Folge mir auf Facebook

Folge mir auf Twitter

Salbei

Text:Marion Hartmann

Salbei und Frauenmantel
Salbei, hier mit Frauenmantel zusammen

 

Vorbemerkung:

Ich möchte die Kräuter- und Heilpflanzensparte mit dem Gotteskraut Salbei beginnen, weil es mich neulich von einer schlimmen und hartnäckigen Nierenentzündung befreite, auf die selbst Antibiotika keine Wirkung mehr zeigten.

Ganze 3 Wochen harrte ich mit Nierenbluten, schlimmen Schmerzen, Fieber und Bluthochdruck der versprochenen Wirkung eines antibiotischen Medikaments.

Die Sorge, hier könne sich etwas Chronisches entwickeln, ließ mich schließlich nach Salbei greifen.

Natürlich befand sich die Nierensache in einem Stadium, wo keine Zeit mehr ist, herumzudoktoren. Aber, ich hatte keine Wahl. Und so trank ich 2 mal täglich eine große Tasse Salbei- Tee.

Die Wirkung schlug nach 3 Tagen merklich an! Langsam ließ der Schmerz nach, das Fieber verschwand und alle anderen Unannehmlichkeiten.

Ich erfuhr die vollkommene Wiederherstellung meines Gesundheitszustandes und beuge mich respektvoll vor diesem Kräutlein! 

Eine kleine Kulturgeschichte des Salbei

Salbei
Salbei

Diese duftende Pflanzenschönheit wurde wahrscheinlich im Alten Griechenland kultiviert.

Von Theophrastus wurde sie als "Speise der Gebärenden" bezeichnet nach der Geburtsgöttin "elelisphakos"!

Später wurde der Salbei mit dem Erlöser gleichgesetzt und mit dem Namen "salviam" benannt!

Seinen betörenden Duft soll der Salbei von der Göttin "Aphrodite" bekommen haben!

Schon die Kelten schätzten die vitalisierende Energie des Salbei, die Römer liebten ihn als Universalheilmittel.

Indianerstämme, die in heißen, wüstenähnlichen Gegenden leben, verwenden Salbei, um den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen zu reduzieren.

Salbei hemmt die Schweißentwicklung und hält das Wasser im Körper.

Während der großen Pestepidemie von Toulouse im Jahre 1630 begannen Diebe ohne Furcht vor Ansteckung die Leichname auszuplündern. Sie wurden gefasst und die Ratsherren schenkten ihnen für die Preisgabe ihres Geheimnisses das Leben. Sie verwendeten in Essig eingelegten Salbei und ein wenig andere Zutaten wie Thymian,Lavendel und Rosmarin. Zum Schutz vor der Pest rieben sie sich damit den ganzen Körper ein!

Salbei ist ein Viel- Wunderkraut, das in der Lage ist, auf mehrere Ebenen des Körpers einzugreifen!

Im Mittelalter stand in den Kräuterbüchern: "Wer Salbey baut, den Tod kaum schaut!"

 

Salbei
Salbei

Heimisch ist der Salbei in der Hauptsache in den wärmeren Regionen der Erde, gedeiht aber auch bei uns sehr gut.

Mit 700 Arten ist er weltweit vertreten, 4 Arten gibt es in Deutschland. 

Er bevorzugt trockene, steinige und oft kalkhaltige Böden, Felsflure oder Trockenwiesen.

Als Küchen- und Heilkraut findet der Salbei die breiteste Verwendung!

Der weisse Salbei als Räucherpflanze

Seine desinfizierende und lungenstärkende Wirkung machte den weissen Salbei zu einem beliebten und bald unabdingbaren Räuchermittel. Die Hopi Indianer blasen Epileptikern und Ohnmächtigen den Rauch zur Belebung ins Gesicht!

Die energetische Reinigung von Räumen nach Krankheiten und Todesfällen, oder auch nur bei Wahrnehmungen schlechter Energie ist äußerst sinnvoll. Geist und Heilkraft verbinden sich außerhalb des Verstandes unsd bewirken einen harmonischen Energiehaushalt.

Die Heilkraft des Salbei

* Weisser Salbei getrocknet und zwischen den Fingern zerrieben, wird noch heute bei Indianerstämmen auf   Verbrennungen aufgetragen.

