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Bärwurz

Text: Marion Hartmann

Scherenschnitte: Erika Bulow-Osborne

16.10.2017

Scherenschnitt Bärwurz
(c) Erika Bulow-Osborne Scherenschnitt Bärwurz

Wer sich intensiv mit der Pflanzenwelt beschäftigt, der kommt irgendwann dahin, etwas Lebendes, Webendes hinter der einzelnen Erscheinung zu vermuten.., den Geist der Pflanze.., ein unsichtbares Seiendes.

Die Wahrnehmung der Form und die Untersuchung der Inhaltsstoffe einer Pflanze sagen nicht viel über ihr Wesen aus. Fatalerweise existiert in der heute, esoterisch angehauchten Welt der Pseudoschamanen und Geistheiler eine solche Übertreibung, dass man sie schon als Verzerrung der Wirklichkeit betrachten muss, wie sie eben der Nutzlosigkeit von Personen entspringt, die ganz präzise Vorstellungen schüren, welche ihnen endlich Anerkennung bringen sollen.

Nur ein Beispiel von einer solchen Verzerrung.., die unnatürliche Anschauung eines Baumes, dass gesagt wird: "Umfasse den Baum, spüre seine Energie der Heilung!" Muss es nicht heißen: "Schaue den Baum, spüre, was er braucht.., spüre, was er bedeutet für die Welt!"

 

So muss man auch immer wieder davor warnen, die Heilpflanzen einzig danach zu bestimmen, dass sie ausschließlich zur Heilung menschlicher Krankheiten da sind, denn der Zweck der Pflanze liegt einzig in ihr selbst begründet.

Alles Lebendige hat eine Botschaft für uns. Ganzheitliches Denken, Achtung und Dankbarkeit bringen uns diesen Botschaften näher.., näher, als es die ganze moderne Wissenschaft vermag.

Wie die meisten aller Pflanzen liebt die Bärwurz die Gesellschaft. Umgeben von pflanzlichen Liebhabern frischer bis mäßig trockener Lehmböden fungiert sie als Zeigerpflanze für stickstoffarme, saure Bodenverhältnisse.

Ihre Gesellschafter setzen sich zusammen aus Johanniskraut, Zwergstrauchheiden, Arnika, Heidekraut und Borstgrasrasen. Und alle lieben das Licht wie auch Weiderasen und Geröllhalden.

Bärwurz ist bundesweit als gefährdet eingestuft, namentlich als ein Teil Europäischen Naturerbes.., Charakterpflanze der Bärwurzwiesen in Nordost- Bayern.

Das Wurzelausgraben schädigt die Bestände und ist nach dem Bayrischen Naturschutzgesetz verboten.

Zum Schutz der heimischen Flora wird die Bärwurz von spezialisierten Landwirten angebaut für die Brennereien im Bayrischen Wald, sowie für die Verwendung als Heilpflanze.

Bärwurz als Gewürzkraut mit dem kräftig, deftigen Geschmack.., Bärwurz zur Herstellung von Kräuterkäse.., Bärwurz als alte Heilpflanze, schon eingesetzt bei den griechischen Ärzten des Altertums, später bei Hildegard von Bingen.

In der Hildegard Medizin leistet die Bärwurz große Dienste bei Herzschwäche und Fieber, wogegen sie in der Schulmedizin keinerlei Bedeutung hat.

 

http://www.phytodoc.de/naturheilkunde/hildegard-medizin/hildegard-von-bingen-kraeuterlexikon-der-baerwurz

 

Den Hirten ist es zu verdanken, dass die heilende Wurzel der Bärwurz bis heute genutzt wird.

Zuerst fand man vor Jahrhunderten heraus, dass der bedrohliche Blähbauch bei den Weidetieren sofort entschärft werden konnte bei verabreichter Bärwurz. Und diese Erkenntnis auf Menschen zu übertragen, war nur ein kleiner Schritt.

Fortan fehlte die Bärwurz in keiner Hausapotheke der Waldbewohner.

Gebärwurz nannte man den Doldenblütler später, weil er erleichternd auf die Vorgänge niederkünftiger Frauen wirkte.

