Folge mir auf Facebook

Folge mir auf Twitter

Unter dieser Rubrik möchte ich künftig Produkte vorstellen, die sich durch besondere Nachhaltigkeit auszeichnen.

Ressourcen schonen, die Natur entlasten, Chancengleichheit fördern, das alles kann die Menstruationstasse Ruby Cup

Ihr wollt endlich ernst machen mit dem nachhaltigen Lebensstiel? Kein Plastik mehr, keine Naturzerstörung? Dann gibt es hier neue Produkte, welche Ihr auf Eure Liste setzen könnt.

Tropical Freaks

Die Kaffee-TrinkerInnen entscheiden darüber, ob die 100.000 km² Kaffee-Anbaufläche ein naturnaher Lebensraum für Kolibris und viele andere Tiere ist -- oder Monokultur, die ohne Rücksicht auf die Umwelt billigen Kaffee produziert.

Kanwan

Ein Garten für bedrohte Tiere

Text: Marion Jaros

Fotos: Gudrun Kaspareit

 

https://www.bluehendesoesterreich.at/naturmagazin/der-garten-als-arche-fuer-bedrohte-tiere

 

02.05.2021

Schwalbenschwanz
(c) Sven Bieckhofe
„Der Mörder ist immer der Gärtner!“ sang einst Reinhard Mey. Leider hat diese Redewendung auch einen Wahrheitsgehalt im Umgang vieler GartenbesitzerInnen mit der Vielfalt an Lebewesen in ihrem grünen Refugium. Denn der Garten sollte immer schon ein sauber gepflegter Ort sein, an dem wir uns vor möglichem Ungeziefer und wildem Getier sicher fühlen. Er sollte vom Schönheitsempfinden des Menschen geformt sein und sich bewusst von der unberechenbaren und struppigen Wildnis da draußen unterscheiden.
Jahrhunderte lang hatte dies auch seine Berechtigung. Denn Wildnis gab es ja rundherum genug und sie war zugleich ein gefährlicher Ort. Ohne die moderne Medizin konnten selbst Kratzer, Bisse und Stiche von harmlosen Pflanzen und Tieren zu tödlichen Infektionen führen. Auch wenn die meisten von uns diese Zeit nicht mehr erlebt haben, so steckt diese Urangst vor der Wildnis vielleicht noch immer in unseren Knochen. Zumindest könnte man zu diesem Schluss kommen, wenn man einen Blick in die meisten modernen Gartenanlagen wirft.

Doch in den letzten Jahrzehnten hat sich die Welt um unsere Gärten vollkommen verändert. Die Wildnis von damals gibt es nicht mehr. Bis auf winzige Reste haben wir fast jeden Quadratmeter Natur unserem Drang nach immer mehr Ertrag und Sauberkeit angepasst und die Natur entsprechend umgestaltet. Dabei musste das lebendige Gewebe höchster Vielfalt häufig einer traurigen Einfalt weichen.
Auf diese Weise ist die Biomasse wild lebender Wirbeltiere im Verhältnis zum Menschen und seinen Nutztieren auf erschreckende 4% zusammengeschrumpft. Auch die Insektenmasse, als unverzichtbare Basis der Nahrungskette, ist in den in den letzten 30 Jahren um drei Viertel zurückgegangen. Eine Studie aus der Schweiz legt sogar nahe, dass es vor hundert Jahren hundert Mal mehr Insekten gab als heute. Das hat natürlich große Folgen für viele weitere Tiergruppen, wie Vögel, Amphibien, Reptilien oder die Insektenfresser unter den Säugetieren - kurz gesagt - für das Gesamtgefüge der Natur. 
 

Die Natur steht vor dem Kollaps

Mit anderen Worten: Wir haben eine brandgefährliche Belastungsgrenze erreicht. Die Natur, die mit ihren Millionen an kleinen HelferInnen den Boden unter unseren Füßen fruchtbar macht, unsere Gewässer reinigt und unsere Nahrungs- und Wildpflanzen bestäubt, steht vor dem Zusammenbruch. Und damit zugleich die Lebensgrundlage unserer Kinder. Da hilft jetzt auch kein sanftes Bremsen mehr, sondern nur mehr ein tiefgreifendes Umdenken mit Maßnahmen zur umfassenden Regeneration unserer Lebensräume. 

