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Der Kormoran

Text und Scherenschnitt: Erika Bulow-Osborne

Fotos: Gudrun Kaspareit

09.08.2018

Scherenschnitt Kormoran
Scherenschnitt Kormoran Erika Bulow-Osborne

Der Kormoran, Great Black Cormorant, Phalacrocorax carbo.

Kein anderer Vogel ist so viel gejagt worden. Man versuchte ihn 1985 in Mecklenburg Vorpommern auszurotten. Sogar im dortigen Naturschutzpark wurde er mit allen Mitteln getötet. Dieses drastische Vorgehen, ohne wirklich triftigen Grund, brachte weltweite Empörung und führte dazu, dass sofortige Gegenmaßnahmen verbindlich wurden und der Kormoran unter Schutz gestellt und zum Vogel des Jahres 2010 in Österreich und Deutschland erklärt wurde.

Der Kormoran ist ein sehr schöner Vogel. 1978 war er nur sehr selten, am ehesten an der Küste zu finden, mit flachem Schnabel und einem Haken an der Spitze, um die Fische aufspießen zu können. Seine Spannweite beträgt 121-149 cm, er ist 77-94 cm lang. Seine Beine und Füße sind schwarz.

Sehr passend fand ich die Beschreibung bei Wikipedia über die glänzende Schwärze des Oberflügels , ''fast geschuppt'' sähe es aus.

Sehr wichtig war auch die stattliche Aufzählung aller natürlichen Feinde (außer dem Menschen): Marderhund, Waschbär, Mink, Rotfuchs, Habicht, Seeadler, Steinadler, Uhu, Silbermöwe und Nebelkrähe.

Das Gelege hat 3-4 Eier , welche 23 -30 Tage bebrütet werden.

Kormorane nutzen Gelegenheiten für Beute, wie sie sich bieten. Sie brauchen kleine und mittelgroße Fische, ein halbes Pfund für jeden Vogel pro Tag. Krabben, Garnelen, mal eine Bisamratte oder Brand-Ente. Weißfische sind ohne Interesse für Angler, Karpfen, Äsche und Salmoniden eher. Kleine Beute verschlingt der Kormoran beim Tauchen. In freier Natur und unter Schutz können Kormorane ein Lebensalter von 20 Jahren erreichen. Bis zu 16 Meter tief, etwa eine Minute, können sie tauchen. Sie fetten ihre Federn nicht ein, werden also total nass und müssen dann sehr lange fächelnder Weise sitzen und das Gefieder trocknen lassen.

Man beobachtete an der Donau, dass Kormorane im Verbund mit Pelikanen tauchen.

In China nutzt man gezüchtete Kormorane mit Halsband, sie tauchen und bringen Fisch um Fisch zum Kahn. Dafür erhalten sie Stücke von Fisch oder kleine Fische. Dies wird nachts durchgeführt in ganzen Gruppen. Das Halsband verhindert ein Schlucken der Beute.

Wie wäre es wenn diese alte Methode hier wieder eingeführt würde? Den Anglern und Fischern wäre viel Arbeit erspart.

Dem Kormoran geht es wieder gut unter den Schutzmaßnahmen. Der Kormoran muss als hervorragender Fischfänger angesehen und geachtet werden.

Ökologische Einhaltung genau vorgeschriebener Fischereiquoten sollte überall eingehalten werden und es wäre an der Zeit, den Kormoran voll anzuerkennen.

Bitte auf die Bilder klicken, um sie zu vergrößern

Kormorane
(c) Ronals Hörstmann Kormorane
Kommentare: 2
  • #2

    Ronals Hörstemann (Mittwoch, 15 August 2018 16:35)

    Tja, Gudrun, der Kormoran ist auch einer meiner Lieblingsvögel. Ein eleganter Vogel wenn er tief im Wasser liegt. Aber er ist "natürlich" an allem schuld, wenn der Fischbestand nicht so ist, wie sich das z.B. die 120 Bodenseefischer vorstellen. Ach, ich will das Thema nicht wieder aufgreifen. Ich möchte mich freuen. Anbei ein Foto von mir.





    Mit besten Grüßen

    Ronald Hörstmann

  • #1

    Eva Schmelzer (Mittwoch, 15 August 2018 15:54)

    Kormoranen begegne ich immer, wenn ich in einem der vielen innerstädtischen größeren und auch kleinen Parks bin, denn zu allen gehört immer Wasser. Ich freue mich über die unverkennbare Haltung, wenn Kormorane nach einem Tauchgang auf einer Erhöhung sitzen und die Flügel ausbreiten, um ihr Gefieder zu trocknen. Leider wird ihr Leben aber jetzt wieder durch den Menschen bedroht, seit in NRW die CDU an der Regierung ist mit einem katastrophalen Umweltschutz. Es wird darauf gedrängt, dass der Vogel wieder abgeschossen werden werden darf. Diese geplante Verordnung ist ein Angriff der Regierung an den Naturschutz, der einseitig der Angler- und Fischzüchterklientel Rechnung trägt. Der Kormoran ist nach jahrzehntelanger Verfolgung und Ausrottung endlich wieder Brutvogel in NRW. Es kann in keiner Weise von einer Überpopulation gesprochen werden. Er ist nicht für den Rückgang von seltenen Fischarten verantwortlich, sondern allein die Verbauung der Gewässer, der Verlust der Strukturvielfalt an Bächen und Flüssen, sowie die Gewässerverschmutzung durch Landwirtschaft und Industrie. Hoffen wir inständig, dass es nicht so weit kommt oder dass eine Rechtswidrigkeit ein solches Gesetz verhindert.
    So ... das musste ich erst mal loswerden, bevor ich Erika ganz herzlich danke für ihren informativen Bericht mit den herrlichen Illustrationen.