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Die Schafgarbe

Text: Marion Hartmann

Scherenschnitte: Erika Bulow-Osborne

20.05.2019

Scherenschnitt Schafgarbe
(c) Erika Bulow Osborne Schafgarbe

Es wäre völlig falsch, über ein Wiesenpflänzchen zu schreiben, wie es die Schafgarbe ist, ohne nicht das ganze Wachsen, Blühen, Krabbeln und fliegendes Treiben einer Wiese einzubeziehen. Mir ist es eigentlich noch nie gelungen, eine Pflanze nur als Heilpflanze für den Menschen herauszustellen, sondern als Teil eines Ganzen, der nicht zu trennen ist von seinem Ökosystem der jeweiligen Pflanzen- und Tiergemeinschaft.

So möchte ich mit dem stockwerkähnlichen Aufbau einer Wiese beginnen mit seinen unterschiedlichen Lebensräumen und empfehle wärmstens folgenden Link:

https://www.planet-schule.de/

 

Man weiß nun Bescheid bis hinunter zu den Wurzeln und auch, was ständiges Mähen von Wiesen anrichtet.

Und hier haben wir auch die Schafgarbe, von der Hildegard von Bingen sagte, dass sie gar feine und wirksame Wundheilkräfte besitzt.., eine warme und trockene Pflanze, deren Name davon rührt, dass Hirten einst beobachteten, wie sich ihre Schafe mit dem Kraut selbst heilten bei Verdauungsbeschwerden.

Und irgendwann hatte man herausgefunden, dass die Schafgarbe auch für den Menschen auf vielerlei Art gut ist

Der folgende Link enthält die Gebrauchsanweisung bei schlecht heilenden Wunden:

 

http://hildegardvonbingen.info/mittel/gewurze-krauter/schafgarbe/

 

Nach Rudolf Steiner steht die Pflanze für verbitterte Freundlichkeit. Die rosa- violette Farbe bestätigt den harmoniefreundlichen Charakter, während sie im Inneren eine Menge Bitterstoffe, besonders in den Blüten, ausbildet. Venus als Blütenverantwortliche macht ihren besonderen Einfluss auf Frauenkrankheiten geltend,

Wer auf Schafweiden genauer hinschaut, erkennt, dass die Schafe nur die Blätter fressen, nicht aber die Blütenstände, Die Blätter sind übrigens auch zum Färben von Wolle geeignet.

 

Rudolf Steiner bezeichnet die Schafgarbe als ein ganz besonderes Wunderwerk. Sie hilft, das Kalium im Kompost so vorzubereiten, dass die Pflanze aus der damit gedüngten Erde genau das entnehmen kann, was sie zum Wachsen benötigt. Außerdem vermittelt die Schafgarbe laut Steiner auch die Wirkung des Schwefels auf die Pflanze in außerordentlicher Weise und trägt so zu einer besonders guten Eiweißqualität bei.

 

In der Literatur beschreibt Goethe in seinem "Götz von Berlichingen" die blutstillenden und kraftgebenden Effekte der Schafgarbe

 

Wenn wir heute über Beschwerden klagen, kaufen wir ein Mittelchen in der Apotheke und haben vergessen, was draußen alles an echten Heilkräutern wächst, aber nicht nur das.., nein, wir sind dabei, ökologische Lebensräume mehr und mehr zu vernichten.

Jeder sollte unbedingt ein Buch des Ethnobotanikers Wolf Dieter Storl im Schrank haben.., nichts ist in dieser Zeit wichtiger als ein Bewusstsein für die Notwendigkeit des Schutzes unserer Natur zu bekommen.

So lange Heilpflanzen nur ins Bewusstsein rücken, wenn man sie selber dringend braucht, ist der Egoismus nicht besiegt.., Egoismus, der für die eigene kleine Welt steht, nicht aber für die Bedürfnisse der Natur.

 

Wir sollten uns ab und zu aus gewohnten Kreisläufen reißen und in aller Seelenruhe draußen schauen, was uns die Natur zu sagen hat.., vielleicht darüber schreiben.

 

"Durch das wissenschaftliche Verständnis ist unsere Welt entmenschlicht worden. Der Mensch steht isoliert im Kosmos da. Er ist nicht mehr in die Natur verwoben und hat seine emotionale Anteilnahme an Naturereignissen, die bis dahin eine symbolische Bedeutung für ihn gehabt hatten, eingebüßt."

(Carl Gustav Jung)

Scherenschnitte: Erika Bulow Osborne

Kommentare: 2
  • #2

    Eva Schmelzer (Mittwoch, 19 Juni 2019 15:18)

    „Wir sollten uns ab und zu aus gewohnten Kreisläufen reißen und in aller Seelenruhe draußen schauen, was uns die Natur zu sagen hat ...“, sagt Marion. Das tue ich sehr gern, aber ebenso gern lese ich ihre Beiträge, denn sie vermitteln ein ähnliches Gefühl, ein Eintauchen in das wahre Schöne und ein zeitweiliges Loslassen dessen, das uns sonst fesselt und belastet. Hinzu kommt, dass ich eine Menge dazulerne, was sich mir beim reinen Betrachten nicht bietet, wie hier bei der Schafgarbe. Und sind die Artikel dann noch mit Erikas Scherenschnitten geschmückt, ist es noch schöner!

  • #1

    Christine (Dienstag, 18 Juni 2019 11:02)

    Danke, liebe Marion, die links sind sehr hilfreich!!