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Nachhaltigkeit

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Kanwan

Die Bauernproteste

Text: Gudrun Kaspareit

05.12.2019

Traktor
Von Späth Chr. (user ChiemseeMan) - Transferred from de.wikipedia.org [1] 2006-07-20 21:51 . . ChiemseeMan . . 1280 x 960 (326.621 Bytes), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=987317

Ich mag Bauern, wirklich. Sie produzieren ja unser aller Nahrungsmittel, sagen sie. Viele kleinere Betriebe kenne ich persönlich und schätze sie sehr. Sie leiden unter den vielen staatlichen Vorgaben, können kaum noch Gewinne erarbeiten, drohen ihre Betriebe aufgeben zu müssen. Worunter sie aber noch mehr leiden sind die klimatischen Veränderungen. Hohe Gewinneinbußen drohen durch Trockenheit oder Extremwetter. Schon 2018 haben etliche Bauern die Rinder oder Pferdehaltung aufgegeben, weil es wegen der Trockenheit einfach nicht genug Heu gab, um den Winter zu überstehen. Futter dazuzukaufen war nicht möglich, denn die Situation war überall in Deutschland gleich schlimm. Teures Futter aus dem Ausland können sich die Kleinbauern nicht leisten. Die Großen hingegen bekommen mehr Subventionen und können Verluste besser ausgleichen.

Die Landwirtschaft leidet allso unter dem Klimawandel, dennoch protestieren die Bauern gegen Maßnahmen, die den Klimawandel eindämmen sollen. Ja klar, kurzfristig schmälern die geplanten Vorschriften ihre Gewinne, aber langfristig zahlen sie sich aus, denn die Folgen des Klimawandels sind erheblich teuerer. Ebenso wie die Folgen des Insektensterbens. Jeder weiß was passiert, wenn die Bestäuber wegfallen. Es wird auch sehr teuer für unser Trinkwasser, wenn es aufwendig gereinigt werden muss wegen dem vermehreten Nitrat, welches durch die Gülle entsteht.

Aber diese Folgeschäden zahlt ja nicht der Bauer, sondern der Verbraucher oder der Steuerzahler. Ach ja, die milliardenschweren Subventionen zahlt auch der Steuerzahler.

Auf der Bauerndemo in Berlin wurden viele Landwirte gefragt, weshalb sie demonstrierten. Eine häufige Antwort war, dass sie sich nicht genug gewertschätzt fühlen. Alleine im Jahr 2018 haben die Bauern 1,6 Milliarden Euro Subventionen erhalten. Das nenne ich nicht unbedingt mangelnde Wertschätzung. (Was sollen da die Pflegeberufe sagen? Die bekommen soweit ich weiß keinerlei staatliche Unterstützung.)

Die Landwirte protestieren also gegen den Schutz der Böden und des Wassers. Sie protestieren gegen mehr Insektenschutz und gegen die Verbesserung der Haltungsbedingungen für Tieren, die für uns ihr Leben lassen. Und dann weinen sie, dass sie nicht mehr gewertgeschätzt werden.

Ach, sie produzieren ja unser Essen, das rechtfertigt natürlich alles. Egal, dass unser Essen mit Glyphosat durchsetzt ist, das Trinkwasser viel zuviel Nitrat enthält und das Fleisch vor Antibiotika und MRSA Keimen nur so strotzt. Und was heißt eigentlich, sie produzieren unsere Nahrung?

Der Mais geht so wie er ist in die Biogasanlagen. Der Raps wird zur Herstellung von E10 verwendet. Fast 80% der Erzeugnisse werden für die Tiermast gebraucht und nur 14% landen im Supermarkt und sind so billig, dass die Konsumenten die Lebensmittel nicht zu würdigen wissen und fast die Hälfte davon lieblos wegwerfen. Besser wäre es, weniger aber hochwertiger zu produzieren und nicht diesen Billigfraß. Hier ist selbstverständlich der Konsument gefragt. Lebensmittel sind Mittel zum Leben und verdienen unseren höchsten Respek. Das sollten wir uns alle wieder mehr ins Gedächtnis rufen.

Noch ein Wort zur Demo. Tausende Trecker verstopften die Autobahnen und die Innenstädte. Sie bliesen Unmengen Dieselabgase und CO2 in die Luft . Diese Demo wurde definitiv wahrgenommen.

Als "Extinction Rebellion" gegen das millionenfache Artensterben demonstrierte, und mit Sitzblockaden Verkehrsknotenpunkte blockierte, wurden sie als zu radikal kritisiert.

Das kommt für mich einer Perversion gleich. Die Bauern die gegen zu viel Umweltschutz demonstrieren werden gefeiert, aber die Umweltschützer sollen kriminalisiert werden.

 

Ein Gastbeitrag von LiLo Seidl zum gleichen Thema:

(c) 2019 LiLo Seidl

 

Trecker-Demo in Berlin

 

Demonstrieren ist gut, mit Tausenden Traktoren von weit her nach Berlin zu fahren grenzwertig. Ich will nicht wissen was diese Dieseldreckschleudern an CO2 und Feinstaub rausgehauen haben. Die Landwirte protestieren damit gegen die strikten Regelungen des neuen Agrarpakts der Bundesregierung. Darin geht es u. a. um die starke Einschränkung beim von Unkraut- und Schädlingsgiften.

Scheinbar wirken nur noch Verbote. Landwirte und Naturschutzorganisationen haben keinen gemeinsamen Nenner gefunden, Natur- und Artenschutz weiter zu verbessern und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe zu erhalten. Im Gegenteil, nach dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ haben Landwirte Bienenstöcke angezündet und hier in Franken ganze Streuobst-Baumbestände illegal gefällt (um zwei Beispiele zu nennen). Bei den letzten Demos gegen die Milch-Dumpingpreise habe sie Milch weggeschüttet, anstatt sie Bedürftigen zu spenden.

