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Free Leonard Peltier

Leonard Peltier
Leonard Peltier

1970 kam es zu weiteren Konfrontationen zwischen AIM-Mitgliedern und dem FBI im Pine-Ridge-Reservat mit mehreren Todesopfern.

Leonard Peltier wurde 1975, zwei Jahre nach den Ereignissen in Wounded Knee, der Mord an zwei Polizisten, ebenfalls im Pine Ridge-Reservat, vorgeworfen, wofür er 1977 zu zwei Mal lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Andere Beteiligte an der Schießerei wurden freigesprochen, Peltier ist bis heute eingesperrt. Für das AIM und dessen vielen Anhänger und Sympathisanten weltweit gilt er als politischer Gefangener und die Symbolfigur des indianischen Widerstandes der Gegenwart. Verschiedene Kampagnen und juristische Versuche blieben erfolglos.

Leonard Peltier(* 12. September 1944in Grand Fork, North Dakota) ist ein wegen Beihilfe zum Mord zweifach zu lebenslänglicher Haft verurteilter indianischerAktivist des American Indian Movement (AIM) in den USA. 1977 war er im Auftrag des AIM wegen der innerindianischen Konflikte um Dick Wilson (Oglala) im Pine Ridge Reservat unterwegs. Zu der Zeit wurde Peltier bereits wegen eines später ausgeräumten Mordverdachts polizeilich mit Haftbefehl gesucht. Es kam in Pine Ridge zur exekutionsartigen Ermordung zweier FBI-Agenten nach einer Schießerei mit einem weiteren Toten. Peltier wurde nach seiner Flucht nach Kanadain einem komplexen und umstrittenen Verfahren ausgeliefert und für schuldig befunden, verurteilt und inhaftiert

Das AIM, Incomindios Schweiz und die Gesellschaft für bedrohte Völker sehen ihn als Prisoner of conscience bzw. politischen Häftling. Amnesty International teilt diese Einstufung nicht, sieht aber Zweifel am Verfahren wie auch politische Einflussfaktoren bei dem Verfahren und hat sich wie andere Menschenrechtsorganisationen für seine Freilassung eingesetzt.

Die amerikanische Justiz hat den Schuldspruch mehrfach bestätigt. 2009 fand eine Anhörung der United States Parole Commission statt, wo eine Begnadigung abgelehnt wurde. Die nächste mögliche Anhörung zu einer vorzeitigen Freilassung ist für 2024 vorgesehen, das Haftentlassungsdatum für den 11. Oktober 2040.

Peltiers Verfahren wurde unter anderem 1992 in dem Dokumentarfilm Incident at Oglala, von Robert Redford und Michael Apted filmisch behandelt.

Der AIM-Aktivist

1968 wurde in Minneapolis das American Indian Movement (AIM) gegründet. Nach der Aufsehen erregenden Besetzung der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz schloss sich Peltier der Widerstandsbewegung an. Am 8. März 1970 besetzte er mit anderen Aktivisten das leerstehende Fort Lawton bei Seattle. Die Besetzung endete mit der Inhaftierung der Beteiligten. Später wurde das Fort jedoch den Aktivisten übergeben und dort ein kulturelles Zentrum eingerichtet.

1972 nahm Peltier am Marsch der gebrochenen Verträge („Trail of broken Treaties“) nach Washington D.C. teil. AIM-Mitglieder besetzten und verwüsteten das BIA-Gebäude. Sie vernichteten zudem Belege und Unterlagen, die den jahrhundertelangen Diebstahl des indianisches Grundeigentums sanktionierten. Bei der Besetzung koordinierte Peltier das militante Vorgehen. Anhänger Peltiers wie Ward Churchill vermuten spätestens seitdem eine systematische Kampagne des FBIs, etwa im Rahmen einer Fortsetzung des COINTELPRO-Programms. Das Pine Ridge Reservat gehört zu den ärmsten Gegenden der USA.[4] Während der Amtszeit des gewählten Reservatsvorstand Richard A. „Dick“ Wilson im Pine-Ridge-Reservat von 1972–1976 kam es zu erheblichen Auseinandersetzungen. Es wurden etwa 60 AIM Mitglieder und Sympathisanten ermordet. Wilson hatte die gewalttätige Schutztruppe Guardians of the Oglala Nation (GOONs) aufgebaut. Trotz erheblicher Korruptions- und Erpressungsvorwürfe scheiterten mehrere Absetzungsverfahren. Proteste dagegen führten zu der Besetzung von Wounded Knee. Das American Indian Movement wie die Protestbewegung, deren Mitglieder weniger aus den Reservaten als aus den Großstädten kamen, wurden von den bedrängten Traditionalisten in Pine Ridge wiederholt zur Hilfe gerufen.

