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Wurzeln

Text und Fotos: Doris Weirather

27.10.2018

Wurzel
(c) Doris Weirather Wurzel vom Beinwell

 

Der Herbst kommt in kleinen Schritten, bald ist die grosße Ernte der Kräuter fertig.
Nun beginnt bald die Wurzelzeit. Bei vielen Kräutern wird nun die Wurzel ausgegegraben. Warum macht man das im Herbst? Weil die Kräfte der Pflanze sich zurückziehen in die Wurzeln.
Genau das fangen wir dann ein, dann ist Zeit die Wurzel zu auszuraben. Es ist in jeder Region verschieden. Hier in den Bergen macht man das oft schon im September, in wärmeren Lagen erst im Oktober. Man kann aus Beinwellwurzel eine guten Balsam machen sowie auch aus der Engelwurzwurzel. Z.B. Urtinkturen mit 98 % Alkohol werden ausgezogen.
Oder man trocknet sie zum Räuchern.

 

Am besten ist die Zeit bei Vollmond oder abnehmenden Mond.

 

Viel Freude euch in dieser besonderen Wurzelzeit.

 

Löwenzahnwurzeln
(c) Doris Weirather Löwenzahnwurzeln

 

Löwenzahn Wurzel

 

Jetzt im Herbst zieht sich die ganze Kraft in die Wurzeln zurück.Das können wir nutzen indem wir die Wurzeln ausgraben. Löwenzahn enthält viele Vitamine (A,C K), Kieselsäure, Spurenelemente von Magnesium, Kalzium und Eisen.Aus der Wurzel kann man eine Urtinktur herstellen die
gegen Störungen von Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse und Darm eingesetzt werden kann.Auch ist die Wurzel verdauungsfördernt , Gallenfluss anregend,auflösend, reinigend, stärkend und belebend.
Giftstoffe die ermüdend wirken werden aus den Körper entfernt. Ich stöberte in einem alten Kräuterbuch, da stand das der Löwenzahn verschiedene Salze enthält, die für den gesamten Organismus gut sind. Somit ist der Löwenzahn ein wertvolles Heilkraut

 

Im Frühjahr werden die jungen Blätter verwendet.
Jetzt im Herbst kommt die Wurzel in Einsatz. Man kann eine Tinktur herstellen , die Wurzeln kann man auch trocknen und daraus ein Pulvermachen und in geringer Mengen ins Essen geben.

 

Auszug Urtinktur
(c) Doris Weihrather Auszug Urtinktur

 

Löwenzahnwurzel Urtinktur

 

1-2 Händevoll gereinigte Löwenzahnwurzeln
98 % Weingeist

 

Löwenzahnwurzeln klein schneiden in ein Glas
geben und mit Weingeist auffüllen das ganz
an der Fensterbank 6 Wochen ziehen lassen.
Nach dieser Zeit abfiltern und in Braungläser füllen.

 

Kommentare: 4
  • #4

    Jürgen Engelmann (Mittwoch, 28 November 2018 05:07)

    So wie die alten Gewerke mit samt ihren Handwerkern nach und nach aus unserem Gedächtnis verschwinden, weil es und sie nicht mehr gebraucht werden, so geht auch das Wissen um die Früchte der Natur langsam verloren, weil es vermeintlich nicht mehr gebraucht wird. Und so sind wir froh und dankbar, dass uns ein paar Aufrechte, wie Doris, dieses Wissen erhalten und es weitergeben.
    Früher waren Kräuter nicht nur die einzig erschwingliche Medizin, sie waren auch eine willkommene Ergänzung der eh schon kärglichen Speisenkarte.
    Meine Großmutter und meine Mutter waren in den Karpaten zuhause, bevor sie vertrieben worden sind. Ihr Wissen um die Früchte des Waldes und der Wiese ist nicht verlorengegangen.
    Und so, wie man sagt, wenn es auf den Pastor regnet, tröpfelt es auch auf den Küster, so ist auch an mir ein wenig von diesem Wissen hängengeblieben. Darüber bin ich froh. Gleichzeitig bedaure ich den Schwund, der auch damit einher geht. Hoffentlich holt uns diese Wissenslücke nicht irgendwann auf unliebsame Weise ein.

  • #3

    Erika (Mittwoch, 21 November 2018 16:38)

    Liebe Doris,n einem englischsprachigen “Moder Herbal” von 1931 las ich,dass es besonders gut sei, eine grosse starke Loewenzahnwurzel zu waehlen, die in bester Erde wuchs.Vorsichtig soll sie mit einem Trowel herausgezogen werden,ohne irgendwelche Bruchstelle. Von den Blaettern muessen
    alle Rueckstaende entfernt sein. Mrs M.Grieve empfielt,den Samen mit einen Fuss Abstand in die Erde zu legen.
    Das Trocknen dauert 2 Wochen. Es hat die beste Qualitaet, wenn es bruechig genug ist, um zu zerbrechen. Das Innere muss weiss sein.
    Verschiedene Ideen zur Zeit der Ausgrabung:
    Einige sprechen von September bis Februar, Andere meinen, November sei der allerbeste Monat.

  • #2

    Marion Hartmann (Samstag, 17 November 2018 22:37)

    Na, das habe ich wieder nicht gewusst: "Die Kräfte der Pflanze ziehen sich in die Wurzel zurück!" Demnach ist die Wirksamkeit der Wurzel nicht zu jeder Jahreszeit die gleiche.
    Ach, ich Stadtmensch!
    Danke für den hochinteressanten Beitrag, liebe Doris!

  • #1

    Eva Schmelzer (Dienstag, 13 November 2018 15:48)

    Nicht viele Menschen besinnen sich auf diese wertvollen Schätze, die im Boden liegen und nur noch hervorgebracht werden wollen, um unserer Gesundheit zu dienen. Statt dessen bedient man sich in den Regalen der Apotheken, die oftmals ja auch nur fertig verarbeitete Endprodukte des natürlichen Angebots darstellen und den Zusatz "rein pflanzlich" als besonderes Qualitätsmerkmal hervorheben. Es macht doch viel mehr Spaß und ist auch weitaus preiswerter, einen Herbstspaziergang anzureichern mit einer Wurzelernte. Dass allerdings die Wurzeln jetzt im Herbst wirkungsvoller sind als zu anderen Jahreszeiten wusste ich nicht! Also noch bis zum 23. warten (Vollmond) und ab dann los! Danke, Doris!