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Unter dieser Rubrik möchte ich künftig Produkte vorstellen, die sich durch besondere Nachhaltigkeit auszeichnen.

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Ihr wollt endlich ernst machen mit dem nachhaltigen Lebensstiel? Kein Plastik mehr, keine Naturzerstörung? Dann gibt es hier neue Produkte, welche Ihr auf Eure Liste setzen könnt.

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Die Senfpflanze

Text: Marion Hartmann

Scherenschnitte: Erika Bulow-Osborne

07. 05. 2014

Ackersenf
Ackersenf Wikipedia GNU Free Document Licence
Brauner Senf
Brauner Senf (c) Scherenschnitt Erika Bulow-Osborne

Auf meiner Suche nach vergessenen Heilkräutern stieß ich durch Zufall auf den altägyptischen Tempel von Edfu, in dessen geheimnisvollen Mauern unter anderem auch die Senfpflanze als ein Heiligtum für alle Ewigkeit in den Stein eingraviert ist.
Senf war mir bis dahin nur als solcher bekannt, wie man ihn als fertige, scharfe Paste kaufen kann.
Mein Interesse, nach eventuellen Heilkräften der Senfpflanze zu forschen, war damit klar und ich wurde fündig.

Schon Pythagoras schwor auf Senf, da er angeblich den Verstand schärfe!
Der berühmte Arzt von "Kos" verordnete seinen Patienten Senfumschläge, wenn sie unter Schmerzen litten.
Die alten Römer benutzten Senf als Antibiotikum.

Gelbe Rauke
Gelbe Rauke (c) Scherenschnitt Erika Bulow-Osborne

Die wichtigsten Anwendungsgebiete von Senf sind Rheuma, Arthrose, Hexenschuss und Verspannungen.
Der Wirkstoff, insbesondere des schwarzen Senfs hat stark durchblutungsfördernde Eigenschaften.
Der Ackersenf, oft als Unkraut verpönt, ist ein sehr wirksames Antidepressivum.
Als Bachblütenessenz  "Mustard" hilft er gegen Schwermut und Antriebslosigkeit.
Sehr gut helfen alle Senfsorten gegen Bronchitis und Erkrankungen der Harnblase.
Studien belegen, dass beispielsweise Brust- und Prostatakrebs mit der Heilpflanze in Schach gehalten werden konnte.
Ein Senf- Fußbad bringt den Kreislauf in Schwung und sorgt für warme Füße!

Der Ackersenf

Ackersenf
Ackersenf (c) Scherenschnitt Erika Bulow_osborne

Er ist die Wildform unserer heutigen kultivierten Senfpflanze.
Es ist eine alte Heilpflanze, die man auf Schuttplätzen, Äckern und vereinzelt in manchen Gärten findet.
Sie wurde mit dem Ackerbau aus dem Mittelmeergebiet in die nördlichen Regionen Europas eingeschleppt.
Die gelben Kronblätter besitzen eine starke UV- Reflexion.
Bestäuber sind Käfer, Bienen, Fliegen und Schmetterlinge.
Der Ackersenf ist eine gute Bienenweide. Selbstbestäubung ist aber häufig!
Die srechend riechenden, scharfen Senföle schützen verwundete Pflanzen vor Schädlingsbefall und Pflanzenfressern.
Die Raupen des Kohlweisslings jedoch bevorzugen Pflanzen mit Senfölen, die sie vor Fressfeinden schützen.
Was unter den Pflanzen ähnlich ausschaut, gelb ist, doch keine Haare hat, ist kein Ackersenf.
Die traditionelle, chinesische Heilkunst setzt den Ackersenf für alle Lungenerkrankungen ein.
Die jungen Knospen erinnern geschmacklich an Brokkoli und junge Pflanzen kann man als Gemüse zubereiten. Ackersenf fein gehackt, kann man mit Butter und Salz oder Speisequark gemischt mit etwas Salz zu einem leckeren Brotaufstrich werden lassen.

Weißer Senf

 

Der weiße Senf ist ein wichtiger Bestandteil der Pflanzenphysiologie.
Er ist in der Hauptsache eine Kulturpflanze, die im Mittelmeerraum beheimatet ist.
Die grünen Pflanzen finden noch vor der Blüte Verwendung als Tierfutter.
Weisser Senf dient der Herstellung von Speisesenf.
Als schnell wachsende Pflanze wird er auch gern als Gründünger angebaut.
Gute Nachbarn sind ihm alle Gemüsearten, außer Kohl und Rettich.
 Die frischen, scharf schmeckenden Blätter werden in kleinen Mengen Salaten oder Eintopfgerichten beigemengt. Sie würzen auch Wurst-, Quark- und Eiergerichte. In der indischen Küche wird das Senf-Kraut wie Spinat verwendet.
 Gereinigt würzen die runden Körner pikante Speisen wie Senfgurken, Essigfrüchte, Rote Bete und Marinaden.
 Die Bezeichnung Weißer Senf bezieht sich auf die weißen Samenkörner.

