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Nachhaltigkeit

Text: Gudrun Kaspareit

10.03. 2019

Wie kann ich sofort nachhaltiger Leben ohne mich anzustrengen?

 

Spätestens seit Greta Thunberg weiß nun jeder, wie es um das Klima bestellt ist und dass wir dringend etwas tun müssen. Denn ehe die Politik reagiert … naja, ist der Hambi weg

Natürlich sollten wir uns den vielen Demos anschließen und dadurch bekunden, dass wir mit der aktuellen Politik nicht einverstanden sind.

Aber was können wir selber, persönlich und sofort tun? Was belastest das Klima am meisten?

 

Punkt 1

ist ganz klar die Massentierhaltung. Ob jemandem sein „Fleischgenuss“ wichtiger ist, als Leben eines Lebewesens muss das ethische Empfinden jedes Einzelnen selber entscheiden.

ABER daneben ist die Massentierhaltung extrem umweltschädlich.

 

Nutztiere sind für 18% der Treibhausgase verantwortlich. Das sind 40% mehr, als alle Autos, Lkws, Flugzeuge, Züge und Schiffe weltweit zusammen! Nutztiere sind für 37% der von Menschen verursachten Methangasemission verantwortlich, welches 23-mal mehr für die globale Erwärmung sorgt, als CO2. Nutztiere sind Ursache von 65% der vom Menschen freigesetzten Stickoxidmenge, die 296 (!) mal mehr für die globale Erwärmung sorgt, als CO2. (Quelle: PEW Commission)

Dazu kommen die Unmengen an Gülle, die der Boden nicht mehr aufnehmen kann, wodurch es zu vermehrtem Nitrat im Grundwasser kommt. Nitrat, bzw. Nitrosamine sind krebserregend.

Eine Studie der Oxford Universität besagt, dass wir nachhaltiger leben könnten, wenn wir weitestgehend auf Fleisch verzichten würden. 83% der weltweiten Ackerflächen, die derzeit für Nutztiere und den Anbau ihres Futters gebraucht werden, könnte man für die Hungernden, die Natur und für Obst und Gemüseanbau verwenden.

Regenwald wird für den Sojaanbau abgeholzt. Jedoch werden 80% des Sojas für die Tierfutterproduktion benötigt. Würden alle Menschen darauf verzichten Fleisch zu essen, würden wir sofort den Welthunger beenden und wir könnten der Natur eine Fläche zurückgeben, die so groß ist wie die USA, China, Australien und die EU zusammen.

Viele schimpfen zurecht auf den Avocado Anbau, weil er viel Wasser verbraucht, nämlich 1000 Liter pro 1 kg Avokados. Jedoch die Produktion von Fleisch verbraucht wesentlich mehr Wasser. 15000 Liter für ein Kilo Rindfleisch. Auch die Energiebilanz ist bei Fleisch erheblich schlechter. Um 1Kilo Rindfleisch zu erzeugen, braucht man 20 Kilo Getreide. Von einem Kilo Fleisch werden 2 Menschen satt, von 20 Kilo Getreide werden 20 Menschen satt.

Wir können die Welt also durch Fleischkonsum buchstäblich aufessen oder durch Fleischverzicht retten.

 

PUNKT 2

Schweröl, das für den Schiffsantrieb genutzt wird, ist sehr schmutzig. Die Nutzung von Schweröl als Betriebsstoff von Schiffsmotoren wird von Umweltverbänden angeprangert. Die Kritik richtet sich gegen die Verklappung von Sludge (Schlamm, Bodensatzt) und auch gegen den hohen Schadstoffausstoß. Kritisiert werden der hohe Rußausstoß und der Schwefelanteil des Schweröls. Jedoch können wir Bürger dagegen nicht unmittelbar etwas unternehmen, außer protestieren und Kreuzfahrten boykottieren.

 

Aber beim eigenen PKW können wir sofort Maßnahmen ergreifen. Zum Beispiel einfach weniger fahren und lieber mal das Rad nehmen. Oder freiwillig ein Tempolimit einhalten, es mindert die Emissionen und die Unfälle, sowie die Staugefahr auf der Autobahn. Wir müssen nicht warten, bis dies per Gesetz angeordnet wird, wir können schon mal anfangen. Man schätzt, dass bei einem generellen Tempolimit auf 120 km/h pro Jahr 3 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden könnten. Dr. Eckard von Hirschhausen sagt dazu Folgendes: „ Dreckige Luft macht krank. Und wenn Autos nicht Höchstgeschwindigkeit fahren, verbrauchen sie weniger Ressourcen, machen weniger Dreck und töten weniger Menschen. Punkt:“

Autofreie Innenstädte fände ich auch toll. Es ist doch ein Graus, wenn man sich stundenlang im Stop and Go Tempo durch die Stadt quält, der in jedem Moment ein Verkehrsinfarkt droht. Mit U- und S- Bahn kommt man schnell und bequem überall hin – ohne Verspätung. Hier möchte ich einen, an anderer Stelle gemachten Kommentar von Eva zitieren:

 

„Unsere Städte ersticken im Stau. Feinstaub und Stickstoffdioxid verpesten die Luft. Drohende Fahrverbote machen die Leute kirre. Wie könnte man das Umsteigen auf Bahn und Bus erleichtern? In Straßburg wird’s vorgemacht.

