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Der Wundklee

Text: Marion Hartmann

16.10.2017

Wundklee
Von Fornax - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4041486

Es ist eigentlich etwas eigenartig, dass die Menschen, sowie sie etwas von einer Heilpflanze hören, kaum darüber hinaus kommen, als sie für die Vorbeugung und Heilung bei Krankheiten interessant zu finden.

Bei mir war das früher sicherlich nicht anders, bis ich die Gelegenheit hatte, über Jahre ein Areal zu beobachten, wo vorher DDR Plattenbauten standen und das nach Abbruch dieser in Ruhe gelassen wurde.

Man hatte die Fundamente gelassen und nur den Boden darüber etwas geebnet.

Hier wuchsen nun allerlei Geröll- und Schuttpflanzen empor von einer Vielfalt, wie man es nicht vermutet hat.

Erstaunlich aber auch, dass es im darauffolgendem Jahr wieder ganz neue Arten gab, so dass ich meinte, es müsse irgendeine Intelligenz dahinter stecken, die den Boden nach und nach wieder bereitet.

So gehört auch der Wundklee mit seinen gelben Blüten zu den Schuttpflanzen mit seiner erstaunlichen Fähigkeit, Wunden der Erde zu schließen.

Dort, wo der Mensch Verwerfungen hinterlassen hat.., dort wo er gewühlt und gewütet hat.., dort ist der Wundklee einer der ersten Doktoren, die aus der Erde schießen, um seine bodenheilende Arbeit zu tun, auch in der Vorarbeit, nachfolgenden Pflanzen eine gute Grundlage zu schaffen.

Um sich herum schart er eine Wohngemeinschaft, die von seinen Knöllchenbakterien, welche in seiner Wurzel hausen, profitieren.., eine Zweckgemeinschaft des gegenseitigen Gebens und Nehmens unter der Erde.

Aber man findet ihn auch an Straßenrändern und links wie rechts von Bahngleisen und befindet sich stets in der Gefahr, als Tunichtgut herausgerissen oder wegrasiert zu werden.

Es fiel in diese Zeit meiner Beobachtungen, dass in unserer Bibliothek Bücher aussortiert und an Interessenten verschenkt wurden, darunter zufällig ein Buch über Schuttpflanzen von Dr. Michael Lohmann.. Naturschützer und Buchautor der Sonderklasse, welcher mit unzähligen Büchern über Pflanzen und Tiere die Welt bereicherte.

 

http://fotoalbum.naturerlebnis-chiemsee.de/Fotografen/Fot-ml-Michael_Lohmann-640pix.jpg.html

 

Für Wildbienen ist der sonnengelbe Wundklee eine tolle Nektarweide und der kleinste Tagfalter Deutschlands.., der Zwergbläuling.., nutzt ihn als Futterpflanze. Seine Raupen fressen ausschließlich nur auf ihm und dem Blasenstrauch, so dass man wieder sagen kann.., es gibt keine unnützen Pflanzen.

Je nach Standort vermag der Wundklee seine Gestalt zu verändern.., er kann kontrolliert, aber auch wuchernd wachsen.

Und wieder war es kein anderer, als ein Anthroposoph.., Dr. Rudolf Hauschka.., welcher unter anderem die speziellen Künste des Wundklees erkannte, neben seiner medizinischen Nützlichkeit auch seine ganz besondere Wirkung auf die Haut, was seinen Weg in die Kosmetik markierte.

Folgender Link zur Erläuterung:

 

https://www.wala.de/marken/drhauschka/

 

Es gibt den Wundklee in vielen Varianten, aber es ist der Echte Wundklee, welcher zu Heilzwecken eingesetzt wird und der über ganz Europa verbreitet ist.

Da seine gelben Blüten oft rot überlaufen sind, sah man früher darin die Zeichen der Wundheilung und er wurde zum Doktor für Wunden und Geschwüre neben seiner Kraft, hustenstillend zu wirken.

 

http://www.heilkraeuter.de/lexikon/wundklee.htm

 

Die Tieflandform des Echten Wundklees ist eine gute Futterpflanze, nimmt aber durch Eutrophierung und Rückgang der Schafweiden ab.

Die Pflanze selbst ist düngerfeindlich.

Bleibt zuletzt zu sagen.., unsere Natur hat es verdient, dass wir ihr Aufmerksamkeit schenken und dass, wenn uns eine Heilpflanze begegnet, wir auch um ihre Nützlichkeit außerhalb des Menschen schauen müssen, denn wie unendlich viele Pflanzen gab es auch den Wundklee schon vor dem Menschen.

Erst das Beilegen des Egoismus lässt uns tiefer eindringen in die Welt der Schöpfung.

Mein Dank an Erika für die wunderschönen Schnitte!

Scherenschnitte Wundklee Erika Bulow-Osborne

Kommentare: 2
  • #2

    Erika Bulow-Osborne (Freitag, 03 November 2017 20:58)

    Liebe Marion Dein "Wundklee" Artikel koennte mit der nur selten verwendeten Signaturlehre ein gutes Beispiel sein, denn die Bluetenknospen sind oft rot ueberlaufen.
    Alle zehn Staubblaetter sind verwachsen und bilden eine Roehre, welche von Faltern und von Hummeln gern besucht wird. Hier kommt ein 'Pumpen' zm Einsatz.
    Pollen entleert sich in die Knospe, der Griffelkolben drueckt das Schiffchen herunter und die Spitze wird entleert. Erst wenn die Oberflaechen Zellen zerrieben sind, wird die Narbe klebrig.
    Ebensso wichtig finde ich Deine genauen Beobachtungen ueber die verschiedenen Wohngemeinschaften. der Pflanzen. Du sahst einige Neue kommen und dann verschwinden .Sie wurden von weiteren neuen Pflanzen abgeloest und, wo Du Verwerfungen im Erdreich sahst, wuchs der echte Wundklee. Sehr wichtig waren fuer Dich ein Buch von Dr Michael Lohmann ueber Schuttpflanzen und die Erkenntnisse Dr. Rudolf Hauschkas fuer seine Hautpraeparate und Salben. Danke fuer Deine aufmerksamen Beobachtungen.

  • #1

    Eva Schmelzer (Freitag, 03 November 2017 14:30)

    Als ich las, an welcher Stelle Marion dem Wundklee begegnet ist, war ich erstaunt, was sie sonst noch berichtet hat über diesen Schuttplatz, war angetan von der Theorie, dass eine fremde Intelligenz diesen Reichtum an einem ansonsten unwirtlichen Ort schafft. All das kann man nur denken, wenn man lange beobachtet, auch kleine Veränderungen bemerkt und das für andere Unscheinbare wahrnimmt. Regelrecht berührt hat mich auch die Beschreibung der “Wohngemeinschaft”, die Symbiosen, die das Miteinander bilden. Einst, wenn die Ära des Menschen auf der Erde vorüber ist und nur noch seine Städte und Straßennetze stehen, werden sich sehr schnell solche pflanzlichen “Heiler” über allen Spuren des Menschen verbreiten und keine Hand wird sie daran mehr hindern.
    Danke auch für die Links und Erikas Bebilderung!