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Die Ringelnatter

Text und Fotos: Sven Bieckhofe

24.06.2018

Ringelnatter
(c) Sven Bieckhofe Ringelnatter

Die Ringelnatter (Natrix natrix)

Diese sehr schöne und elegante Schlange, die zur Familie der Nattern zählt, ist in Deutschland die am häufigsten anzutreffende Schlangenart. Sie steht unter strengem Schutz und darf laut Gesetz nicht belästigt werden! Sie steht auf der ROTEN LISTE der gefährdeten Tiere unter dem Status "gefährdet", in Nordrhein-Westfalen inzwischen sogar unter "stark gefährdet"! Junge Exemplare ernähren sich von kleinen Fischen oder Kaulquappen. Erwachsene Schlangen jagen Frösche ,Kröten, Molche oder Mäuse. Größere Beute wird dabei umschlungen und somit geschwächt. Die Ringelnatter ist jedoch keine Würgeschlange. Sie verfügen über eine Giftdrüse, die jedoch nur ein schwaches und für den Menschen ungefährliches Gift absondern kann. Das Gift befindet sich im Speichel des Tieres und vermag lediglich kleine Beutetiere zu lähmen, wobei allerdings vermutet wird, dass es primär der Vorverdauung dient. Der Unterschied zu den eigentlichen Giftschlangen besteht darin das ihnen die Giftzähne und die Giftkanäle fehlen. Somit wird das Gift bei einem Biss mit dem Speichel vermengt und extremst verdünnt, das sie für den Menschen und Größere Säugetiere harmlos ist. Werden sie gestört, ergreifen sie die Flucht und ziehen sich in eine Bodenhöhle oder in dichtes Gestrüpp zurück. Sind sie an der Flucht gehindert, nehmen sie eine Angriffsstellung ein. Hierbei flachen sie ihren Kopf ab und gehen in eine Art S-Stellung, die sehr der einer Kobra ähnelt. Dabei stoßen sie mit dem Kopf in Richtung des Angreifers (ein paar Zentimeter neben das Ziel), was oft so aussieht als würden sie beißen wollen. Da das Maul dabei geschlossen bleibt, handelt es sich hierbei um eine Scheinangriff. Bei Gefahr gibt sie allerdings ein stinkendes Sekret ab. Reicht das nicht aus dreht sie sich auf den Rücken und läßt dabei die Zunge heraushängen. So wird dem Gegner vorgetäuscht er hätte es mit einer toten, verwesenden Schlange zu tun. Ein deutliches Erkennungsmerkmal sind 2 hellgelbe Halbmonde an den Seiten des Hinterkopfs. Die Männchen werden bis zu einem Meter lang. Die Weibchen erreichen eine Länge von bis zu 130 Zentimetern, manche sogar bis zu zwei Metern, außerdem sind sie sehr viel dicker als die Männchen. Ringelnattern können in der Natur 20 bis 25 Jahre alt werden. Die Fotos, die Ihr hier seht, entstanden unter größter Rücksichtnahme auf das Reptil und unter Aufwendung von sehr viel Geduld!

Bitte zum Vergrößern auf das Bild klicken. Alle Fotos von Sven Bieckhofe

Kommentare: 1
  • #1

    Erika (Freitag, 20 Juli 2018 21:48)

    Eine Ringelnatter in solcher Vielzahl besonderer Aktivitaeten zu erleben, erforderte bestimmt von Dir einen grossen Zeitraum an intensiver Beobachtung.lieber Sven.Ich finde es sehr dankenswert, dass Du Dir dafuer die Zeit nahmst. Das Ergebnis ist entspeechend beeindruckend.
    Ringelnattern brauchen vielseitige Bereiche, weil sie ihre Koerpertemperaturen angleichen. Den Winter verbringen sie in Bauen. Die Paarung mit vielen Maennchen bei einem Weibchen wird auch sehr lang gedauert haben.
    Auf einer Reise vor einigen Jahrren zum Spreewald erinnere ich mich an gekroente, gekreuzte Schlangenkoepfe mit Krone. 'Der Schlangenkoenig'lautete das Maerchen. Ringelnattern wurden sehr geschaetzt man gab ihnen Milch.