunde Körperkontakt zu mir suchte, war ich im Himmel. Die Straßenhunde sind wie in so vielen Städten weltweit auch in Kathmandu ein Problem. Wo Menschen täglich um ihr Überleben kämpfen, bleibt nicht viel übrig für Tiere. Trotzdem beobachtete ich, wie die Tiere auch gestreichelt und gefüttert wurden. Was für ein schöner Anblick für mich. Und sicher nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber auf jeden Fall ein Lichtblick die Arbeit der Street-dog-care-Organisation, die wir an der Stupa beobachten konnten.

http://www.streetdogcare.org

Es gäbe noch so viele Anekdoten und Begegnungen zu berichten. Berühren sonst eher Tiere mein Herz, so sind es in Nepal auch die Menschen. Am meisten die, die immer um uns herum waren, unsere Guides und Träger. Es tut gut für eine Zeit ganz spartanisch in der Natur zu sein, aber vielleicht auch nur, weil wir wissen, dass wir in unser Luxusleben zurück kehren können. Das geschieht dann auf eine achtsame und dankbare Weise.

Affentempel
(c) Birgit Roth Swayambunath, auch Affentempel genannt
Straßenschild in Muktinath
(c) Birgit Roth Straßenschild in Muktinath

Bitte auf die Bilder klicken, um sie zu vergrößern und die Beschreibung dazu zu lesen

Kommentare: 2
  • #2

    Gudrun (Donnerstag, 04 Januar 2018 15:25)

    Dein Bericht, liebe Birgit, ist, wie deine anderen Reiseberichte auch, wunderschön. Er nimmt mich mit als wäre ich dabei gewesen. Er lässt mich durch deine Augen sehen und durch dein Herz fühlen und mich wünschen auch einmal dort hinzufahren. Absolut eindrucksvoll. LG, Gudrun

  • #1

    Eva Schmelzer (Mittwoch, 03 Januar 2018 11:07)

    Dieser Bericht hat mich eigenartig berührt, ich kann das auch nur schwer beschreiben. Er weicht ab von anderen typischen Reisebeschreibungen, geht tiefer. Obwohl gleich anfangs gesagt wird, dass es eines der ärmsten der Welt ist, empfindet man während des Lesens, dass es hier Werte gibt, die man in wohlhabenden Ländern so nicht findet. Ja, die Menschen führen ein hartes Leben, aber trotzdem scheinen ihre Herzen dadurch nicht verhärtet zu sein, wie auch ihr Verhältnis zu den Tieren zeigt. Es mag an ihrem tief verwurzelten Glauben liegen, im Buddhismus wird auch den Tieren eine Seele zugesprochen.
    Am kürzesten ist die Haltung Buddhas zu den Tieren umrissen mit: “Ohne Stock, ohne Schwert, fühlsam, voll Teilnahme hegt er zu allen lebenden Wesen Liebe und Mitleid." Der westliche Mensch wird in der Regel in der Auffassung erzogen, er sei von Gott als "Krone der Schöpfung" erschaffen worden, ihm sei die Welt gegeben, Tiere, Wald und Feld stünden zu seiner Verfügung, er könne damit schalten und walten, wie er es für richtig halte. Aber im Buddhismus gibt es keine
    Herrscher im Bereich des Lebens. Alle Wesen sind durch ihr Wirken das geworden, was sie sind, auch die höchsten Götter. Und es gibt kein Lebewesen - in dem uns zugänglichen Bereich vom winzigsten Käfer bis zum riesigen Elefanten oder in jenseitigen Bereichen vom niedrigsten
    Lebewesen bis zum höchsten -, das sich nicht auf dieser endlosen Wanderung befindet. Vielleicht lässt das die Tibeter ihr so oft schweres Leben besser ertragen.
    Ich danke Birgit Roth sehr für diesen einfühlsamen Bericht, der einem die äußere, aber auch die innere Welt sehr nahe bringt.

    Bitte an alle anderen Leser: Auf jeden Fall den Hinweis befolgen, die wunderschönen Bilder zum Vergrößern anzuklicken, erst dann entfalten sie ihre Schönheit und lassen auch Details erkennen.