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Brennnessel als Schmetterlingsweide

Kräuter
Wikipedia (Raupe Kleiner Fuchs)

Die Schmetterlingsarten Admiral, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs,  Nessel-Höckereule,  Brennnessel-Zünslereule und das Landkärtchen sind dafür sogar auf die Brennnessel angewiesen, andere Pflanzen kommen für diese Arten nicht in Betracht. Trotzdem scheinen sich diese Schmetterlingsarten kaum gegenseitig Konkurrenz zu machen,  sie bevorzugen jeweils andere Wuchssorten der Brennnessel.
Die Raupen des Kleinen Fuchses sind an trockenen und sonnigen Stellen zu finden
Das Tagpfauenauge mag es zwar gleichfalls sonnig, aber dennoch luftfeucht und bevorzugt daher Plätze an Gewässern.
Beide Arten benötigen überdies größere Brennnesselbestände.
Der Admiral dagegen gibt sich schon mit Ansammlungen einiger weniger Pflanzen zufrieden und bevorzugt eher kümmerliche Brennnesseln.
Das Landkärtchen sucht sich die schattigsten Wuchsorte der Brennnessel aus, die oft großen und dichten Bestände in den fluss- und bachbegleitenden Auwäldern.
Auf fast jeder Brennnessel sind Fraßspuren einzelner Insekten zu sehen. Dabei müssen diese eine Strategie entwickelt haben, mit der sie die Brennhaare umgehen. Sie fressen sich um die Haare herum und bevorzugen dabei die Wege entlang der Blattnerven und den Blatträndern, da sich dort keine Brennhaare befinden. Vorteilhaft für die Insekten: Das Gift dringt nicht aus der Spitze, wenn das Haar unten an der Wurzel angefressen wird.

Verwendung der Brennnessel

Lebensmittel  
Von einigen Arten werden die grünen Pflanzenteile, die unterirdischen Pflanzenteile und die Samen verwendet. Als Frühjahrsgemüse werden die jungen Brennnesseltriebe wegen ihres hohen Gehalts an Flavonoiden, an Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Silizium, an Vitamin A und C (ca. 7x mehr Vitamin C als eine Orange), an Eisen, aber auch wegen ihres hohen Eiweißgehalts, die Brennnessel hat in der Trockenmasse ca. 40% Eiweissanteil, der weit höher ist als bei der Sojabohne (prozentual gesehen) und ihres feinsäuerlichen Geschmacks geschätzt.
Besondere Verbreitung fanden Brennnesselgerichte in Notzeiten, in denen Blattgemüse wie Spinat oder Gartensalat zugunsten nahrhafterer Pflanzen kaum angebaut wurden, und bei der armen Bevölkerung, da Brennnesseln auf Brachflächen und in lichten Wäldern reichlich gesammelt werden können. Eine weitere bekannte Zubereitungsart ist die Nesselsuppe. Den besten Geschmack haben die ersten, etwa 20 Zentimeter langen Pflanzen im Frühjahr oder bei größeren Pflanzen die Triebspitzen. Der unangenehmen Wirkung der Nesselhaare kann man entgegenwirken, indem man die Triebe in ein Tuch wickelt und stark wringt, sie kurz blanchiert oder ihnen eine kräftige Dusche verabreicht. Ist die Pflanze getrocknet, verliert sie ebenfalls ihre reizende Wirkung.
Übliche Zubereitungen sind roh als Salat (wobei die Nesselhaare durch das Vermischen mit der Sauce zerstört werden) oder blanchiert und wie Spinat verwendet als „Brennnesselspinat“ oder Brennnesselsuppe.
Die Blätter können auch getrocknet und als Tee zubereitet werden.
Früher wurden gelegentlich Butter, Fisch und Fleisch in Brennnesselblätter gewickelt, um sie länger frisch zu halten. Tatsächlich verhindern die Wirkstoffe der Brennnessel die Vermehrung bestimmter Bakterien. Diese Praxis ist sogar gerichtsnotorisch: 1902 wurde eine Berliner Milchhändlerin auf Grund der Brennnesselblätter in ihrer Milch wegen Lebensmittelverfälschung angeklagt. Mit der Begründung, dass dies ein „allgemein geübtes Verfahren“ sei, wurde die Händlerin jedoch freigesprochen. In Mitteleuropa, unter anderem den Niederlanden, Luxemburg, Österreich und Deutschland, werden Brennnesseln auch als Zutat für Brennnesselkäse verwendet.
Noch heute gibt man ganze oder gehackte Brennnesseln als Vitaminträger in das Futter von Küken, Ferkeln und Kälbern, damit sie schneller wachsen; auch als ganze Pflanzen gibt man sie Hausschweinen in der biologischen Landwirtschaft gern als Beifutter.