Wer einen Bärwurzschnaps im Haus hat, dem ist er gleichermaßen Medizin und Genuss als Original ais dem Bayrischen oder als Bärwurz- Birnen- Honig nach Hildegard von Bingen Rezeptur.

"Als würde man einen großen Topf vom Schimmel reinigen", so wirkt das Hildegard Rezept auf den Organismus. "Wertvoller als Gold", so bezeichnet von der großen Mystikerin selbst.

Sämtliche Naturheilmittel und Gewürze aus der Hildegard von Bingen Medizin kann man in den speziellen "Hildegard von Bingen Apotheken" beziehen, die im Internet verzeichnet sind und wer mehr will, der mag schauen in die internationale Hildegard von Bingen Gesellschaft:

 

http://www.hildegard-gesellschaft.org/neu/

 

Die Bärwurz gehört zur Familie der Doldenblütler, blüht weiß von Mai bis Juni und ihr Geruch ist stark kümmelartig.., deshalb auch Bärenkümmel genannt.

Möge folgende kleine Erzählung über die Bärwurz uns diese Pflanze etwas näher rücken lassen:

 

https://www.e-stories.de/view-kurzgeschichten.phtml?28694

 

Bewusstseinsfördernd und sehr empfehlenswert ist das Buch von Wolf- Dieter Storl: "Ich bin ein Teil des Waldes!" Hier findet man neben der Bärwurz und vielen anderen Pflanzendevas das größte Wissen über die Welt der Pflanzen und Tiere, vereint mit einem hohen Respekt vor aller Schöpfung.

Die Bärwurz, eine Pflanze von Kraft und Vitalität

 

http://heilkraeuter.de/lexikon/baerwurz.htm

 

Mein Dank gebührt Erika Bulow- Osborne für die Zugabe ihrer herrlichen Kunstwerke!

Nachtrag von Erika Bulow-Osborne:

Zum Borstrasen gehören Arnika , Johanniskraut, Drahtschmiele, Borstgras, Kreuzblume, Blutwurz, Katzenpfoetchen, Bergsandglöckchen und Gelber Enzian.

 

Scherenschnitt Bärwurz
(c) Erika Bulow-Osborne Scherenschnitt Bärwurz
Kommentare: 2
  • #2

    Erika (Freitag, 03 November 2017 21:03)

    Baerwurz,Marions Artikel
    Liebe Marion, Du weist darauf hin, dass jede Pflanze erst einmal fuer sich selbst lebt. Sie kann, wie der Baerwurz eine Zeigerpflanze sein, in diesem Fall fuer stickstoffarmen, sauren Boden. Alle ihn umgebenden Pflanzen brauchen Licht. Er ist gefaehrdet, man darf seine Wurzel nicht ausgraben.
    Hoch interessant fand ich die anfangs etwas drastische Art der Bauern, den Blaehbauch bei Rindern mit einer Hohlnadel zu kurieren. Dies eruebrigte sich bald, als Baerwurz dem Futter beigemischt wurde, oder falls Baerwurz ausreichend auf den Weiden wuchs.
    Eigentlich wurde er Gebaerwurz genannt. Heutzutage bauen einige Bauern ihn besonders an, denn er wird bei Menstruationsstoerungen gern verschrieben.

  • #1

    Eva Schmelzer (Freitag, 03 November 2017 14:03)


    Von der umfangreichen Beschreibung der Nützlichkeit des Bärwurz für uns Menschen und seiner Geschichte einmal abgesehen hat mir außerordentlich gefallen, dass Marion sehr deutlich gemacht hat, dass wir eine Pflanze nicht immer nur unter dem Aspekt sehen sollten, wie wertvoll sie für uns ist (oder eben auch manchmal nicht), sondern dass wir verstehen und respektieren müssen, dass sie ein Lebewesen ist, das ein eigenständiges Lebensrecht hat. Und natürlich vergesse ich auch nicht Erika ein Lob auszusprechen für diesen Scherenschnitt, sie hat die Anmut des Wuchses der Pflanze wunderbar getroffen.