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Safran

Text und Foto:  Andreas Humbert

02.02.2019

Safran
Safran

11 Vorteile von Safran für unsere Gesundheit

 

Safran ist mit einem Preis von bis zu über 10 Euro pro Gramm das teuerste Gewürz der Welt.

Der Grund für diesen hohen Preis liegt in der äußerst arbeitsintensiven Ernte der feinen Safranfäden. Diese müssen nämlich von Hand von der Blüte der Safran-Pflanze entfernt werden.

Die Safran-Pflanze zählt zu den Krokus-Pflanzen und heißt mit vollem botanischen Namen Crocus sativus.

Die Pflanze kommt ursprünglich aus Griechenland, wo sie bereits für ihre medizinischen Eigenschaften bekannt war.

Die Menschen haben schon damals den Safran verzehrt, um ihre Libido zu steigern, ihre Stimmung aufzuhellen oder ihre Gedächtnisleistung zu verbessern.

Hier sind 11 eindrucksvolle Wirkungen von Safran auf unsere Gesundheit.

1. Safran ist ein starkes Antioxidans

enthält eine große Menge an Inhaltsstoffen mit antioxidativer Wirkung, die Ihre Zellen gegen freie Radikale und somit vor oxidativem Stress schützen.

Zu diesen antioxidativen Wirkstoffen des Safrans zählen unter anderem Crocin, Crocetin, Safranal und Kämpferol (2).

  1. Crocin und Crocetin sind Farbstoffe, die zur Gruppe der Carotinoide zählen - wie z.B. auch das bekanntere Beta Carotin. Sie sind für die intensive Rotfärbung des Safran verantwortlich. Beide Stoffe wirken außerdem antidepressiv, neuroprotektiv (schützen also Nervenzellen), antientzündlich und unterstützen durch ihre appetitzügelnde Wirkung eine Gewichtsabnahme (2, 3).

  2. Safranal gibt dem Safran den einzigartigen Geschmack. Studien zeigen, dass es außerdem Stimmung, Gedächtnis und Lernfähigkeit verbessert und unsere Gehirnzellen vor oxidativem Stress schützt (4).

  3. Kämperfol, welches vor allem in den Blütenblättern enthalten ist, weist ebenfalls einige positive Wirkungen auf die Gesundheit auf. Hierzu zählen die entzündungshemmende und antidepressive Eigenschaften ebenso wie der Schutz vor Krebs (2, 5).

2. Safran hebt die Stimmung und lindert Depressionen

Safran wird aufgrund seiner stimmungsaufhellenden Wirkung umgangssprachlich auch das „Gute Laune-Gewürz“ genannt.

Bei der Analyse von 5 Studien fand man, dass die Supplementierung mit Safran zu signifikanten Verbesserungen bei leichten bis mittelgradigen Depressionen führte (6).

Andere Studien fanden sogar, dass eine Supplementierung mit 30 mg Safran so effektiv war wie konventionelle Antidepressiva, z.B. Fluoxetin, Imipramin und Citalopram (7, 8, 9).

In weiteren Studien kam man zu dem Ergebnis, dass sowohl die Inhaltsstoffe der Blütenblätter als auch die des Blütenstempels (Stigma) für die antidepressive Wirkung verantwortlich sind (1, 10).

Auch wenn diese Studien bereits vielversprechend sind, sollten noch mehr Studien am Menschen - insbesondere mit höherer Teilnehmerzahl - durchgeführt werden, um Safran guten Gewissens als sicheren Wirkstoff zur Behandlung von Depressionen empfehlen zu können.

3. Safran könnte gegen Krebs helfen

Safran ist reich an Antioxidantien und damit in der Lage, freie Radikale unschädlich zu machen. Ein erhöhtes Aufkommen freier Radikale, die sich in erhöhtem oxidativen Stress äußern, wird mit unterschiedlichen Erkrankungen, insbesondere auch Krebs (11), in Verbindung gebracht.

 

Anhand von In-Vitro-Studien (d.h. im Reagenzglas durchgeführte Studie) konnte man erkennen, dass Safran die Fähigkeit besitzt, Darmkrebszellen zu zerstören und ihr Wachstum einzudämmen, ohne jedoch Schaden an gesunden Zellen auszurichten (12).

Diesen Effekt konnte man nicht nur an Darmkrebszellen, sondern auch an Zellen von Hautkrebs, Knochenkrebs, Prostatakrebs, Lungenkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Zellen anderer Krebsarten nachweisen (13).

Darüber hinaus, so scheint es, macht Crocin, das wichtigste Antioxidans im Safran, Krebszellen empfindlicher für Chemotherapie (14).

Auch hier gilt, dass noch mehr Studien am Menschen durchgeführt werden müssen, da viele Studien sogenannte In-Vitro-Studien sind, die „lediglich“ im Reagenzglas durchgeführt wurden.

 

4. Safran lindert PMS-bedingte Beschwerden

Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) bezeichnet unterschiedliche Beschwerden, die im Vorfeld der Regelblutung der Frau auftreten können. Meist handelt es sich um eine Mischung aus körperlichen Beschwerden und Stimmungsschwankungen.