Rezepte

Kräuter
Wikipedia Brennnesselspinat

"Brennesselspinat und Röstkartoffel mit Schafkäse                    überbacken "

 

 Brennnesselsuppe
1 Zwiebel hacken und goldgelb andünsten, 1 Knoblauchzehe dazu pressen und anbraten, 3 Handvoll Brennesselblätter (gewaschen) dazugeben und mit andünsten, bis sie             "zusammenfallen", mit 500 ml  Gemüsebrühe aufgießen, salzen und pfeffern, aufkochen lassen und einige Minuten              köcheln lassen, dann pürieren und das Ganze nochmals mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss abschmecken   und 2 EL Sojasahne dazugeben (oder Sauerrahm)
 Eventuell andicken mit Kartoffelpürree

Kräuter
Wikipedia

Fasergewinnung
Stoffe aus Brennnesseln gab es bereits vor Jahrtausenden. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts lebte das Interesse an der heimischen Faserpflanze aufgrund einer Baumwollknappheit wieder auf. Um 1900 galt Nessel als das „Leinen der armen Leute“. Zuletzt wurde sie im Zweiten Weltkrieg verstärkt in Deutschland für Armee-Bekleidung verwendet.
Färberpflanze
Lange Zeit gehörte die Brennnessel zu den Färbekräutern. Wolle kann man mit ihrer Wurzel, nach Vorbeizen mit Alaun, wachsgelb färben. Mit einer Zinnvorbeize, Kupfernachbeize und einem Ammoniak-Entwicklungsbad erzielen die oberirdischen Teile ein kräftiges Graugrün. Man benötigt etwa 600 Gramm Brennnessel pro 100 Gramm Wolle; besonders bei der Brennnessel kann der Farbton vom Zeitpunkt des Pflückens und Färbens abhängen, deshalb ist die Technik bei Massenproduktion von Kollektionen in Vergessenheit geraten.
Gärtnerische Verwendung
Die Brennnesseln finden insbesondere im biologischen Gartenbau vielfältige Verwendung. Ein scharfer Kaltwasserauszug (nur 24 Stunden angesetzt) als Pflanzenstärkungsmittel festigt durch die enthaltene Kieselsäure die Zellwände der damit gegossenen Pflanzen und stärkt sie so gegen den Befall beißender wie saugender Insekten. Eine Jauche löst zusätzlich den Stickstoff der Brennnessel sowie Spurenelemente heraus und hat dadurch auch Düngewirkung (Herstellung und Anwendung siehe Pflanzenjauche). Die anfallenden Reste können im Kompost verwertet werden.
(Fotos und Text Wikipedia)

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Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Samstag, 01 März 2014 12:30)

    Jaaa - heute ist ein herrlicher Tag, ich kenne eine Brennnessel"weide" - und heute Abend gibt's den ersten B-Salat dieses Jahr, gemischt mit jungen Löwenzahnblättchen! Eine Vitamin-, Mineralstoff- und Spurenelementebombe! Morgen gibt's Gemüse davon und der Rest wird schonend! getrocknet für Tee. Gerade jetzt wichtig, um den Körper zu entschlacken. Ich mag ihn gern sehr süß mit Honig, der ja auch einen zusätzlichen Nutzen bringt, weil er ausgleichend auf das Verdauungssystem und auf den Blutkreislauf wirkt, Bauchspeicheldrüse Milz und Magen gut tut.
    Ein paar Pflanzen lasse ich aber noch für die Schmetterlingsraupen stehen ;)