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Färberpflanzen/ Naturfarben

Text: Marion Hartmann

Scherenschnitte: Erika Bulow-Osborne

25. 10. 2014

Scherenschnitt: Färberkamille
Scherenschnitt Färberkamille (c) Erika Bulow-Osborne

Man kann sich kaum eine umfangreichere Thematik vorstellen als die Verwendung von Farben von der frühesten Menschheitsgeschichte an. Farben wurden mit HIlfe von Pflanzen, Gesteinen, Erzen und auch zermahlenen Edelsteinen hergestellt. Allein die außergewöhnliche Vielfalt verwendeter Farben und Farbschattierungen in der Höhle von Lascaux (Frankreich) läßt erstaunen!

 

http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6hle_von_Lascaux

 

Vor der Erfindung des Feuers war nur das Kaltfärben mit mineralischen Stoffen möglich.

Die symbolische oder auch kultische Bedeutung von Farben existierte  über Jahrtausende, was sich immer mehr dem Bewußtsein des Menschen entzog und dem einzelnen Menschen in "entwickelten" Nationen lediglich nur noch als "mag ich" oder "mag ich nicht" gefühlsmäßig von außen entgegenkommt.

In die Empfindungsseele sogenannter "primitiver" Völker, die es zu missionieren galt, konnte man sich nicht mehr einleben.

Im Römischen Imperium bildeten die Purpurfärber eine eigene Zunft.

Purpur galt als die kostbarste Farbe überhaupt und reichte als solche bis ins Christentum hinein.

Zur Gewinnung diente die Purpurschnecke, deren Zuchtgebiete unter strengster Geheimhaltung standen. Unter Nero galt die Todesstrafe für Leute, die unrechtmäßig Purpur trugen, denn es war die allein die Farbe der Könige und Priester.


In diesem Zusammenhang taucht auch wieder der Menschheitslehrer Dr. Rudolf Steiner auf, welcher in der Hauptsache bezüglich der Deckenmalereien beim Bau des ersten Goetheanums in Dornach vorzüglich nach unschädlichen Farben und Farbmischungen suchte und eigens ein Forschungslaboratorium für Naturfarben eröffnete unter Hinzunahme Goethes Forschungen zur Farbenlehre, welche er im Laufe der Zeit vermochte, zu erweitern.

 

Ob Körperbemalung bei indigenen Völkern, die Wolle-und Stofffärberei, die Verwendung von Naturfarben ist schier unendlich.

Durch die Entwicklung synthetischer Farbstoffe auf der Basis von Kohle und Erdöl , namentlich in der Textilfärberei,verloren die Färberpflanzen mehr und mehr ihre Bedeutung.

Auch bei der Färbung von Leder, Papier.., in Bereichen der Kosmetik und Lebensmittelherstellung waren Naturfarben wichtig.

 

Aus Grabbeigaben ägyptischer Gräber sind Leinen sind Leinengewebe enthalten aus der Zeit von 1550 v. Chr., die bereits mit Indigo oder Krapp gefärbt waren.

 

Im Mittelalter war die Hausfärberei sehr verbreitet. Fast alle Färberpflanzen waren zugleich auch traditionelle Heilpflanzen.

Nur sehr teure Farbstoffe, wie zum Beispiel Safran, Curcuma, Waid.., wurden über weite Strecken transportiert und waren wegen der hohen Kosten den Feinfärbern vorbehalten, welche Textilien für den Hohen Adel färbten.

Der Farbstoffhandel hatte damals schon globales Ausmaß erreicht.

 

Aus Südamerika stammt die Cochenillelaus, die von den Spaniern auf den Kanaren eingeführt und zur Farbstoffgewinnung gezüchtet wurde.

Die Cochenilleläuse leben auf den Opuntien unter einer weißen Wachsschicht. 

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Opuntien

 

Die weiblichen Tiere erzeigen Karminsäure, ein roter Farbstoff, welcher in der Hauptsache für Lippenstifte Verwendung findet.

1 Kilogramm getrocknete Schildläuse ergeben 50 Gramm Karminsäure.

 

Der indische Indigo mit seinem tiefen Blau an der Grenze zum Violett dürfte bekannt sein. Der Anbau der Indigopflanze erfordert viel Handarbeit

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Indigopflanze

 

Unter den Färberpflanzen ist wohl die Färberkamille die bekannteste.

Ihre Blütenkörbe werden verwendet, um Wolle und Leinen in einem kräftigen, warmen Gelb zu färben.

Scherenschnitte von Erika Bulow-Osborne

FärberWaid und Blaubeere

Kommentare: 2
  • #2

    Eva Schmelzer (Montag, 01 Dezember 2014 18:44)

    Das ist wieder mal ein sehr interessanter Beitrag, der mich sehr interessiert, weil ich mir vorstellen könnte, dass ich einen Riesen-Spaß daran hätte, so was selbst zu machen. Leider werde ich das in einer kleinen Stadtwohnung kaum praktizieren können. Irgendwie gehört das geeignete Umfeld, Natur und Weite dazu. Umso schöner, wenigstens darüber zu lesen. Ich kann mir vorstellen, dass Stoffe, die mit natürlichen Färberpflanzen (oder den Läusen) gefärbt wurden, eine ganz besondere Anmutung haben. Auch stelle ich mir ganz besondere Kleidungsstücke dazu vor. Weich fallende Gewänder mit weiten Ärmeln, so ein wenig wie die Hippie-Kleider früher.
    Das einzige, an das wir niemals Farbe lassen dürfen, sind aber Erikas bezaubernde Scherenschnitte, gell?

  • #1

    Erika Bulow-Osborne (Freitag, 31 Oktober 2014 08:30)

    Marions Faerberfarben/Naturfarben
    Man kann sich ein Leben ohne Farben kaum vorstellen.Marion findet beeindruckende Quellen, welche ihre Artikel sehr interessant machen. Farben in symbolischer und kultischer Bedeutung, die Benutzung der Purpur-Schnecke und der Cochenille-Laeuse,ebenso wie Steiners Forschung fuer Deckenbemalung unter Hinzuziehung von Goethes Farbenlehre.
    Ich kam durch einen Besuch des Thomas Gainsborough Houses in Sudbury auf die grosse Zahl der Faerberpflanzen, die dort in einem Beet angepflanzt wurden.Ein weiterer Besuch wird unbedingt stattfinden.