Tatverlauf

Im Juni 1975 war Peltier aufgrund eines Haftbefehls wegen Mordverdacht an einem Polizisten untergetaucht. Von diesem Verdacht wurde er später freigesprochen. Am 26. Juni 1975 suchten die FBI-Agenten Jack R. Coler und Ronald A. Williams den Pine-Ridge-Bewohner Jimmy Eagle, der verdächtigt wurde, zwei Landwirtschaftshelfer überfallen und beraubt zu haben.

 

Williams und Coler fuhren in zwei unterschiedlichen zivilen Fahrzeugen und verfolgten einen roten Pick-up, der dem Fahrzeug Eagles ähnelte und zur Jumping Bull Ranch fuhr. In der Nähe der Ranch gerieten die Beamten unter heftigen Beschuss aus unterschiedlichen Richtungen, unter anderem mit automatischen Waffen. Laut dem AIM waren die Beamten unbefugtermaßen auf das Farmgelände gefahren, die etwa 20 Aktivisten auf der Farm hätten deshalb in Selbstverteidigung gehandelt. Die Agenten konnten mit ihren Handfeuerwaffen und Schrotflinten dagegen wenig ausrichten, Williams gab ihre hoffnungslose Situation noch über Funk durch. Der FBI Special Agent Gary Adams kam an den Tatort und wurde ebenfalls beschossen.

Das FBI, indianische Sicherheitskräfte des Bureau of Indian Affairs (BIA) und die lokale Polizei verbrachten geraume Zeit im Umfeld der US Route 18 bis weitere Verstärkung eintraf. Gegen 14:30 erschossen die BIA-Kräfte einen AIM-Aktivisten (Joe Stuntz). Um 16:31 wurden die Leichen von Williams und Coler an einem ihrer Fahrzeuge gefunden. Dem FBI zufolge hatte Williams noch seine Hand vor den Kopf gehalten, der tödliche Schuss durchbohrte seine rechte Hand und traf ihn im Kopf. Coler war von etlichen Schüssen schwer verwundet geworden, die letzten Kugeln wurden aus nächster Nähe auf den Kopf des hilflosen Mannes abgegeben. Insgesamt wiesen die Fahrzeuge der Beamten 125 Durchschüsse auf, die meisten von einem .223 Remington (5.56 mm) Gewehr.

Um 18:00 wurde die Farm nach massivem Einsatz von Tränengas gestürmt. Die Leiche von Joe Stuntz wurde mit der Jacke von Coler bekleidet aufgefunden. Den anderen Menschen im Haus gelang die Flucht, die Fahndung nach ihnen dauerte über acht Monate.

(Wikipedia)

Gerichtsverfahren und Haftstrafe

"In dem folgenden umstrittenen Gerichtsverfahren wurde er 1977 für schuldig befunden und wegen Mordes zu zweimal lebenslänglicher Haft verurteilt.

