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Conny und die Landwirte

Text und Fotos: Conrad Franz

23.07.2015

(c) Conrad Franz Güllefeld
(c) Conrad Franz Güllefeld

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende und hoffe ohne den Gestank der sich in der Eifel an manchen Orten breit macht! Ich weiß, das hier im Forum alle Landwirte ökologisch denken und handeln. Und ohne das sich jemand beleidigt fühlt, wollte ich mal vorsichtig fragen, ob es in Ordnung ist, Ende Juni seine jungen Pflanzen und die abgemähten Wiesen mit Gülle zu tränken?
Es kann ja sein, dass in der Eifel in manchen Gegenden andere Gesetze gelten!

Des Weiteren habe ich beobachtet dass die Straßenränder aus unerklärlichen Gründen weit hinter den Straßengräben gemäht werden und Goldammern, die zu den Bodenbrütern zählen, ihr Nest danach suchen, in denen um diese Zeit die Jungen eigentlich hocken!!!


(c) Conrad Franz Abgemähte Wiese
(c) Conrad Franz Abgemähte Wiese

Die Bäume werden ganzjährig gefällt und Vogelbruten gehen zugrunde - Straßenverkehr - Windräder - nicht zu vergessen die Bahn und die Flugzeuge - Umweltverschmutzung - Massentourismus - Bebauung - dann die Giftspritzerei bei den Bienen hat man es gemerkt, da geht es ja schon ans Eingemachte – dann diese Studien: Warum gibt es keine Schwalben mehr oder wieso sind die Bestände der Feldlerchen zurück gegangen? Wenn zwei bis drei Mal pro Jahr Wiesen gemäht werden, um Heu zu machen, braucht man sich nicht zu wundern das die Bodenbrüter keine Chance haben. Dann kommt noch die Gülle oben drauf und auch wenn wir die Löwenzahnblütenfelder immer so toll finden, das liegt an der Überdüngung und gibt den anderen Pflanzen keinen Lebensraum mehr und damit auch einigen Singvogelarten keine Nahrung!
Mir ist aufgefallen, dass es in diesem Jahr erheblich weniger Schwalben gibt als im Vorjahr! Woran liegt das? Übrigens die Uferschwalbe, die früher in jeder Ausschachtung für den Neubau eine kurze Bleibe fand, da sie ihre Nester in die abgestochenen Wände baute, gibt es nicht mehr. Der Neubau wird in Kürze hoch gezogen und ruht nicht,einige Zeit, wie früher. Mehlschwalben sind mittlerweile selten geworden, aber auch die Rauchschwalbe hat es schwer. Es gibt immer weniger Bauernhöfe mit offenen Stallungen. Alles ist perfekt und sauber isoliert. Misthaufen und ihre Fliegen sind rar geworden. Straßen und Wege sind zunehmend asphaltiert, damit es ansehnlich und gepflegt aussieht. Der Lehm den die Schwalben für ihren Nestbau dringend brauchen ist verbannt worden.
Ich könnte noch lange weiter aufzählen, was so alles geschieht, damit die Natur verschwindet!
Wenn man das jetzt alles zusammenzieht, bleibt für die einzelne Kreatur keine Möglichkeit des Überlebens. Nicht umsonst ist ein Drittel unserer Tier- und Pflanzenwelt ausgestorben und ein weiteres Drittel ist gefährdet.
Das Foto welches ich zeige dokumentiert die augenblickliche Ansicht unserer Felder und Wiesen. Es ist viel zu früh gemäht worden, die Bodenbruten sind gleich mit abgeräumt worden. Bodenbrüter wie Feldlerche oder Goldammer, aber auch Wiesenpieper sind dadurch vom Aussterben bedroht!
Dann kommen ganz Schlaue daher und sagen, aber ringsherum haben wir die Wiesenränder doch hoch wachsen lassen für die Vögel. Wenn aber so ein dummer Vogel das nicht unterscheiden kann ist er selber schuld.

(c) Conrad Franz
(c) Conrad Franz

In manchen Gegenden scheint es üblich zu sein, dass Landwirte beim Zäune ziehen, gleich den Baum der gerade passt, mit einbeziehen. Es ist eine Unart, sei es aus Bequemlichkeit oder Gleichgültigkeit, Stacheldraht an Bäumen zu befestigen. Warum wird das so praktiziert, um einen Pfahl zu sparen?
Bei dem hier gezeigten Foto könnt Ihr sehen, dass einige Bäume darunter so leiden, dass sie mit der Zeit krank werden und auseinander brechen. Es werden Stromdrähte mit Schrauben befestigt die hinein gedreht werden Nägel eingeschlagen oder noch einfacher, man nimmt Bitumen und klebt den Draht am Baum fest. Diese Dinge passieren häufig weit ab von den Wegen, wenn der Landwirt sicher sein kann dass er nicht kontrolliert wird.

Sperling füttert sein Junges
(c) Conrad Franz Sperling füttert Jungvogel

Haussperlinge - man ist in manchen Gegenden froh wenn sie noch zu sehen sind. Hier in der Eifel wird es auch weniger, immer mehr bäuerliche Großbetriebe machen ihnen das Leben schwer. Alles was nach "Dreck" aussieht wird von einem Hof verbannt. Misthaufen, aber auch Stroh oder Futter was früher herum lag ist heute nicht mehr sichtbar. Selbst kleine Spalten oder Holzlöcher und lose Dachpfannen gibt es für den Nestbau nicht mehr. Von Insekten und Würmern ganz zu schweigen, der Hof ist natürlich asphaltiert.

Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Sonntag, 02 August 2015 18:28)

    Dass die Natur bedroht ist, dass es kaum noch eine "sanfte" Landwirtschaft gibt, die versucht, dass die Natur weitgehend geschont wird, ist bekannt. Aber einen so ins Detail gehenden Bericht habe ich nie gelesen. Aufrütteld und anklagend. Eine einzige sträfliche Gleichgültigkeit hat Conrad Franz hier aufgezeigt!