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Der Hopfen

Text: Marion Hartmann

Scherenschnitt: Erika Bulow-Osborne

12.11.2016

Scherenschnitt Hopfen
(c) Erika Bulow-Osborne Scherenschnitt Hopfen

Wenn man nur einige Jahre zurück geht und diese, meine Wohngegend durchstreift, dann hat man überall Hopfen.

Da windet er sich um alte Zäune und wuchert quasi bis in den Auwald hinein. 

Vielleicht war da auch der Grund des Freiherrn Speck von Sternburg, die in Leipzig berühmte Brauerei zu eröffnen, wo man das gute Sternburg- Bier braute. Und es hat vielleicht auch Goethe bewogen, hier vorbei zu schauen und einen über den Durst zu trinken.

Heute muss man Glück haben, Hopfen noch zu finden, diesen wilden, sich um alles schlingenden.

Genauso wie Schöllkraut, Brombeere, Holunder und Hagebutte, schwand der Hopfen mehr und mehr durch Bauboom gesichtsloser Stadthäuser, dicht an dicht.

Weniger will ich mich bezüglich des Hopfens auf die Bierbrauerei beziehen, sondern möchte ihn als Heilpflanze hervor heben.

Wer sich aber mit dem Hopfenanbau näher befassen möchte, der möge in der Hallertau nachschlagen.

Dieser Landstrich südlich von München wurde 1900 zum deutschen Hopfenzentrum, was Anbau und Handel betrifft.., seit 1966 übrigens das größte Hopfenzentrum der Welt.

Schon die Babylonier und alten Ägypter verwendeten Hopfen zum Bierbrauen.

Siedlungsfunde von Hopfen reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, was besagt, dass der Hopfen da schon als Heilpflanze benutzt wurde.

In Mitteleuropa ist die Pflanze seit der Karolingerzeit belegt, gezüchtet anfangs in Klostergärten, um eine wohlschmeckende Wildspeise zu haben.

Heute ist der Hopfen in mehr als 50 Ländern kultiviert.

http://www.hopfenmuseum.de/index.php?id=2-2-1

Wahrscheinlich breitete sich der Hopfen vom ursprünglich nördlichen Himalya in alle Richtungen aus

Folgender Link bietet einen Überblick von Büchern über und um den Hopfen:

http://www.hopfenmuseum.de/index.php?id=4-5&lang=de

Für Heilzwecke werden ausschließlich die weiblichen Zapfen des Hopfens verwendet.

Der Hopfen zählt zur Gattung der Cannabispflanzen und besitzt psychotrope Eigenschaften.

Hier ist also eine genaue Dosierung vonnöten, damit die beruhigende Wirkung nicht in Halluzinationen umschlägt.

Auch vor der sogenannten Hopfenpflücker- Krankheit sollte man sich vorsehen, eine Dermatitis, die von der Berührung frischer Hopfenzapfen ausgehen kann.

Hopfen macht Arbeit, sehr viel Arbeit!

Nicht umsonst heißt es in einem alten Spruch: "Hopfen will täglich seinen Herrn sehen!"

Wer mehr über die Heilwirkung de Hopfens erfahren möchte, schaue bitte folgenden Link:

http://heilkraeuter.de/lexikon/hopfen.htm

Ich danke Erika Bulow- Osborne für die Bereitstellung ihrer geschnittenen Kunstwerke zum Hopfen!

Kommentare: 1
  • #1

    Eva (Sonntag, 11 Dezember 2016 18:28)

    Wenn man „Hopfen“ hört, denkt wohl jeder als erstes an „Bier“, was ja auch nicht verkehrt ist. Aber welche Bedeutung er darüber hinaus hat, wissen dann schon sehr viel weniger Menschen. Und so geht es mir auch. Lediglich die beruhigende Wirkung war mir bekannt, man findet ihn auch als Medikament in Kombination mit Baldrian. Dieser Artikel Marions klärt aber nun wirklich in allen Einzelheiten auf, zusätzlich angereichert durch die Links.
    Bei Marions Berichten gefällt mir übrigens sehr gut, dass sie auch immer Geschichtliches einfließen lässt, Anekdoten dazu erzählt.
    Und auf Erikas Scherenschnitt, der ja zu Marions Geschichten schon dazu gehört, sieht man förmlich, wie die Pflanze sich emporrankt! Ein runder, schöner Beitrag: Danke!