Die LandwirtInnen haben es dabei aktuell nicht einfach. Sie stehen bei ihrem ebenfalls nötigen Umstieg auf biologische und extensivere Formen der Flächenbewirtschaftung durch eine falsch ausgerichtete Förderpolitik in ständigem Wettbewerb mit nicht nachhaltigen Billigstbietern auf dem Markt. Das treibt sie oft auch gegen ihren Willen in eine systematische Naturausbeutung oder sie geben auf, wie das anhaltende „Bauernsterben“ deutlich zeigt.

Es beschämt mich, dass dies alles in meiner Lebenszeit passiert ist. Und es beschämt mich noch mehr, dass ich trotz meiner Liebe zur Natur durch ein über weite Strecken unreflektiertes Konsumverhalten zu dieser Entwicklung auch selbst mein Scherflein beigetragen habe. Trotzdem schreibe ich das hier nicht, damit wir uns nun gemeinsam wütend oder traurig und letztlich ohnmächtig fühlen. Ich schreibe es in der Hoffnung, dass nun ein Punkt gekommen ist, an dem wir gemeinsam sagen: 

" Schluß damit, wir machen jetzt die Kehrtwende."

 

Denn wir, die die Natur nicht nur brauchen und entsprechend benutzen (lassen), sondern sie gerade auch wegen ihrer Vielfalt lieben, haben mehr Einflussmöglichkeiten, als uns das fürs Erste bewusst sein mag. Denn gemeinsam sind wir als Gruppe durchaus stark genug, um für andere sichtbar neue Wege einzuschlagen und neue Trends zu setzen. 

So können wir zum Beispiel unsere Balkone, Terrassen und Gärten Schritt für Schritt so umgestalten, dass wir damit ein sichtbares Zeichen für die nötige Regenerierung der Natur setzen. Und auch ohne Garten und Balkon sind wir mit dem, was wir beinahe täglich in unsere Einkaufstaschen füllen, eine bedeutsame Einflussgröße. Aber da beginnt auch schon die große Unsicherheit. Denn:

 

Bitte hier weiterlesen:

https://www.bluehendesoesterreich.at/naturmagazin/der-garten-als-arche-fuer-bedrohte-tiere

Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Samstag, 15 Mai 2021 16:51)

    Ich bin recht zuversichtlich, dass das Bewusstsein in der Bevölkerung zunimmt, wie viel der Einzelne tun kann, sei er nun Garten-, oder auch nur Balkonbesitzer, um zu helfen, den Kollaps zu verhindern, nicht zuletzt natürlich auch durch sein Einkaufsverhalten. Leider ist es aber schon sehr, sehr spät, anzufangen, dieses Bewusstsein zu entwickeln. Ich selbst bin beispielsweise 1978 in eine Stadtwohnung zur Miete in Düsseldorf gezogen, zu der ein kleiner Garten von etwa 120 qm gehörte. Bald schon bekam ich eine Abmahnung vom Hausbesitzer, ich würde den Garten „verwahrlosen“ lassen, weil ich statt der kleinen „perfekten“ Rasenfläche mit „ordentlichen Blumenrabatten rundrum, eine Blumenwiese wachsen ließ, das Laub der Haseln und Robinien im Herbst nicht bis aufs letzte Blatt entsorgte. Ich habe das gar nicht bewusst aus Naturschutzgründen gemacht, sondern weil ich es schöner fand. Auch Nachbarn beschwerten sich, weil die „Unkraut“samen zu ihnen herüberflogen. Das ist jetzt über 40 Jahre her und schon viel früher hätte der Weckruf: "Schluss damit, wir machen jetzt die Kehrtwende" erfolgen müssen. Nun bleibt noch zusätzlich die Hoffnung auf die Politik, strikte Maßnahmen zu ergreifen.