Es gibt 6 Straßenbahnen- und 32 Bus-Linien. Denn in den letzten 20 Jahren hat die Stadt das Tram-System energisch ausgebaut. Ursprünglich hatte Straßburg den Straßenbahn-Verkehr 1960 komplett eingestellt. Zu Gunsten des Autos. Wie viele Städte damals. Seit einem Jahr fährt die Tram jetzt sogar über den Rhein nach Deutschland in die Grenzstadt Kehl.

Das Wichtigste: Verkehrsdrehscheiben mit großen "Park-and-Ride-Plätzen" vor den Toren der Stadt. Bis zu 24 Stunden Parken kosten gerade mal 4,10 Euro! Und: Der Parkschein ist gleichzeitig das Straßenbahn/Bus-Ticket. Bis zu sieben Personen dürfen mit dem einen Ticket fahren. Also: 4,10 Euro für das Parken inklusive für eine Hin- und Rückreise für bis zu sieben Personen innerhalb von 24 Stunden!!! In unmittelbarer Nähe von acht großen Parkplätzen und Parkhäusern rings um Straßburg kann man also vom Auto in ein gut funktionierendes System von Bahnen und Bussen umsteigen. Gut für das Stadtklima. Oft werden auch abschließbare Stellplätze für Fahrräder angeboten und Mieträder. Verkehrsdrehscheiben für jeden Bedarf.

Das Modell Straßburg wäre überall machbar. Moderner öffentlicher Verkehr statt Fahrverboten, günstige Park-and-Ride-Tickets statt Abzocke. Die Unternehmen zahlen eine Verkehrsabgabe, die das alles mitfinanziert. Dafür müssen sie für ihre Mitarbeiter und Kunden viel weniger Parkplätze vorhalten als in anderen Städten. Das Modell löst sicher nicht alle Verkehrsprobleme unserer Städte, aber die Richtung stimmt. Also lasst uns von positiven Beispielen wie Straßburg etwas lernen. Je schneller, desto besser. „ (Eva Schmelzer)

 

Punkt 3

Nachhaltig leben im Alltag, wie geht das? Ich kann ja nur von mir sprechen. Vielleicht kann ich jemanden dadurch anregen, oder jemand anderes hat noch bessere Ideen und teilt sie uns in der Kommentarspalte mit, das wäre toll.

Neben der Tatsache, dass ich kein Fleisch esse , kaufe ich Lebensmittel nur regional und bio und wenn es doch mal etwas exotisches sein soll, wie Reis oder Kaffee, dann wenigstens bio und fair trade. Auf alle Fälle vermeide ich Plastik, vor allem Einmal-Plastik wo es nur geht. Plastikmüll lasse ich im Supermarkt. Meine Ware packe ich nach der Kasse in Taschen, Netze und mitgebrachte Tupperdosen um. Das ist vielleicht ein wenig umständlich, aber ein Statement.

Wenn ich von A nach B muss und der Weg ist nicht zu weit nehme ich sehr gerne das Rad, damit tu ich nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern auch meiner Gesundheit..

 

Ob Geschirr, Möbel, Elektrogeräte oder Klamotten, mir kommt nur Second Hand ins Haus. Dafür gibt es inzwischen tolle Märkte, die 1a aufgearbeitete Produkte anbieten. U.a. auch Bücher, Kinderspielzeug und Sportartikel. Wem Second Hand Klamotten nicht stylisch genug sind, kann es ja auch mal mit Upcycling Mode versuchen. https://www.facebook.com/TitelThesenTemperamente/videos/upcycling-ein-luxemburger-verkauft-mode-aus-altkleidern/330028380958731/

 

Mein Speiseplan wird durch Wildgemüse und Wildkräuter aufgepeppt, die ich sammel. Außerdem erfahre ich unter https://mundraub.org wo es Obstbäume gibt, die man umsonst abernten darf, ebenso wie die sog. essbaren Städte. (Parks in denen es Gemüsebeete für die Bürger gibt)

Wer keinen Garten hat und dennoch etwas gärtnern möchte, sei das Guerilla Gärtnern empfohlen, eventuell kann man seiner Stadt ja auch ein kleines Stückchen verwahrlostes Areal abtrotzen, so dass das Guerilla Gardening nachträglich legalisiert wird https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/gartentipps/13976.html