Nebst Menschenrechtsorganisationen und Institutionen wie dem Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights, dem Kennedy Memorial Center for Human Rights, dem europäischen, dem belgischen sowie dem italienischen Parlament fordern Persönlichkeiten wie Nelson Mandela, Rigoberta Menchú, der Dalai Lama, Desmond Tutu und Jesse Jackson seine Freilassung. Bei einer Anhörung zu dem Fall am 11. Februar 1986 sagte der zuständige Bundesberufungsrichter Gerald William Heaney: „Wenn man das Für und Wider erörtert hat, bleiben einige wenige, aber wichtige Tatsachen über. Eine als Beweis zentrale Geschosshülse entstammte der Wichita AR-15 (Peltiers Waffe).“ Peltier habe auch zugegeben, mit auf die Beamten gefeuert zu haben, nicht aber die Schwerverletzten aus nächster Nähe erschossen zu haben.

(Wikipedia) 

Der politische Gefangene Leonard Peltier

Der politische Gefangene Leonard Peltier leidet seit 2009 an Symptomen von Prostata Krebs. Die US-Bundesbehörden der Haftanstalt in Lewisburg, Pennsylvania, wo Peltier festgehalten wird, verweigern ihm eine umfassende Untersuchung.

Leonard Peltier ist seit 1976 inhaftiert. Er ist ähnlich wie viele andere politische AktivistInnen in den USA ohne Beweise wg. untergeschobenem Polizistenmord (hier sogar in 2 Fällen) zu Lebenslanger Haft verurteilt. Obwohl ehemalige Mitangeklagte freigesprochen und nie Beweise für die Schuld von Peltier erbracht werden konnten, soll an dem indigenen Aktivisten der American Indian Movement ein Exempel statuiert werden. Peltier hat bis heute nicht aufgegeben, sich weiterhin aus dem Knast politisch aktiv für die Rechte der Native Americans einzusetzen. Eine Bewährungskomission verweigerte ihm im Sommer 2009 nach über 33 Jahren Haft die Entlassung. Zynischerweise räumten sie ihm die nächste Anhörung für 2024 ein - dann wäre Leonard Peltier, der u.a. auch an Diabetes leidet, 79 Jahre alt.
Aus einer Mitteilung der UnterstützerInnen von Leonard Peltier: "...wir treten zur Zeit in eine Kampagne ein, in der es schlicht um Leonard Leben geht, analog unserer Kampagnen gegen die drohende Hinrichtung Mumia Abu–Jamals. Und machen wir uns noch etwas klar, das FBI hat stets darauf gepocht, dass nur ein toter Peltier den Knast verlässt."
Leonard Peltier ist anders als z.B. Mumia Abu-Jamal, der ja im selben Bundesstaat inhaftiert ist, Gefangener der US Regierung. Er sagte nach seiner abgelehnten Haftentlassung 2009: ""Ich bin der Beweis dafür, dass sie gelogen haben, als sie meine Auslieferung aus Kanada betrieben haben. Ich bin der Beweis dafür, dass sie in deinem Prozess lügen können, dass sie Beweise fabrizieren, Zeugen einschüchtern und im Hinterzimmer mit dem Richter Absprachen gegen dich treffen können. Ich bin der Beweis dafür, dass uns die Mächtigen mit ihrer Geisteshaltung fest im Griff halten."
Leonard Peltier ist "Obamas politischer Gefangener", da es das FBI beeinflussen und die US Regierung direkt entscheiden kann, ob er freikommt oder bis zum Tod inhaftiert bleibt.
Vor einigen Monaten begann in den USA eine Kampagne zur Freilassung von politischen Langzeitgefangenen aus der Zeit des COINTELPRO (1), also den 60iger und 70iger Jahren.
Das Jericho Movement (2) ruft afroamerikanische Kongressabgeordnete dazu auf, eine Anhörung über die Hinterlassenschaft dieser auch offiziell als staatsterroristischen bezeichneten Phase in den USA einzuleiten. Sie fordern die Freilassung der politischen Gefangenen aus dieser Zeit, zu denen auch Leonard Peltier gehört:  http://www.petitionbuzz.com/petitions/jerichocointelpro 

Leonard Peltier Defense Offense Committee

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Kommentare: 1
  • #1

    JP Grunder (Freitag, 24 August 2012 22:40)

    Free leonard Peltier!!! now