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Unter dieser Rubrik möchte ich künftig Produkte vorstellen, die sich durch besondere Nachhaltigkeit auszeichnen.

Ressourcen schonen, die Natur entlasten, Chancengleichheit fördern, das alles kann die Menstruationstasse Ruby Cup

Ihr wollt endlich ernst machen mit dem nachhaltigen Lebensstiel? Kein Plastik mehr, keine Naturzerstörung? Dann gibt es hier neue Produkte, welche Ihr auf Eure Liste setzen könnt.

Tropical Freaks

Die Kaffee-TrinkerInnen entscheiden darüber, ob die 100.000 km² Kaffee-Anbaufläche ein naturnaher Lebensraum für Kolibris und viele andere Tiere ist -- oder Monokultur, die ohne Rücksicht auf die Umwelt billigen Kaffee produziert.

Kanwan

Madagaskar

Text: Gudrun Kaspareit

23.07.2015

Katta
Katta häufigster Lemur von Madagaskar, Wikipedia (GNU Lizens)

Madagaskar mit seiner einzigartigen Flora und Fauna ist ein bedrohtes Paradies. Die Insel war ursprünglich fast komplett bewaldet. Von den einstmaligen Regenwäldern sind nur noch 4% erhalten. Wiederaufforstungsversuche waren bislang erfolglos. Eine Rekultivierung der Brachflächen findet nicht statt.

Bedíngt durch Madagaskars lange isolierte Lage, gibt es sehr viele Tier und Pflanzenarten, die nur hier vorkommen. So gibt es eine Vielzahl von Lemuren, die es nur auf Madagaskar gibt. 95% der Tierwelt Madagaskars ist endemisch, d.h. Sie kommt nur hier vor. Das größte Raubtier auf Madagaskar ist die Fossa, eine Schleichkatze (ca. 1,50 lang und 14 Kilo schwer). Es gibt unzählige, einzigartige Arten: Vögel (Den Fody, eine Spatzenart, den Malachit Eisvogel, oder den Elefantenvogel), Amphibien (alleine 135 neu entdeckte Froscharten), Reptilien (das madegassische Krokodil, 60 endemische Chamäleons, Geckos, 9 endemische Schildkröten und Schlangen, allerdings keine Giftschlangen) und 300 verschiedene Schmetterlinge. Auf Madagaskar gibt es z.B. den Riesen-Kugel-Tausendfüßler, der zusammen gekugelt die Größe einer Apfelsine haben kann. Selbst heute noch, sind nicht alle Tierarten Madagaskars erforscht und entdeckt.

Aber auch die Baobabwälder (Baobabbaum = Affenbrotbaum) des Südens und des Westens gehören zu den Naturwundern der Insel.

Doch schon schwinden die Lebensräume dahin. Für Feuerholz und Ackerland wird der Wald gerodet. Madagaskar gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Für die Menschen zählt das Überleben, Naturschutz kommt da erst an hinterer Stelle. Dabei ist Madagaskar eine Arche Noah der Natur und muss unbedingt geschützt werden.

Doch es gibt dankenswerterweise zahlreiche Organisationen, die sich um den Umweltschutz Madagaskars kümmern. Das ist auch bitter nötig, denn der Tier und Pflanzenwelt von Madagaskar läuft die Zeit davon.

Zwei davon sind BirdLife International und Asity Madagascar, denen es jetzt gelungen ist, den 605 Quadratkilometer große Tsitongambarika-Regenwald im Südosten von Madagaskar dauerhaft unter Schutz zu stellen. Dieser Wald ist von großer Bedeutung für die Biodiversität doch er wurde von illegaler Rodung bedroht. Asity Madagascar hat es mithilfe der Spenden von Birdlife geschafft, den Schutzstatus langfristig zu garantieren.

Mehrere internationale Naturschutzorganistionen, in Madagaskar vertreten durch die „Parcs nationaux Madagascar“ und etliche private Initiativen unterhalten etwas 60 Schutzgebiete in unterschiedlichen Landschafts und Klimazonen. Erste Schutzgebiete wurden schon Anfang des 20. Jahrhunderts von französischen Forschern gegründet. Heute gibt es 47 offizielle Naturparks.

