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Pflanzenheilkunde

Ashwagandha

Text und Fotos: Andreas Humbert

20.10.2018

(c) Andreas Humbert Ashwagandha
(c) Andreas Humbert Ashwagandha

Ashwagandha: Geschichte und Vorteile des pflanzlichen Adaptogens

Ashwagandha ist eine alte Heilpflanze, die im Ayurveda – dem

traditionellen Medizinsystem Indiens – eine enorm wichtige Rolle spielt.

Das Heilkraut wird seit Jahrtausenden in der ayurvedischen Medizin verwendet, um unterschiedlichste gesundheitliche Probleme zu therapieren.

So kann Ashwagandha die negativen Auswirkungen von Stress auf unseren Körper reduzieren, indem es einer erhöhten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol entgegenwirkt; es kann aber auch unser Immunsystem stärken – um nur einige Beispiele zu nennen.

Ashwagandha ist auch unter den Namen Winterkirsche und – aufgrund der schlaffördernden Eigenschaften – als Schlafbeere bekannt. Es wird von Kräuterkundigen als die ayurvedische Antwort auf Ginseng mit seinen verjüngenden Eigenschaften angesehen. Ashwagandha wird deswegen von westlichen Heilkundlern oft als Indischer Ginseng bezeichnet. Er wird in der ayurvedischen Medizin ähnlich eingesetzt wie der asiatische Ginseng (Panax Ginseng) in der traditionellen

chinesischen Medizin. In Sanskrit bedeutet Ashwagandha übrigens „Geruch des Pferdes“ und symbolisiert dadurch, dass diese Pflanze die Kraft und Stärke eines Hengstes verleihen kann. Manche verwenden das Kraut sogar zur Unterstützung der sexuellen Lust und Begierde – gleichermaßen bei Männern wie auch bei Frauen.

Aufgrund der luststeigernden Eigenschaft von Ashwagandha wurde es bereits in den alten Schriften des Kama Sutra erwähnt.

Woher kommt Ashwagandha?

Ashwagandha ist in den trockenen Regionen Indiens,

Nordafrikas und des Nahen Ostens beheimatet, wird heute aber auch in gemäßigteren Klimazonen angebaut, wie zum Beispiel in den Vereinigten Staaten.

Hinter dem nicht ganz einfach auszusprechendem Namen

verbergen sich einige Geheimnisse, die von der Wissenschaft und Forschung erst langsam aufgedeckt werden. Ashwagandha zählt zu den sogenannten Adaptogenen. Das ist eine Klasse von Heilpflanzen, die unterschiedlichste Körperfunktionen auf verschiedene – teils

noch unbekannte Weise – normalisieren. Wie dies genau geschieht, das interessiert die Forscher am meisten und so ist es nicht verwunderlich, dass es mittlerweile zahlreiche Studien zu Ashwagandha gibt – sowohl in vitro (im Reagenzglas), aber auch an Tieren und Menschen.

Die gesundheitlichen Vorteile von Ashwagandha

Im Ayurveda wurde (und wird immer noch) Ashwagandha in unterschiedlichsten Bereichen verwendet. Vom Aphrodisiakum (Kräuter für die sexuelle Gesundheit) über die Darmregulierung bis hin zur Verbesserung des Gedächtnisses. Andere traditionelle Einsatzgebiete waren der Abbau von Stress, die Linderung von Müdigkeit und zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens. Aktuelle Studien

sammeln Daten über Ashwagandhas mögliche gesundheitliche Vorteile. Hier ein Zitat des Sloan Kettering Cancer Center:

„Es wird angenommen, dass die aktiven Bestandteile von

Ashwagandha Alkaloide, Steroidlaktone, Saponine sowie Withanolide einschließen.

In-vitro-Studien deuten darauf hin, dass Ashwagandha entzündungshemmende Eigenschaften hat, die vor Knorpelschäden bei Osteoarthritis schützen können.

Zusätzlich wurden Verbesserungen bei Hyperglykämie (hoher Blutzuckerspiegel), Hyperinsulinämie (erhöhter Insulinspiegel) und verminderter Insulinsensitivität bei Tierstudien nachgewiesen. [Anmerkung: Das bedeutet, Ashwagandha hat normalisierende Wirkung auf den Blutzucker und Insulinspiegel. Damit kann Ashwagandha eine hilfreiche Unterstützung für alle Diabetes Typ-2-Patienten sein].