Und dann wundern sie sich, wenn ein Teil der Gesellschaft (dem anderen ist eh als schnurz) sie in die Ecke -stellt und pauschal als Umweltverschmutzer oder Tierquäler verunglimpft. Sie fordern mehr Wertschätzung. Ich kann niemanden wertschätzen, der Ferkel ohne Betäubung kastriert, der krebserregende Stoffe auf Äcker streut, Kühen die Hörner abschneidet und sie zu Turboautomaten hochzüchtet usw.…

 

ES MUSS SICH ETWAS ÄNDERN IM LAND

EIN AUFRUF:

 

An die LANDWIRTE:

- Hört auf, Subventions-gesteuert zu denken – nach dem Motto „Eigentlich kann ich nur 50 Milchkühe halten, aber ich nehme 100, dann bekomme ich doppelt so viel Zuschuss“.

 

- Hört auf, Gülle in Massen auf euren Feldern auszubringen und sie zu überdüngen – achtet lieber auf Wechsel bei der Fruchtfolge und last einen Acker einige Zeit brach liegen, damit sich der Boden erholen kann.

- Hört auf, Umweltgifte wie Glyphosat und auszubringen, es tötet u.a. wichtige Bestäubungsinsekten.

- Hört auf, Biogas aus Futtergetreide (z B. Mais) zu produzieren, nehmt stattdessen Gülle und Grünabfälle, die Technik machts möglich.

Wenn ihr so weitermacht, zerstört ihr eure Existenzgrundlage

 

An die angeblich so mächtigen BAUERNVERBÄNDE:

 

Ihr lasst euch sich seit Jahren von Supermarktketten über den Tisch ziehen und die Preise diktieren. Ein Liter Milch (z. B.) kann im Einkauf nicht unter 1 Euro kosten, wenn alle Kosten richtig (= gerecht) umgelegt werden. Geht endlich dagegen vor!

 

An die VERBRAUCHER (f/m/d):

 

Denkt endlich um oder fresst weiter den billigen Müll der Nahrungsmittelindustrie. Qualität hat seinen Preis, auch bei Lebensmitteln. Bei dieser Gelegenheit darf ich an die jüngsten Skandale erinnern.

In Deutschland sind Lebensmittel – gemessen am Durchschnittseinkommen - viel zu billig (im Vergleich zu Italien o. Frankreich). Der Großteil der Deutschen gibt nur neun Prozent des Einkommens für Nahrungsmittel aus. Eine Einbauküche darf einen fünfstelligen Betrag kosten und natürlich geht es nicht ohne Luxusgrill – darauf landen Schweineschnitzel für 59 ct / 100g und T-Bone-Steaks von Aldi für 7,99 € das Stück. Im Thermomix werden Lidl-Eier und Billiggemüse aus Marokko verrührt …

 

Ändert endlich euer Konsumverhalten! Tierwohl und Nachhaltigkeit predigen, aber möglichst billig einkaufen, das geht nicht zusammen. Nur wenn ihr euch dem Diktat der Supermarktketten & Lebensmittelkonzerne widersetzt, wird sich etwas ändern.

 

An die deutsche POLITIK

 

Wenn ihr Regeln aufstellt und Gesetze erlasst, kontrolliert sie bitte auch flächendeckend.

 

DANKE

Kommentare: 2
  • #2

    Hans-Dieter Wiesemann (Dienstag, 17 Dezember 2019 01:11)

    Der Bauernprotest war nicht ehrlich, denn die Agrarlobby hat die jetz vorgesehenen Maßnahmen seit wenigstens 10 Jahren verhindert, die schrittweise Einführung ver- oder behindert.
    Der Protest, nicht beteiligt zu werden hätte gegen den Bauernverband gerichtet werden müsse, der ja überall mit redet. Offenbar vertritt er die Mehrzahl der Bauern nicht.
    Ich nenne mal den Präsident des Bauerverbades Ruckwied, Er ist Vorsitzender des Agrarausschusses in Berlin und Mitglied in viele Aufsichtsräten. Selber hat er einen Bauernhof. Im Agrarausschuss wird auch über Subventionen entschieden, die seinem eigenen Hof zu Gute kommen. Nach den Kommunalverfassungen hat ein Betroffener sich für befangen zu erklären und muss der Beratung und Entscheidung fern bleiben. Herr Ruckwied leitet den Ausschuss aber. Wie schräg ist das denn?

  • #1

    Engelmann (Montag, 16 Dezember 2019 10:29)

    Zutreffende Argumente und deftige Worte von beiden Autorinnen. Alles richtig und begrüßenswert. Doch, liebe LiLo Seidel, eine Forderung an die Politik fehlt. Nämlich die, nach besserer Entlohnung. Wovon soll sich eine alleinerziehende Mutter mit mehreren Kindern, ein Arbeitsloser, ein Rentner mit magerer Rente, wovon sollen sich diejenigen, die trotz Arbeit auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, die von dir benannten teureren Produkte kaufen. ...oder fresst weiter den billigen Müll.. ist an der Grenze zur Beleidigung. Das lasse ich, bei aller Einsicht, nicht gelten. Ich verstehe, dass es schwierig ist, bei diesen brisanten Themen, die Emotionen zu unterdrücken. Aber so, wie du es formulierst, wirst du mehr Menschen gegen dich und deine Absicht aufbringen, als zu überzeugen. Übertreibung macht anschaulich, das stimmt wohl. Sie darf aber nicht entwürdigen. Das geht nicht. In allen anderen sachlich vorgetragenen Punkten bin ich ganz deiner Meinung.