Da wären z.B. die Nationalparks. Das sind Schutzgebiete für Ökosysteme und sind gegen Entrichtung eines Eintrittspreises (an die ANGPA in Antananarivo oder an die lokalen Vertretungen) für Besucher geöffnet. Der Besuch ist nur mit einem offiziellen Führer gestattet, der jeweils vor Ort zur Verfügung gestellt wird und dort bezahlt werden muss. 15 Nationalparks existieren in Madagaskar: Dann gibt es 9 Schutzgebiete, das sin streng geschützte Biotope, die unberührt bleiben sollen. Deshalb sind sie für Besucher verboten. Und es gibt Spezialreservate. Sie dienen dem Schutz von bedrohten Tier- und Pflanzenarten. 23 dieser Spezialreservate sind offiziell begründet worden. Nicht zu unterschätzen ist auch die ökologische Bedeutung von privaten Parks. Das bekannteste unter den privaten Schutzgebieten ist das Lemuren-Schutzgebiet von Berenty im Südosten Madagaskars. Jede Region Madagaskars hat ihre besonderen landschaftlichen Reize und bietet besuchenswerte Nationalparks und Schutzgebiete. Finanziert werden sie hauptsächlich durch die Eintrittspreise, den Lohn der Führer und Fotolizenzen.

Mich würde es sehr reizen, Madagaskar einmal zu besuchen und zu schauen, wie die Evolution so arbeitet und gleichzeitig etwas für den Schutz der Natur zu leisten.

 

Kommentare: 2
  • #2

    Eva Schmelzer (Sonntag, 02 August 2015 17:04)

    Noch ein TV-Tipp: Am Mittwoch den 12.8. auf NDR, 20.15 Uhr: Expeditionen ins Tierreich - Madagaskars verstecktes Paradies: Makay (45 Min).

  • #1

    Eva Schmelzer (Sonntag, 02 August 2015 11:55)

    Du schreibst, dass fast 95% der Tierwelt Madagaskars endemisch ist (das trifft auch auf einige Pflanzenarten zu). Zufällig – passend zu Deinem Beitrag – habe ich gestern abend auf arte eine Dokumentation gesehen, in der die Erde, also die Land- und Wassermassen, vor 150 Millionen Jahren dargestellt war. Dabei ist mir aufgefallen, dass Madagaskar schon in seiner heutigen Form erkennbar war, das vor 150 Millionen Jahren von Afrika und vor 90 Millionen Jahren vom indischen Subkontinent getrennt wurde. Aber erst vor etwa 195 Millionen Jahren entwickelten sich überhaupt die ersten echten Säugetiere auf der Erde – nur wenige Zentimeter große mausähnliche Tiere, die über 100 Millionen Jahre lang fast unverändert nur eine kleine ökologische Nische besetzten. Die Vielfalt der Säugetiere weltweit entstand erst nach einem rasanten Klimawandel vor etwa 65 Millionen Jahren, und zwar mit dem Aussterben der Dinosaurier um diese Zeit. Da nun Madagaskar seit 90 Mio Jahren völlig isoliert ist, und die Evolution der Säuger vor 65 Mio Jahren erst richtig begann, ist es nicht verwunderlich, dass sich dort eine einzigartige Flora und Fauna entwickelt hat, was, wie Du schreibst ja nicht nur die Säuger, sondern die Tierwelt allgemein betrifft.
    In Anbetracht dieser gigantischen Evolutions-Zeiträume wollen wir inständig hoffen, dass der Mensch des 21. Jahrhunderts es nicht im Laufe weniger Jahre schafft, dieses Leben zu vernichten und dass die Organisationen erfolgreich retten können, was noch zu retten ist. Es sieht ja dort trotz allem nicht ganz so hoffnungslos aus wie z.B. in Deinem Bericht über Indonesien und Malaysia.