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Das Rebhuhn

Text: Erika Bulow-Osborn

Foto: Lars Kressin

Scherenschnitte: Erika Bulow-Osborne

14.06.2017

Rebhuhn
(c) Lars Kressin Rebhuhn

 

Das Rebhuhn,Grey Partridge, Perdix perdix

 

Männliche und weibliche Rebhühner unterscheiden sich deutlich.

 

Das Männchen hat ein orangefarbiges Gefieder an der Seite des Kopfes, an der Stirn, am Kinn und an der Kehle. Nacken und Scheitel sind ein schwarz-gelbliches Braun, Hals, Rücken und Schwanz zeigen graue Federn, aber mit einer feinen, schwärzlichen Zeichnung oder Wellung. Die Seiten der Brust und Flanken haben braune Binden, die Brust ist grau, zeigt aber einen dunkelbraunen, nach Hufeisen aussehenden Fleck. Der Schnabel ist gerade, gelb mit braunem oder grünem Ansatz.

 

Das Weibchen ist wie meistens bei Vögeln, aus Schutzgründen weniger gelblich braun im Gesicht. Der Kopf zeigt Schaftflecken weiss und grau, Hals und Oberseite sind braun mit gelblichen Bändern.Gelegentlich ist auf der Brust ein kleiner hufeisenähnlicher Fleck.

 

Die Jungen sehen ihren Eltern ähnlich, unscheinbar gelblich braun.

 

In meinen Scherenschnitt, versuche ich dieMännchen in ihren Kämpfen um Rangordnung darzustellen.

 

Häufig findet man Erwachsene und ausgewachsene Junge zusammen. Im Winter bilden sich größere Gruppen.

 

Die Paare finden sich erst nach dem Winter.

 

Zum Balz-Beginn richtet sich das Männchen hoch auf und zeigt mit hängenden Fluegeln seinen Hufeisenfleck. Langsam geht er um sein Weibchen herum, er hofft, dass sie bereit ist.

 

Schnäbelreiben ist Teil der Werbung, das Berühren ihrer Flanken ein weiteres Zeichen.. Dann betreiben beide ihre Federpflege, bevor sie gemeinsam Nahrung suchen. Das Weibchen wählt sich einen geeigneten Brutplatz. Der eigentlichen Kopulation gehen ein liebendes Beißen, Flügelschlagen und Verfolgung voraus.Die Brutzeit reicht von Ende April bis Anfang Mai.

 

Die Ablage eines Eies erfolgt Tag für Tag, die Zahlen schwanken zwischen 8-24 oder 10-20 Eiern. Sie sind glatt,olivebraun und spindelartig geformt.

 

Sobald das letzte Ei gelegt ist, brütet das Weibchen allein, drei Wochen lang. Das Männchen verteidigt das Gelege.

 

Als Bodenbrüter liegt das Nest mit viel Sichtschutz unter Hecken, Heide, Farnen, am Wald, oder im Gehölz. Das Weibchen verlässt ihr Gelege nur kurz,um zu fressen.

 

Als Nestflüchter verlassen die Jungen mit den Eltern das Gelege und suchen sofort ihre Ameisen Blattläuse und Käfer selbst. Erst später nehmen sie Samen und Getreidekörner. Ihre Sterblichkeit ist sehr hoch, vor allem bei Regen und Kälte. Nach 5 Wochen sind sie voll unabhängig, bleiben aber im Familienverband. Nach dem ersten Lebensjahr sind sie geschlechtsreif und führen eine monogame Jahres-Partnerschaft.

 

Rebhühner sind in Deutschland und Österreich gefährdet.In der Schweiz sogar fast ausgestorben. Für mich ist es eindeutig, dass der Mensch ihr größter Feind ist. Weder Fuchs, Marderhund, Waschbär, Wanderratte, Igel, Dachs, Bussard, Habicht, Sperber, Krähe, Rabe oder Wildkatze sind es. All diese Wildtiere werden gern vorgeschoben und ausführlich als Fressfeinde deklariert.

 

Der Mensch benutzt die Pflanzenschutzmittel, welche Insekten dezimieren und junge Rebhühner verhungern lassen. Die Wiesenmahd setzt viel zu früh ein und äußerst gefährlich sind frei herumlaufende Hunde, die das Brüten unterbinden.

 

NRW hat einen Sonderschutz für Rebhühner, vom 26.8.2015 bis zum 31. Dezember 2020, mit ganzjähriger Schonzeit als Landesjagdgesetz eingebracht. Leider ist das eine große Ausnahme. Sonst gilt das Rebhuhn,trotz seiner Gefährdung, als jagbar.

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Eva Schmelzer (Sonntag, 02 Juli 2017 15:50)

    Wieder einmal hat uns Erika fundiert und ebenso liebevoll ein Tier nahegebracht, bis ins kleinste Detail beschrieben. Auch wer das Rebhuhn, das ja nun kein Exot ist, kennt, lernt viel Wissenswertes dazu. Leider liest man aber auch bei diesem Vogel, dass er mittlerweile bedroht, ja sogar mancherorts ausgestorben ist, und zwar durch die Schuld des Menschen. Dass ein besonderer Schutz in meinem Heimatland NRW besteht, haben wir unserem ehemaligen streitbaren Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) zu verdanken, der gegen massive Proteste der Jägerschaft und viel Widerstand vom Landtag das Jagdgesetz novelliert hat. Nun jedoch hat seit einigen Wochen eine kraftlose CDU-Frau dieses Amt inne, von der nicht viel zu erwarten ist, die wohl eher auf der Lobbyisten-Seite steht.
    Nicht zuletzt ist dieser Beitrag besonders schön, da er angereichert ist mit Erikas Scherenschnitten. Danke!

  • #2

    Marion Hartmann (Donnerstag, 06 Juli 2017 13:08)

    In den Metamorphosen von Ovid findet man die Geschichte des Perdix (Rebhuhn).
    Perdix ist es, der in erstaunlicher Intelligenz, noch jung, die Säge, den Zirkel und die Töpferscheibe erfindet, aber sein Onkel Daedalus.., ein berühmter Baumeister, wird neidisch auf ihn und stürzt ihn von Athenes heiliger Burg hinunter.
    Doch Athene fängt ihn auf und verwandelt ihn in ein Rebhuhn.
    Dieses Rebhuhn nun, aus Angst vor der Höhe, fliegt immer nah am Boden.

    http://www.gottwein.de/Lat/ov/met08de.php

    Es ist das Einzelne doch immer viel mehr, als nur die Summe seiner Teile und wie dies für den Menschen sichtbar mit seiner Umwelt im Zusammenhang steht. Märchen, Mythen, Sagen und Geschichten ranken sich fast um alles von Gott Erschaffene.., ob wahr oder erfunden.., wichtig war für die Menschen der Vergangenheit, dass man einen Bezug findet zum Einzelnen der Schöpfung, der ganz anders im Bewusstsein wirkte, als das heute der Fall ist.
    Liebe Erika, Du hast uns wunderbar das Rebhuhn dargebracht als ein schützenswertes Mitgeschöpf und auch als bedrohte Art. Herrlich sind Deine künstlerischen Werke dazu, die jeden Bericht von Dir als etwas besonderes auszeichnen, wie auch Lars Kressin sich auch als ausgezeichneter Naturfotograf einbringt. Dank an alle Beteiligten für diesen aufschlussreichen Artikel.