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Die Mariendistel

Text: Marion Hartmann

Foto: Marion Hartmann

Scherenschnitt: Erika-Osborne

Lyrik: Silke Kast und Marion Hartmann

07.05.2015

Mariendistel
(c) Marion Hartmann Mariendiestel

Die Distel.

 

Du stachlige Schönheit, was willst Du mir sagen,
Deine Dornen halten mich auf Distanz,
Du bewehrtest Dich scharf, wovor suchst Du Schutz,
wen hältst Du vom Leibe Dir ganz?

 

Doch Du schweigest still, birgst es geheim,
Deines Wesens eigenen Lebens,
Deine Antwort im Schweigen bedeutet allein,
meine Fragen an Dich sind vergebens.

 

(Marion Hartmann/ Foto: Roselies Sokoll)


Was mich zu diesem Bericht geführt hat, ist die Tatsache, dass auf einem schmalen Wiesenstück vor einem der Häuser in unserer Gegend plötzlich eine Mariendistel erschien.

Die ungewöhnliche Erscheinung klärte sich schnell auf, denn genau über der Pflanze ward vor drei Jahren eine kleine Mariendistel in einem Blumenkasten gepflanzt, welche eine Frau aus dem Auwald mitbrachte.

So muss wohl ein Same herunter geweht worden sein, der nach drei Jahren diese Schönheit erwachsen ließ.

Inzwischen wurden sämtliche Dienstleister gebeten, die Mariendistel beim Rasenmähen zu umgehen.

Sie ist eine Königin unter den Heilpflanzen und besonders für Leber und Galle verantwortlich.., die einzige Pflanze, die regenerierend auf die Leber wirkt.

Aber auch für die Entkrampfung des vegetativen Nervensystems ist sie zuverlässig einsetzbar.

In der Tiermedizin ist sie ebenfalls sehr bekannt und ein wichtiges Hilfsmittel zur Behandlung von Leberproblemen.

Sie senkt die Leberwerte, entgiftet die Leber.

Die Mariendistel ist mit ihren kugelförmigen, purpurroten Blüten und ihren herrlichen Blättern - typisch grün weiß marmoriert -  die schönste Distel überhaupt. 

Ich rate immer wieder.., auch wenn ich belächelt werde, einen religiösen Bezug zur Pflanzenwelt herzustellen.., nicht nur den Nutzen zu sehen. Auch der Mensch möchte nicht nur benutzt werden, sondern mit Respekt und Achtung behandelt werden.

Die Forschung hat längst bewiesen, dass Pflanzen auf menschliche Regungen reagieren, wenn auch für unsere Sinne nicht fassbar.

Es war wohl der indische Heilige Paramahansa Yogananda, welcher so lange gütig auf Rosen einsprach, dass sie ihre Stacheln verloren.

Er hatte damit das Unfassbare bewiesen.

Für den medizinischen Gebrauch wird die Mariendistel auf großen Feldern in Österreich, Ungarn, Deutschland, Venezuela, Argentinien und China angebaut.

Sie stammt vor allem aus dem Mittelmeerraum und ist mancherorts verwildert anzutreffen.

Ihren Namen hat sie von der Legende, dass Maria mit dem Jesuskind auf der Flucht vor Herodes auf einem Stein, direkt neben einer Distel stillte.

Einige Tropfen Muttermilch fielen auf ein Distelblatt und die Distel beschloss, dieses Ereignis für immer festzuhalten, in dem sie die herunterlaufende Muttermilch in ihren Blättern konservierte.

Ein ganzes Netz von Sagen spinnt sich um die Mariendistel.

So weiß eine Legende zu berichten, daß das fränkische Heer von einer Epidemie heimgesucht wurde. Ein Engel habe den Kaiser durch ein Wunder auf die Mariendistel als Heilpflanze aufmerksam gemacht. Im 10. Jahrhundert soll Achius, ein sagenhafter König von Schottland, einen Ritterorden gegründet haben, der die Mariendistel als Wappenblume trug.

