Folge mir auf Facebook

Folge mir auf Twitter

Nachhaltigkeit

Unter dieser Rubrik möchte ich künftig Produkte vorstellen, die sich durch besondere Nachhaltigkeit auszeichnen.

Ressourcen schonen, die Natur entlasten, Chancengleichheit fördern, das alles kann die Menstruationstasse Ruby Cup

Wie wäre es mit einer Waschkugel, die sicherstellt, dass wir nie wieder Waschmittel benutzen müssen und nie wieder mehr als mit 30° Wäsche waschen? Ein Traum oder? Alle Infos hier

OrganicMom

Ihr wollt endlich ernst machen mit dem nachhaltigen Lebensstiel? Kein Plastik mehr, keine Naturzerstörung? Dann gibt es hier neue Produkte, welche Ihr auf Eure Liste setzen könnt.

Tropical Freaks

Die Kaffee-TrinkerInnen entscheiden darüber, ob die 100.000 km² Kaffee-Anbaufläche ein naturnaher Lebensraum für Kolibris und viele andere Tiere ist -- oder Monokultur, die ohne Rücksicht auf die Umwelt billigen Kaffee produziert.

Kanwan

Zerstörung der Natur in unseren Städten

Text und Foto: Ulrike Beschow

11.07.2020

Sonnenuntergang a der Ems
(c) Ulrike Beschow Sonnenuntergang an der Ems

 

Wir wohnen jetzt schon fast 9 Jahre in Greven, einem kleinen, beschaulichen Städtchen in NRW. Allerdings nennen wir ein winziges Häuschen in den Emsauen unser zu Hause, etwas abgelegen von der Zivilisation und ohne direkte Nachbarn. Wenn wir vor das Haus treten hören wir das Gezwitscher der Vögel und können zahlreiche Vertreter der unterschiedlichsten Arten an unserem Futterplatz beobachten. Selbst die Eichhörnchen kommen auf die Terrasse und holen sich ihre Nüsse ab. Leider müssen wir dieses Jahr feststellen, daß die Blaumeisen komplett verschwunden sind, wir vermissen dieses lustige Völkchen sehr. Dafür hat sich der Mittelspecht seit zwei Jahren bei uns niedergelassen. Da wir in der Stadt keine weiteren Kontakte pflegen, was ich sehr schade finde, bin ich nicht immer so auf dem Laufenden. Es ist aber auch nicht so einfach Menschen mit gleicher Wellenlänge zu finden. Smalltalk ist nicht so unser Ding. Aber ich habe jetzt über den NABU Steinfurt über eine seltsame Sache hier aus der Stadt Greven erfahren. Auf dem Weg nach Norden fließt die Ems, sie mündet knapp 30 km nordwestlich von Emden in die Nordsee, durch das Münsterland und auch direkt durch Greven. In Greven ist sie ein Naturschutzgebiet. Dieser Bereich der Ems ist Teil eines durchgehenden Biotopverbundkorridors und genießt als Naturschutzgebiet den höchsten nationalen Schutz und als FFH- Gebiet (Flora- Fauna- Habitat) den höchsten europäischen Schutz. Seit dem Jahre 2008 gibt es die Initiative "Greven an die Ems", was so viel bedeutet wie, wenn schon unbedingt Natur dann nur mit trinken und feiern. Konkret heißt das, Open-Air-Konzerte mit bis zu 3000 Menschen, Bluegrass- Festival, Mittelaltermarkt und diverse andere Veranstaltungen. Eine Emsbaech- Bar darf natürlich nicht fehlen, im Auenbereich. Nehmt mir den sarkastischen Unterton nicht übel, aber wir können die Zerstörung unserer Natur nicht mehr länger zusehen, sodass man nicht allen freundlich übers Haupt streicheln kann. Was in den letzten Jahren von Seiten der Naturschutzverbände alles unternommen wurde, entzieht sich leider meiner jetzigen Kenntnis. Auf jeden Fall wird hier deutsches und europäisches Recht vollkommen ignoriert. Seit der widerrechtlichen Nutzung des Naturschutzgebietes hat eine ständige Verschlechterung des Gebietszustandes stattgefunden. Die Stadt Greven hält es anscheinend auch nicht für nötig, dieses Gebiet als Naturschutzgebiet zu kennzeichnen. Laut Aussage von Peter Hamelmann (Greven Marketing) ist "Greven an die Ems" "längst Teil der Identität der Stadt Greven" und "der Naturschutz seit Beginn der Initiative Teil des Konzeptes". Was bitte hat das mit Naturschutz zu tun? Die Stadt Greven wusste um eine jährlich einzuholende Befreiung durch den Naturschutzbeirat, diese ist seit 2008 nicht erfolgt. Ich möchte hier auf die Hompage des NABU Steinfurt verweisen mit einem offenen Brief des Geschäftsführers Gisbert Lütke an den Bürgermeister der Stadt Greven Peter Vennemeyer, SPD. Des Weiteren hat es am 27.06. 2020 einen Artikel in den "Westfälischen Nachrichten", Grevener Anzeiger zu diesem Thema gegeben. An dieser Stelle möchte ich kurz noch andere Missstände in dieser Stadt aufzeigen: -Letztes Jahr im April wollte man den Naturschutzverbänden in Räumen der Bezirksregierung Münster Emsauenkollektoren zur Erdwärmegewinnung, im Naturschutzgebiet unterjubeln.

 

-Vor kurzem hörte ich zufällig im Radio über die Diskussion: Wie bekommen wir unsere Städte kühler? Vor ein paar Jahren wurden mitten in der Stadt Greven mehrere alte Kastanien gefällt um einem Platz aus Beton platz zu machen, welcher sich bei den teilweise hohen Sommertemperaturen wunderbar aufheizt. -Regelmäßig werden die Bäume und Sträucher auf bestialische Weise verstümmelt um Pellets verkaufen zu können. Auf die Art und Weise wird das aber nicht funktionieren. Auch hat die Stadt Greven dem Bau von zwei Hühnerställen mit jeweils 14990 Hühnern zugestimmt, also Massentierhaltung. Wären es pro Stall 10 Hühner mehr gewesen, hätte müssen der Kreis zustimmen, aha. Der NABU hat nach Erteilung der Baugenehmigung Klage beim Verwaltungsgericht Münster eingereicht. Nach Aussage des einen Betreibers, erfüllt er sich einen Kindheitstraum. Was muß das für eine Kindheit gewesen sein?

 

Wahrscheinlich könnte ich die Liste noch weiter fortsetzen, mit dem Wissen, dass es nur eine von vielen Städten ist, wo es nicht anders abläuft. Aber lasst uns nicht aufgeben und verzagen, jeder Einzelne ist wichtig.

 

 

 

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.
(Weisheit der Cree- Indianer)

 

 

 

Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Freitag, 17 Juli 2020 15:45)

    Ulrike hat auf sehr eindringliche Art deutlich gemacht, wie sehr es auf jeden Einzelnen ankommt, die Natur zu schützen. Und zwar nicht nur in seinem eigenen Garten oder Balkon, sondern auch mit seiner Stimme, die er erheben sollte, wenn dagegen verstoßen wird. Denn trotz Arten- und Insektensterbens, trotz des Wissens darum, wie wichtig jeder Baum, jede Grünfläche in einer Stadt ist, um sie auch für den Menschen lebenswert zu machen, wird das leider von den Gemeinden immer noch und immer wieder ignoriert.