Folge mir auf Facebook

Folge mir auf Twitter

Die wilde Malve

Text: Marion Hartmann

Scherenschnitte: Erika Bulow Osborne

14.06.2019

Scherenschnitt Malve
(c) Erika Bulow Osborne Scherenschnitt Malve

Mit ihren rosa- violetten Blüten wächst sie ganz zaghaft in einigen unberührten Ecken der Großstadt, fast niemand nimmt sie wahr, man scheint nichts mehr zu wissen von ihrer Heilkraft.., die Wilde Malve.

 

Karl der Große gab in seiner Landgüterverordnung "Capitulare de villis" die Anweisung, dass die Wilde Malve in keinem Kloster- oder Bauerngarten fehlen soll.

Bereits vor 5000 Jahren war diese Pflanze mit ihrer Heilwirkung in China bekannt, wie auch Malvensamen in Jungsteingräbern gefunden wurden.

Hidegard von Bingen empfahl die Wilde Malve zu Mus gekocht bei Magenschmerzen, hier auch in der Tierheilkunde bei Magenverstimmungen oder Infektionen des Magen- Darm Trakts.

 

Als Tee lindert die Pflanze Entzündungen der Magen- Darmschleimhaut und sie ist auch in den meisten Husten- und Bronchialtees enthalten wegen ihrer lindernden Eigenschaften bei Husten und Halsschmerzen.

 

Weitere vielerlei Anwendungen und auch kosmetische finden wir in folgendem Link:

 

https://meinequintessenz.wordpress.com/pflanzen/malve/

 

Hochgeschätzt in der Antike wurde sie beispielsweise von Pythagoras als "Allerheiligstes" bezeichnet, weil sie den Geist von schlechten Leidenschaften befreie.

Eine Übergabe von Malvenblättern war in der Antike eine Bitte um Vergebung.

"Die Malve hat eine mässige Kälte. Niemand geniesse sie roh, wenn sie schlimm ist und giftige Säfte hat und diese ebenso an Menschen bewirkt. Gekocht und mit Fett zu einem Muss gemacht, ist sie für den schwachen Magen gut.“ (Hildegard von Bingen)

 

Zu den berühmtesten Freunden der Malve gehörte Johann Wolfgang von Goethe.

Im Garten des Dichterfürsten durfte sie nicht fehlen.

 

http://www.lebensharmonie.ch/docs/w_malve_artikel.pdf

 

In Spanien gibt es ein altes Sprichwort: " Malve im Gemüsegarten lässt den Doktor draußen warten!"

Dies besagt, dass Malven in der Antike schon als Gemüse angebaut wurden

 

Noch steht die Wilde Malve vereinzelt bei uns in Ecken, wo noch kein Rasenmäher der Stadt hinkommt als ein vermeintliches Unkraut, das zwar schön anzusehen ist, aber niemanden etwas nützt, aber doch bemerke ich ein langsames Aufwachen und es sind besonders die Kleingärtner, welche mehr und mehr auch Kinder pflanzenkundlich einbeziehen, so wie es besonders ein Gärtner zum Beispiel machte, dass er seinen Garten hergab zur Umwandlung in eine "Kindergärtnerei", wo man ihn täglich mit den Kindern eines Kindergartens beim Graben und Pflanzen..und wie es gerade heute war..beim Ernten der Himbeeren sieht, das natürlich zur vollen Freude der Kleinen.

 

Die Natur ist eine unermüdliche Bildhauerin - jeden Tag schleift sie ein bisschen hier und da, ganz sachte, seit tausenden von Jahren und erschafft etwas so Wunderbares und erhaben Schönes.

(Dr. Jorgen Asbornsen)

Kommentare: 3
  • #3

    Erika (Dienstag, 25 Juni 2019 14:15)

    Am interessantesten als Gegengewicht zum Maisanbau, empfand ich als sehr gut Martin Degenbecks Forschung fuer den Anbau von Beifuss, Rainfarn und Malve. Es wuerde Schwarzwild fernhalten und alle andern Wildtiere, wie z.B. Feldhamster, haetten eine grosse Auswahl an wertvoller Nahrung. Der Verbrauch von Duenger und Pestiziden waere so gut wie vorbei.

  • #2

    Eva Schmelzer (Mittwoch, 19 Juni 2019 15:46)

    Dieser Artikel Marions ist (so wie alle anderen auch) eine Bereicherung für die Naturwelt. Sie versteht es wunderbar, alles Wichtige, Nützliche und Interessante aus vergangenen Jahrhunderten bis heute zu vereinen. Marion meint,ein „langsames Aufwachen“ gegenüber der Natur zu verspüren, ich empfinde das auch so. Hoffen wir, dass uns das Gefühl nicht täuscht. Übrigens komme ich fast täglich an einer solchen Malvenpflanze vorbei, die schon seit Jahren aus einer Baumscheibe wächst, sie ist bereits sicher einen Meter hoch. Wenn ich übermorgen wieder vorbeikomme, weiß ich eine Menge mehr über sie. Danke, Marion, danke Erika.

  • #1

    Christine (Dienstag, 18 Juni 2019 11:05)

    Prachtvoll, die Zusammenarbeit von dir, liebe Marion, und der unermüdlichen Erika���