Äußerlich kann es auch als lokales Analgetikum angewendet werden.“

Weitere Daten aus kleineren Studien am Menschen deuten

darauf hin, dass Ashwagandha dank seines Eisengehalts auch ein gesundes Wachstum und Entwicklung fördern kann. Die Daten weisen auch auf mögliche Anwendungen bei der Behandlung von Angstzuständen, zur Stärkung des Immunsystems

und der Gesunderhaltung von Gelenken hin. Frauen, die schwanger sind, sollten allerdings kein Ashwagandha einnehmen, da die Sicherheit der Einnahme in der Schwangerschaft nicht geklärt ist.

Die beruhigende Wirkung von Ashwagandha

Ashwagandha wirkt als Heilmittel, um das Nervensystem zu

beruhigen und um Angstzustände zu reduzieren. Laut Dr. Bruce Abedon, Direktor für wissenschaftliche Angelegenheiten bei Nutragenesis in Vermont, haben klinische Studien gezeigt, dass dieses exotische indische Kraut starke stressabbauende Eigenschaften hat, die als natürliches Beruhigungsmittel wirken. Ashwagandha hat auch andere gesundheitliche Vorteile.

Es kann Müdigkeit und Anspannung lindern, es wirkt als starkes Antioxidans und stärkt des Immunsystems. Es fördert Konzentration und Aufmerksamkeit, verbessert das Gedächtnis und erhöht die Ausdauer. Das Heilkraut kann allein oder in Kombination mit anderen Heilkräutern eingenommen werden, die dafür bekannt sind, das Nervensystem zu beruhigen und Stress abzubauen.

Der Ashwagandha Wurzelextrakt - Vorteile der Withanolide

Einer der wichtigsten Inhaltsstoffe von Ashwagandha ist in

der Wurzel am höchsten konzentriert. Es handelt sich um die sogenannten Withanolide, die die Fähigkeit haben, eine recht breite Palette biochemischer Prozesse in unserem Körper zu normalisieren.

Das ist auch der Grund dafür, dass die meisten im Handel

erhältlichen Produkte den Wurzelextrakt von Ashwagandha enthalten. Es gibt aber auch das Produkte, die aus der ganzen Pflanze hergestellt sind – also aus Blättern, Stängel und Wurzel. Die Konzentration an Withanoliden ist hierbei entsprechend niedriger und die Wirkung ist milder.

Dosierung und Einnahme

Ashwagandha wird typischerweise morgens eingenommen, es sei

denn man möchte den Schlaf verbessern. In diesem Falle macht es Sinn, Ashwagandha ca. eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen einzunehmen. Zusätzlich kann Ashwagandha auch vor bestimmten Situationen eingenommen werden, z.B. vor dem Sport, um Kraft und Ausdauer zu verbessern.

Die typische Tagesdosis liegt bei 1.500 mg

Ashwagandha-Wurzelextrakt. Am besten, man startet mit einer Tagesdosis von 500 mg und steigert dann alle drei Tag um 500 mg, um zu sehen wie der Körper auf die entsprechende Dosis reagiert. Eine maximale Tagesdosis von 6.000 mg sollte nicht überschritten werden. Bis 6.000 mg gilt die Einnahme von Ashwagandha als sicher.

Zur besseren Aufnahme empfiehlt es sich, eine Einzeldosis

entweder eine Stunde vor dem Essen oder zwei Stunden nach dem Essen einzunehmen. Zur Verbesserung des Schlafes wie gesagt am besten eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen.

Weitere Einsatzmöglichkeiten von Ashwagandha erfahren Sie

unter www.ashwagandha-infos.de.

 

Disclaimer: Ich bin kein Arzt und ersetze keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt.

Kommentare: 1
  • #1

    Eva Schmelzer (Dienstag, 13 November 2018 16:19)

    Ashwagandha ist in der Tat eine neue Erkenntnis für mich! Interessant in vielerlei Hinsicht, auch für Menschen, die Betablocker wegen Bluthochdruck einnehmen, die ja nicht (wie andere Blutdrucksenker) venenerweiternd wirken, sondern die Wirkung der Stresshormone blockieren sollen. Schlaffördernde Eigenschaften, Stärkung des Immunsystems und die vielen, vielen anderen positiven Auswirkungen der Winterkirsche auf den Körper sind auf jeden Fall dann noch willkommene Begleiterscheinungen. Wer einen Arzt hat, der der Naturheilkunde aufgeschlossen ist, könnte sich mit ihm beraten, vielleicht auch in vorsichtiger Eigenregie, die Dosis des Betarezeptorenblocker nach und nach senken und mit Ashwagandha kombinieren?!