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Nachhaltigkeit

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Tropical Freaks

Ein paar Bemerkungen zur Fütterung der Greifvögel

Text und Fotos: Jürgen Engelmann

12.12.2019

Bussard
(c) Jürgen Engelmann Bussard
Bei Frost und Schnee leiden nicht nur die Kleinvögel unter Futtermangel, auch die Greifvögel, allen voran der Mäusebussard. Er ist kein Jäger, wie der Habicht oder der Falke oder der Milan. Dazu ist er zu plump und zu behäbig, nicht flink genug, um bewegliche Beutetiere zu jagen. Der Bussard sitzt auf einem erhöhten Platz und wartet auf Beute, in der Hauptsache auf Mäuse. Er frisst auch Regenwürmer, Heuschrecken, aber die sind ja im Winter auch nicht da. Und so ist er auf Aas angewiesen, auf verendete oder überfahrene Tiere. Er begibt sich bei Letzteren in große Gefahr, weil er herannahenden Fahrzeugen nicht so schnell ausweichen kann, wie andere Vögel. Und wenn der Autofahrer nicht reagiert, dann ist es oft zu spät.
Aus diesem und anderen Gründen füttere ich im Winter hauptsächlich die Bussarde.
Was ich jetzt schreibe gilt für alle, die die Möglichkeiten dazu haben und auch füttern wollen. Also entweder einen großen Garten mit offener Fläche, oder eine Wiese oder einen Acker hinter dem Haus, oder eine Obstplantage in der Nähe. In solch einer füttere ich.
Viele Möglichkeiten habe ich probiert und bin dann mit einer davon am besten zurechtgekommen, vor allem aber die Greife. Auf den Bildern wird dann das zu sehen sein, was ich versuche zu beschreiben.
Ich habe auf einer Fläche von etwa 15 x 15 Metern Sitzpfähle mit Querhölzern darauf in den Boden gebracht. Höhe beliebig, so dass man an die Querhölzer noch herankommt. An diese Querhölzer oder kurz darunter in den Pfahl habe ich Haken eingeschraubt, an denen ich das Fleisch einhänge. Das sind in der Regel Hähnchenkeulen, ganz oder geteilt und Hähnchenflügel. Die Bussarde sitzen zunächst auf den umstehenden Bäumen, sichern und fliegen dann auf die mit Fleisch bestückten Pfähle. Entweder fressen sie gleich auf dem Querholz, oder sie hängen das Fleisch aus, das haben sie gelernt, und fliegen damit an einen für sie sichereren Ort.
Warum verteile ich das Fleisch nicht auf dem Boden ?
Wer das von den Hühnern kennt, der weiß, du kannst 10 Stückchen Fleisch hinlegen, alle werden hinter dem her sein, der mit dem ersten Stück auf der Flucht ist. Ich vermeide mit den Sitzpfählen Verletzungsmöglichkeiten. Es kommt selten vor, dass ein auf dem Holz sitzender Vogel attackiert wird.
Warum hänge ich das Fleisch an Haken ?
Ich hatte es anfangs auf die Querstange gelegt. Das lag aber nie länger, als 5 Minuten, dann hatten es Eichelhäher oder Elster herunter geworfen. Zum Mitnehmen war es für sie zu schwer und so haben sie jeden Pfahl ausprobiert, bis nach kurzer Zeit nirgends mehr etwas drauf war, sondern unten lag. Auch für sie und auch für die Rabenkrähe ist es besser, wenn das Fleisch befestigt ist, dann können sie sich Stücke herausreißen.
Das Angebot wird gern angenommen. Einmal waren 13 Bussarde zugleich da.
Es ist auch erstaunlich, woher sie kommen. Ich fotografiere die Ringe, Flügelmarken oder bei Farbmarkierung den ganzen Vogel, schicke die Bilder nach Hiddensee zur Beringungszentrale und bekomme Protokolle zurück mit den Daten – wann und wo beringt, wo zuhause, wie alt usw. Hochinteressant. Der am weitesten entfernte Bussard kam aus 30 km Entfernung. Aber nicht jeden Tag geflogen, der hat hier in der Nähe der Futterstelle übernachtet.
Eine Gabe am Tag reicht. Es kommt aber darauf an, dass man die Anzahl, die sich auch verändert, kennt. Ein Bussard ist in der Lage, 2 Hähnchenkeulen hintereinander zu fressen.
Ganz wichtig: Wer andere Greifvogelarten bei sich hat, wie Rotmilan, bitte das Fleisch nicht befestigen. Der Rotmilan pflückt es im Flug herunter. Bei befestigtem Fleisch, kann er sich schlimm an den Beinen verletzen. Wer nicht sicher ist, dann lieber für alle das Fleisch auf den Erdboden. Wer nur Milane in seiner Gegend hat, bitte das Fleisch so platzieren, dass der Vogel ungehindert an-und abfliegen kann, eben weil er sich nicht setzt, sondern es im Flug aufnimmt und oft auch im Flug frisst.
Bussard und Elster
(c) Jürgen Engelmann Bussard und Elster

 

Nicht erschrecken. Der Bussard frisst nicht die Elster. Das war für mich wie ein Wunder - in der Not fallen Grenzen weg. Sonst mögen die sich nicht und gehen sich möglichst aus dem Wege. Hier hatte sich der Bussard ein Stück ausgehängt und hat ohne zu mucken, die Elster mitfressen lassen. Das hat mich sehr berührt.

 

Bussard mit gefärbten Federn
(c) Jürgen Engelmann Bussard mit gefärbten Federn

 

Dieser Bussard hat eine Farbkennzeichnung, die aufgesprüht wurde. Hier war ein Team von Wissenschaftlern dran, die anhand der verlorenen Federn, die Reihenfolge der Mauser beobachtet haben.Ein Vogel verliert ja zur Mauser nicht alle Federn zugleich, dann wäre er ja flugunfähig und damit so gut, wie tot.

 

weißer Bussard
(c) Jürgen Engelmann weißer Bussard
Kolkrabe
(c) Jürgen Engelmann Kleiner Mitesser Kolkrabe
Kommentare: 3
  • #3

    Roland Hinke (Samstag, 28 Dezember 2019 14:53)

    Tolle Idee! Aus meinem Arbeitszimmer blicke ich auf eine Bauernwiese, dahinter ein Wald am Fuß der Kampenwand. Ich werde den bauern fragen, ob ich über den Winter eine solche Stange aufstellen darf. Wenn sie im Sommer zur Zeit der Wiesenmahd wieder weg muss, ist es ja nicht schlimm. Sollte ich Erfolg haben, werde ich davon berichten. Vielleicht sogar mit Bild.

  • #2

    binia Lippuner (Donnerstag, 19 Dezember 2019 23:30)

    ein sehr intressanter beitrag habe ich alles nicht gewusst auch dass der milan im fliegen frisst ist mir neu. da kann man noch im hohen alter noch viel lernen. das würde ich auch gerne machen aber meine füsse tragen mich nicht mehr vielen dank für die fotos und die gute erklärung . das sollte an alle tierhüter gesandt werden damit sie auch helfen können ich weiss eine region mit vielen milanen praktisch keine bussarde aber dafür viel milane

  • #1

    Barbara Altun (Montag, 16 Dezember 2019 12:21)

    Tolle Tipps und wunderschöne Fotos!! Leider kann ich nicht mitmachen. Viel Erfolg und vielen Dank!