Schwarzer Senf

Schwarzer Senf
Schwarzer Senf Scherenschnitt (c) Erika Bulow-Osborne

 

Der schwarze Senf wird seit Menschengedenken im Mittelmerraum kultiviert.
Seine schwarzen Samenkörner sind geruchlos, entwickeln aber beim Kauen einen stechend scharfen Geschmack.
Seit dem 16. Jahrhundert ist der schwarze Senf in Mitteleuropa als Neophyt bekannt und tritt vor allem als Stromtalpflanze auf.
Als Stromtalwiesen bezeichnet man wechselfeuchte Grünlandgesellschaften der Brenndolden- Feuchtwiesen.
Charakteristisch sind hier die extrem unterschiedlichen Wasserstände.
Es können sich also nur Arten halten, die wochenlange Überschwemmung ebenso tolerieren wie den Stress durch wochenlange Austrocknung.
Die Pflanzengesellschaft besteht aus nässetoleranten Sumpf- und Flutrasenarten, mesophytischen Grünlandarten und andererseits ausgeprägt trockenheitstoleranten Arten aus Steppenrasen und Saumgesellschaften. Eine Reihe extrem seltener und bedrohter Pflanzenarten Mitteleuropas haben in Brenndolden-Feuchtwiesen ihren Verbreitungsschwerpunkt oder sogar ihr einziges Vorkommen.

Wenn im Spätsommer oder Herbst die Wiesen noch einmal gelb erblühen, dann handelt es sich um schwarzen oder weißen Senf, der den Boden als "Zwischenfrucht" bedecken soll, die Auswaschung von Nährstoffen verhindern soll und später zur Humusanreicherung untergepflügt wird.

Weg Senf
Weg Senf (c) Scherenschnitt Erika Bulow-Osborne

 

Ein Bibeltext aus dem Neuen Testament ältester Fassung:
"Und er sprach: Wie sollen wir die Königsherrschaft Gottes vergleichen oder in welchem Gleichnis sollen wir sie darstellen? Wie bei einem Senfkorn, das, wenn es in die Erde gesät wird, kleiner ist als alle anderen Samenkörner auf der Erde; und wenn es gesät wird, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt große Zweige, sodass die Vögel des Himmels unter seinem Schatten nisten können."

Linksammlung

Kommentare: 2
  • #2

    Eva Schmelzer (Sonntag, 01 Juni 2014 15:23)

    Dieser Beitrag ist in doppeltem Sinn nach meinem Geschmack: Ich bin immer für die Historie und andere Informationen über ein alltägliches Nahrungsmittel dankbar – und andererseits esse ich Senf sehr gern 
    So viele Geschichten ranken sich um die Pflanze, aber erst wenn ich darauf gestoßen werde, wie jetzt durch Marion, merke ich, dass ich ihn zwar fast jeden Tag esse, aber ohne weiter darüber nachzudenken und kaum mehr zu wissen, als dass er der Gesundheit nicht schadet. Also danke Euch beiden: Marion und Erika!

  • #1

    Erika Bulow-Osborne (Sonntag, 01 Juni 2014 09:53)

    Erstaunlich ist der Einstieg in Marion Hartmanns Artikel, welcher uns zum Edfu-Tempel in Aegypten entfuehrt, wo Falken gezuechtet wurden und einer jaehrlich die Verkoerperung des Falkengottes Horus darstellte. Die Senf-Glueckspflanze 'Tschi tsao' eingraviert im Heiligsten Ort des Tempels.
    Senf als Heilmittel, Senfumschlaege, Senffussbaeder. Es gibt kaum ein Gebiet, auf dem Senf nicht als notwendig empfunden wurde.
    Der Ackersenf, so unscheinbar, aber so wirkungsvoll bei Depression., so hilfreich bei Immunschwaeche.
    Das Senfoel sorgfaeltig behandelt in einer grossen Kaffemuehle, zweimal gemalen, um nicht nur Schaerfe, sondern vor allem auch aetherische Eigenschaften zu guarantieren. Die Senfherstellung erfordert Ruhezeit und Reife.
    Interessant war der Hinweis auf Most und Mostrich, sowie Mostarde in Frankreich. Dijon und Duesseldorf als Zentralen fuer Senfherstellung.
    Wichtig auch die Lagerung der Tongefaesse im Kuehlschrank, geschuetzt von Licht, Luft und Waerme.
    Dank fuer kulinarische Anregungen und hilfreiche Ideen.