 

Denken wir stets an den Ausspruch des Konrad Lorenz:

"Nach einem ganzen Leben forschender Tätigkeit weiß ich, dass ich nichts weiß!"

https://www.youtube.com/watch?v=IWccfXdj6d0

http://heilfastenkur.de/pflanze-185-Mariendistel.htm%C2%A0

Scherenschnitt Mariendistel
(c) Erika Bulow-Osborne Scherenschnitt Mariendistel

"Mariendistel"

(Ein Gedicht von Silke K.)


Mariendistel werd ich genannt

und mächtig steh ich da,

doch ein's das sag ich Dir,

komm mir lieber nicht zu nah!

Mit Dornen bin ich voll bestückt,

die bringen Dir bestimmt kein Glück!

 

Im dunkeln, wenn man mich nicht sieht,

und so durch Wald und Wiesen zieht,

stech ich manchmal böse zu, drum sag ich euch:

"Lasst mich in Ruh"!!!

 

Sieh mich nur an -

ich tu Dir weh,

so oft ich kann!

Da fließt er nun, der rote Saft,

hab ich das denn nicht toll gemacht? 

 

Aber schaut mich nicht so böse an,

weil ich auch oft sehr lieb sein kann.

Schmetterlinge lieben mich,

weil ich ihnen Nahrung biet!


Findet man mich auch in der

Medizin.

Die Leber schütz ich gegen Toxin.

Als Tinktur gegen Geschwüre,

oder getrunken als Tee,

helf ich bei vielen weh-wehchen,

ist das denn nicht scheee ???

 

Nun seht ihr es selbst,

ich bin vielleicht doch nicht

so schlecht!

Da gebt ihr mir alle, bestimmt

doch auch Recht!!!

 

Copyright Silke Kast - 20.01.2015


Kommentare: 3
  • #3

    Roselies Sokoll (Montag, 14 September 2015 12:30)

    ist das alles ... einfach wunderschön!! Ich danke euch herzlichst. Deine Naturwelt, Gudrun, mit dem innersten deines Herzens, deiner Seele, all deiner Sinne! Ich bewundere dies, deine Gabe, uns all die Schönheiten erblicken zu können. Sie inspirieren.
    Beeindruckend die Kommentare, die Gedichte, ach, wie nur ist alles so erfüllend!!! Danke vi_elmals, ich kann der Worte kaum finden, um meine Begeisterung auszudrücken. Nehmt ALLE meinen Dank an. Die Naturwelt, sie lässt gar manchen Hader vergessen, nur das Schöne, INNIGE siegt.
    Liebe Grüße von mir. Und bitte, weiter soooo!

  • #2

    Erika (Montag, 01 Juni 2015 17:11)

    Mariendistel
    Ein Gluecksfall besonderer Art: Leipzig hat eine Heilpflanze, gut sichtbar, vor einer Hauswand wachsend, aus dem Samen einer vor Jahren dem Auwald entnommemenen Mariendistel.Marion organisierte Schutzmassnahmen und es geht bestens.
    Selbst wenn die herrlichen Blueten vertrocknet sind, bleibt sie eine grosse Schoenheit durch die grossen, weiss-geaederten Blaetter. Wichtig fuer Tierliebhaber ist der medizinische Wert dieser Pflanze. Marion las viel ueber Arzneikunde, Legende und ueber Yogonandas religioese Erfahrungen.
    Dass Silke Kast und Marion Hartmann Gedichte ueber die Mariendistel verfassten, ist eine ganz besondere, hohe Ehre. Herzlichsten Dank.

  • #1

    Eva Schmelzer (Montag, 01 Juni 2015 14:03)

    Was ist das für ein vollgepackter Bericht von interessanten und schönen Informationen über eine auf den ersten Blick für die meisten Menschen unscheinbaren Pflanze, an der die meisten vorbeigehen oder sie als Unkraut abtun. Glückwunsch dazu! Was alles in ihr steckt, was für Geschichten sich um sie ranken, hast Du wunderschön beschrieben, Marion. Und Silke hat ihr sogar ein Gedicht gewidmet und Roselies mit ihrem Blick für besondere Motive hat sie ganz besonders schön vor der Ziegelwand festgehalten. Vor dem Lesen hab ich ihn ehrlich gesagt aber schnell runtergescrollt, um zu sehen, ob der Scherenschnitt von Erika auch dabei ist, weil ich den von der Mariendistel als sehr schön in Erinnerung habe - und er war da! Alles perfekt!