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Das Schwalbenschwanz Projekt

Text: Olivier Fiechter, Gudrun Kaspareit

Fotos: Olivier Fiechter

21.05. 2015

Schwalbenschwanz
(c) Olivier Fiechter Schwalbenschwanz

"Noch kurz bevor das große Tief über uns gezogen ist, das eine Woche Regen bringen soll, habe ich über Mittag etwa 60 Eier und eben geschlüpften Schwalbenschwanzräupchen im Garten eingesammelt. Nun beginnt wieder die tolle Schwalbenschwanz-Aufzucht und ich hoffe, das wir in diesem Sommer wieder viele fliegen lassen können.
Seit wir dieses Projekt vor 5 Jahren gestartet haben, fliegen bei uns im Dorf immer mehr Schwalbenschwanz-Schmetterlinge in den Gärten. Seit letztem Jahr haben wir das gleiche Projekt in einem zweiten Dorf gestartet und hoffen, das sie sich auch dort wieder selbst vermehren. Wiesenkerbel ist eine ihrer wichtigsten Pflanzen auf den Wiesen und Ackerränder, leider gibt es nicht mehr viele davon, zudem werden sie viel zu früh gemäht, so das die Schmetterlinge keine Zeit haben, sich zu verpuppen."

(Olivier Fiechter)


Schwalbenschwanz
(c) Olivier Fiechter Schwalbenschwanz

Überall muss man der Natur beistehen und ihr beim Überleben helfen.

Da Schwalbenschwänze immer seltener zu sehen sind, gibt es zunehmend Initiativen, die den Schmetterlingen helfen sollen. In Deutschland gilt er als gefährdet und befindet sich auf der Vorwarnliste der roten Liste.

Schmetterlings-Eier und die gerade geschlüpften Räupchen werden eingesammelt und sicher vor Fressfeinden und anderem Unbill aufgezogen. Z.B. in Gewächshäusern, wo sich die kleinen Raupen dann über Weinraute und Bio-Möhren-Pflanzen hermachen, bis sie dick und rund sind und sich verpuppen. Im August schlüpfen dann die erwachsenen Falter und benötigen geeignete Nektarpflanzen, wie Schmetterlingsflieder. Auch eigens angelegte Blumenwiesen sind gut für sie.

Es ist jedes mal ein Spektakel, wenn die erwachsenen Schwalbenschwänze alle gleichzeitig in die Freiheit entlassen werden.


Schwalbenschwanz
(c) Olivier Fiechter Schwalbenschwanz

Das Ei des Schwalbenschwanzes ist zunächst gelb, später ist es durchsichtig und sieht schwarz aus, da die kleinen Raupen schwarz sind. Nach dem Schlupf futtern sie als erste Kraftmahlzeit ihre eigene Eihülle. Die Raupe verändert mehrmals ihr Aussehen. Als kleines Tierchen sieht sie zur Tarnung aus wie Vogelkot, da Vögel ihren eigenen Kot nicht fressen. Wenn sie größer und dicker wird, funktioniert das nicht mehr, daher nimmt sie dann die Warnfarben an, die im Tierreich signalisieren, <Achtung, ich bin giftig> Sie ist grün-schwarz gestreift mit orangen Punkten. Wenn die Raupe ausgewachsen ist, wird sie sich verpuppen und in ein Seidengespinst einschließen. Nach der Metamorphose schlüpft dann ein wunderschöner Schmetterling.

Schwalbenschwanzraupen
(c) Olivier Fiechter Schwalbenschwanzraupen

Im Garten findet man die Raupen auf Möhren, Fenchel, Dill, Petersilie, Liebstock und Weinraute. In der Wildnis bevorzugt die Raupe Bibernell, Kümmel, wilde Möhre und Engelwurz. Diese Pflanzen gedeihen auf artenreichen Magerwiesen, die leider immer seltener werden.


Der Schwalbenschwanz kommt hier in zwei Generationen vor. Im Frühjahr schlüpfen die ersten Raupen, werden erwachsen und verpuppen sich. Die Falter, die dann schlüpfen, begründen die zweite Generation. Sie legen ihre Eier, alle einzeln, an die Futterpflanzen. Die zweite Generation überwintert als Puppe.

Eier und Raupen des Schwalbenschwanzes
(c) Olivier Fiechter Eier und Miniraupen des Schwalbenschwanzes
Kommentare: 2
  • #2

    Eva Schmelzer (Montag, 01 Juni 2015 13:52)

    Es war mir eine Freude, diesen Artikel zu lesen, weil er mit sehr viel Liebe und ebenso viel Wissen über diesen wunderschönen Schmetterling geschrieben wurde. Ist die Menschheit – oder zumindest ein Teil von ihr – nicht vielleicht doch besser geworden, auch wenn es nicht so scheinen mag? Ein Projekt zur (Über-)Lebenshilfe für eine Schmetterlingsart wäre vor einigen Jahren wohl sehr belächelt worden, auch wäre wohl kaum jemand überhaupt darauf gekommen so etwas zu realisieren. Die Fotos sind zauberhaft, fasziniert hat mich die Schönheit der Raupen, die schon ahnen lässt, was für herrliche Tiere sich daraus entwickeln.

  • #1

    Martina Sparfeld (Montag, 01 Juni 2015 11:03)

    Wenn ich diesen Falter entdecke ist es immer was ganz besonderes so selten wie man ihn zu Gesicht bekommt.Es ist schön das es Menschen gibt die sich für den Fortbestand dieser Art einsetzen.Danke dafür.