 

Wohnen könnte man in sog. Off Grid Häusern, wie den Earthships. Das sind Häuser, die aus recyceltem Material gebaut werden, sich selber mit Strom, Wärme, Wasser und Nahrung versorgen und auch noch wunderschön und fantasievoll aussehen. Allerdings ist es in Deutschland nicht ganz einfach, wg. der Baugenehmigungen, ein solches Haus zu bauen. Zudem sind sie zunächst nicht billig in der Fertigung. Dann jedoch rentieren sie sich, da man nie wieder Heizkosten, Stromkosten oder Wasserkosten hat.

 

Neben der Massentierhaltung ist natürlich das Verbrennen fossiler Energieträger, der größte Klimakiller und muss unbedingt sofort gestoppt werden. Hier müssen wir die Politiker in die Pflicht nehmen. Wir müssen ihnen unsere Proteste um die Ohren hauen, immer und immer wieder. Schließlich wollen sie von uns gewählt werden. Es gibt Alternativen, jede Menge sogar. Wasserkraft, Sonnen und Windenergie kennt jeder, aber es gibt noch viel mehr Energiequellen. Gezeitenkraftwerke, Enlil Turbinen, kleine, vertikale Turbinen die z.B. in der Türkei an den Autobahnen stehen und vom Fahrtwind der vorbeifahrenden Autos angetrieben werden.  Pumpwasserkraftwerke in den ehemaligen Stollen der Kohlebergwerke. Man kann auch Energie gewinnen, wenn man entsprechende Streifen in den Straßenbelag einbaut, welche dann die Energie der rollenden Autoreifen aufnehmen

https://de.wikipedia.org/wiki/Piezoelement

Unser Job ist es, die Politiker davon zu überzeugen, dass es uns ernst ist. Ich glaube hier einen Trend zu erkennen. Der Hambacher Forst blieb zunächst ungerodet. Er hat einen ganz starken Symbolcharakter. Er steht für den endgültigen Ausstieg aus der Kohle. Auch das Greta Thunberg so erfolgreich ist, hat etwas zu bedeuten. Sie mobilisiert die Massen. Ebenso muss die Agrarwende kommen – jetzt! Noch nie war ein Volksbegehren so erfolgreich, wie das in Bayern für den Erhalt der Artenvielfalt. Ich wünschte mir, ähnliches würde in ganz Deutschland statt finden.

Ebenso sind die Demos gegen rechts super erfolgreich. Sie richten sich nicht nur gegen alte und neue Nazis, sondern stehen auch für Respekt, Toleranz, Frieden, für eine große bunte Gesellschaft, die Schranken und Hindernisse überwinden möchte und für eine gemeinsame Zukunft kämpft. Nur gemeinsam können wir die Probleme der heutigen Zeit, wie Klimakrise und Vermüllung der Ozeane stoppen, oder die Landwirtschaft positiv verändern und das Artensterben beenden.

Wir müssen unbedingt die letzte Abfahrt erwischen, bevor es Richtung Klimakatastrophe geht. Die Wissenschaftler geben uns nur noch 12 Jahre, bevor der Dominoeffekt einsetzt, welcher mit dem Klimakollaps endet.

Wie singt Udo Lindenberg in seinem Lied: „Wir ziehen in den Frieden“ ?

„Wir sind schlafende Riesen, doch jetzt stehen wir auf.“

In diesem Sinne: #fridaysforfutur, #hambibleibt, #wirhabenessatt, #wirsindmehr

Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Samstag, 16 März 2019 12:04)

    Dieser Beitrag kommt für mich persönlich wie gerufen, um mich bestätigt zu fühlen, dass ich richtig gehandelt habe, letzte Woche eine Familienfeier (Schwester meines Mannes und deren Ehemann) abzusagen, obwohl ich sie seit rund 50 Jahren kenne. Diese Leute verstoßen ganz massiv gegen JEDEN Punkt, der hier aufgeführt wurde (Kreuzfahrten sogar 2x jährlich). Schon lange hatte ich immer mal wieder vorsichtig auf verschiedene Punkte aufmerksam gemacht, die sie überdenken könnten (z.B. 2 Angeber-Autos obwohl beide Rentner sind u. eine Bushaltestelle vor der Tür haben). Ich wurde über die Zeit zunehmend ausgelacht, ja, verhöhnt, mir wurde Neid vorgeworfen. Spitze Bemerkungen bei jeder Gelegenheit.
    Entschuldigung für meine Ausführungen, die ja nun wirklich nicht von Allgemeininteresse sind, aber es trifft sich gerade mit diesem Beitrag.