Studien zeigen, dass die Symptome von PMS durch die Einnahme von Safran gelindert werden können.

In einer Studie an Frauen im Alter zwischen 20 und 45 Jahren konnte man nachweisen, dass die tägliche Einnahme von 30 mg Safran Beschwerden wie Kopfschmerzen, Regelschmerzen und Bauchschmerzen lindern konnte (15).

Eine andere Studie fand heraus, dass bereits das Riechen von Safran für 20 Minuten Angstgefühle lindern und das Stresshormon Cortisol senken konnte (16).

 

5. Safran wirkt aphrodisierend

Aphrodisiaka sind Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel, welche die Libido und die Potenz steigern können.

Einige Studien zeigten, dass Safran aphrodisierende Eigenschaften besitzt. Menschen, deren Libido aufgrund der Einnahme von Antidepressiva gesunken ist, profitieren durch Safran in besonderem Maße.

In einer Studie bekamen Männer, die aufgrund der Einnahme von Antidepressiva unter einer erektilen Dysfunktion litten, täglich 30 mg Safran über einen Zeitraum von 4 Wochen. Das Ergebnis: die Beschwerden verbesserten sich signifikant im Vergleich zu der Placebo-Gruppe (17).

Auch eine Analyse von 6 unterschiedlichen Studien kam zu dem Ergebnis, dass durch die Einnahme von Safran die Potenz, die Libido sowie die allgemeine sexuelle Zufriedenheit deutlich verbessert werden konnte (18).

Auch Frauen, die aufgrund der Einnahme von Antidepressiva eine verminderter Libido hatten, profitierten von der täglichen Einnahme von 30 mg Safran. Man fand heraus, dass - im Vergleich zu Placebo - die Frauen ein größeres sexuelles Verlangen hatten, außerdem eine verbesserte Lubrikation sowie weniger Schmerzen beim Sex (19).

 

6. Safran wirkt appetitzügelnd und unterstützt die Gewichtsabnahme

Viele Menschen, insbesondere auch bereits übergewichtige Menschen, kommen ohne Zwischenmahlzeiten nicht aus. Dies macht das Abnehmen dann natürlich noch schwerer.

Auch hier kann Safran hilfreich sein, denn nach aktueller Forschung wirkt Safran appetithemmend.

In einer achtwöchigen Studie fühlten sich Frauen, die ein Safran-Supplement einnahmen, schneller satt und nahmen weniger häufig Zwischenmahlzeiten ein. Dies führte dazu, dass diese Frauen signifikant mehr Gewicht verloren als die Frauen, die nur ein Placebo bekamen (20).

In einer anderen, ebenfalls acht Woche dauernden, Studie führte die Einnahme von Safran zu einer deutlichen Verringerung des Appetits, zu einem geringerem Body-Mass-Index (BMI) sowie zu einem kleineren Hüftumfang und geringerem Anteil an Körperfett.

Die Wissenschaftler konnten jedoch noch nicht herausfinden, durch welchen Mechanismus die appetitzügelnde und gewichtsverringernde Wirkung zustande kommt. Eine Theorie ist, dass es eine Folge der stimmungsaufhellenden Wirkung von Safran ist (20).

 

7–10. Weitere Eigenschaften von Safran

Safran hat noch weitere Vorteile für unsere Gesundheit, deren Wirksamkeit jedoch noch nicht besonders stark in Studien untersucht wurde:

  1. Safran kann evtl. Risiken für Herzkreislauferkrankungen verringern: In-Vitro-Studien sowie Studien am Tier deuten darauf hin, dass die im Safran enthaltenen Antioxidantien den Cholesterinspiegel senken und unsere Arterien vor Verkalkung schützen können (21, 22, 23).

  2. Safran kann evtl. den Blutzuckerspiegel senken: Studien an Mäusen und In-Vitro-Studien fanden eine blutzuckersenkende und Insulinresistenz verbessernde Wirkung von Safran (24, 25).

  3. Safran kann evtl. bei Makuladegeneration helfen: Safran scheint die die Sehfähigkeit bei Patienten mit Makuladegeneration zu verbessern und das Auge vor (im Zuge der Erkrankung erhöhten Anzahl an) freien Radikalen zu schützen (26, 27, 28).

  4. Safran kann evtl. das Gedächtnis bei Alzheimer-Patienten verbessern: Die im Safran enthaltenen Antioxidantien scheinen auch Alzheimer-Erkrankten zugute zu kommen (29).

 

11. Safran schmeckt gut

Nicht zu vergessen ist natürlich der sehr feine Geschmack von Safran, der sich besonders gut an Reisgerichten, Paella oder Risotto macht. Am besten entfaltet sich das Aroma des Safran in heißem, aber nicht kochendem Wasser.

Safran ist als Gewürz im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt, aber auch als Supplement in Kapselform erhältlich. Auch wenn der Grammpreis ziemlich teuer ist, relativieren sich die Kosten, da man nur eine geringe Menge zum Kochen benötigt; denn das Aroma ist sehr intensiv.

Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Die Einnahme von Safran gilt im Allgemeinen als sehr sicher mit fast keinen Nebenwirkungen.

Als Nahrungsergänzungsmittel kann Safran bis zu 1,5 Gramm pro Tag eingenommen werden. Allerdings reichen bereits 30 mg, also ein Fünfzigstel, aus, um gesundheitlich davon zu profitieren (7, 17, 30). Dieses Verhältnis von 1:50 zeigt, wie sicher die Einnahme ist.

Bei einer Einnahme ab 5 Gramm kann es allerdings zu toxischen Effekten kommen. Deswegen sollten Schwangere auch auf hohe Dosen verzichten, da es dadurch zu Fehlgeburten kommen könnte (31, 32).

 

Falls Sie bereits Medikamente einnehmen, sollten Sie bezüglich möglicher Wechselwirkungen vor der Einnahme von Safran mit Ihrem Arzt darüber sprechen.

 

Fazit

 

Safran ist ein intensives Gewürz, das sehr reich an Antioxidantien ist. Die positiven Wirkungen auf unsere Gesundheit sind vielfältig: es kann unsere Stimmung verbessern, hilft möglicherweise gegen Krebs, lindert PMS-bedingte Beschwerden, steigert die Libido und kann bei der Gewichtsabnahme hilfreich sein.

 

Quellen:

 

(2): The effects of Crocus sativus (saffron) and its constituents on nervous system: A review.

(3) Saffron and crocin improved appetite, dietary intakes and body composition in patients with coronary artery disease

(4) Safranal: from an aromatic natural product to a rewarding pharmacological agent

(5) A review of the dietary flavonoid, kaempferol on human health and cancer chemoprevention

(6) Saffron (Crocus sativus L.) and major depressive disorder: a meta-analysis of randomized clinical trials.

(7) Hydro-alcoholic extract of Crocus sativus L. versus fluoxetine in the treatment of mild to moderate depression: a double-blind, randomized pilot trial.

(8) Comparison of Saffron versus Fluoxetine in Treatment of Mild to Moderate Postpartum Depression: A Double-Blind, Randomized Clinical Trial.

(9) Saffron in the treatment of depression, anxiety and other mental disorders: Current evidence and potential mechanisms of action

(10) Crocus sativus L. (petal) in the treatment of mild-to-moderate depression: a double-blind, randomized and placebo-controlled trial.

(11) Chronic inflammation and oxidative stress as a major cause of age-related diseases and cancer.

(12) Crocin from Crocus sativus possesses significant anti-proliferation effects on human colorectal cancer cells.

(13) Anticarcinogenic effect of saffron (Crocus sativus L.) and its ingredients.

(14) Crocin inhibits cell proliferation and enhances cisplatin and pemetrexed chemosensitivity in lung cancer cells.

(15) Epidemiology of Premenstrual Syndrome (PMS)-A Systematic Review and Meta-Analysis Study

(16) Psychological and neuroendocrinological effects of odor of saffron (Crocus sativus).

(17) Effect of saffron on fluoxetine-induced sexual impairment in men: randomized double-blind placebo-controlled trial

(18) A systematic review and meta-analysis of clinical trials on saffron (Crocus sativus) effectiveness and safety on erectile dysfunction and semen parameters

(19) Saffron for treatment of fluoxetine-induced sexual dysfunction in women: randomized double-blind placebo-controlled study

(20) Satiereal, a Crocus sativus L extract, reduces snacking and increases satiety in a randomized placebo-controlled study of mildly overweight, healthy women.

(21) Effects of Crocus sativus petals' extract on rat blood pressure and on responses induced by electrical field stimulation in the rat isolated vas deferens and guinea-pig ileum.

(22) Cardiovascular effects of saffron: an evidence-based review

(23) Influence of Crocetin on experimental atherosclerosis in hyperlipidamic-diet quails.

(24) Immunomodulatory and antioxidant effects of saffron aqueous extract (Crocus sativus L.) on streptozotocin-induced diabetes in rats.

(25) Saffron (Crocus sativus L.) increases glucose uptake and insulin sensitivity in muscle cells via multipathway mechanisms

(26) Short-term Outcomes of Saffron Supplementation in Patients with Age-related Macular Degeneration: A Double-blind, Placebo-controlled, Randomized Trial.

(27) A longitudinal follow-up study of saffron supplementation in early age-related macular degeneration: sustained benefits to central retinal function.

(28) Natural Compounds from Saffron and Bear Bile Prevent Vision Loss and Retinal Degeneration.

(29) Vitamin E, Turmeric and Saffron in Treatment of Alzheimer's Disease.

(30) Razi's Al-Hawi and saffron (Crocus sativus): a review.

(31) Safety evaluation of saffron stigma (Crocus sativus L.) aqueous extract and crocin in patients with schizophrenia.

(32) Anti-inflammatory properties of drugs from saffron crocus

 

Disclaimer: Ich bin kein Arzt und ersetze keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt.

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