* Heisse Umschläge mit zerriebenen Salbeiblättern helfen gegen rheumatische Beschwerden

* Bei Kopfschmerzen hilft das Auflegen frischer Salbeiblätter

* Das ätherische Öl des weissen Salbei lindert sämtliche Erkältungsbeschwerden

* Weisser Salbei unterstützt Kopf und Verstand und arbeitet gegen geistige Übermüdung, da er den 

  Sauerstoffaustausch stark anregt!

* Paracelsus, Hildegard von Bingen und andere Heilkundler verwendeten Salbei bei akutem Fieber, 

  Zahnschmerzen, Koliken, Harnwegsleiden und Frauenbeschwerden, sowie bei Infekten.

Die Blüten des Salbei eignen sich hervorragend als Bienenweide.

Der echte Salbei darf nicht mit dem Wiesensalbei verwechselt werden. Letzterer ist nicht für medizinische Zwecke geeignet!

Echter Salbei als Küchenkraut:

Hier dient er der Verfeinerung von Suppen, Eintöpfen und Soßen. Aber auch Quark und Weichkäse kann mit Salbei abgerundet werden!

(Marion Hartmann)

Scherenschnitt Salbei
Salbei (c) Erika Bulow Osborne

Hier noch eine fachliche Anmerkung aus dem Buch “Die Illustrierte Enzyklopaedie der Kraeuter” Aus dem Englischen übersetzt von Erika Bulow Osborne

 

Salbei hat eine Pfahlwurzel mit einem viereckigen Stamm fuer den kleinen haarigen Busch. Unten ist es verholzt und es kann bis in die Verzweigungen holzig sein. Die Blaetter sind rechteckig bis oval und gesaegt, faltig, oben haarig. Die Blute ist zweilippig, blau-violett, roetlich-violett oder weiss in Spiraligform. Sehr anziehend fuer Bienen. Die Frucht besteht aus vier Nuesschen. Alle Teile der Pflanze sind aromatisch. Urspruenglich stammt Salbei vom Mittelmeerraum, aber wurde vor langer Zeit bereits in Europa angebaut. Kommerziell wird es in Mittel- und Sued-England angebaut. Doch grosse Mengen werden wild in den noerdlichen Gebieten des Mittelmeerraumes gesammelt.

Salvia von Salvere=gesund sein, das alte franzoesische Wort saulje.

Salbei wurde als Hilfe fuer Empfaengnis gegeben.Die Blaetter verwendet man medizinisch. 2,5% wichtige Oele mit Thujone (15-35 %) Borneol, Cineol und Kampfer, dazu die bitteren Salvin und Picrosalvin und oestrogene Substanzen, Harz und Tannin. Durch diese Substanzen hat Salbei antiseptische, antifungale, adstringende, diuretische, carminative,antidiarrhoeale, antispasmodische und antiphoretische Eigenschaften. Es wird vielfach medizinisch eingesetzt. In Kraeutermedizin wird es als Infusion gegeben, um Schweiss und Milchproduktion zu verringern, oder um Erkaeltungen, Husten, nervoeses Leiden und gastrointestinale Beschwerden zu behandeln. In Homophatie wird eine Tinktur aus frischen Blaettern gebraucht

 

Vorsicht: Salbei sollte nicht in grossen Mengen verwendet werden, wegen des Thujone.

 

Das wichtige Oel, welches durch Dampf-Destillation aus nur teilweise getrockneten Blaettern gewonnen wird, benutzt die Pharmazie, Parfuemerie, Liqueur -und Nahrungsmittel-Industrie. Salbei Bluetezeit Juni bis Juli.

Buchempfehlungen

Büchertipps

Kommentare: 3
  • #3

    Okapi (Freitag, 02 August 2013 22:25)

    Im Zuge meiner Ausbildung zum Heilkräuterkundigen kann ich diesen Bericht über Salbei getrost belobigen. Hinzufügen kann ich diesbezüglich, das Salbei auch auch gegen Zahnfleischschwund und Herpesbläschen helfen kann. Habe heute Salbeisamen geerntet. Bin auf den nächsten Artikel gespannt. Ich hätte da noch eine Pflanze die ich bei Heuschnupfenbeschwerden bestens empfehlen könnte. Lichte Grüße Okapi

  • #2

    christine (Donnerstag, 01 August 2013 16:01)

    Super Co-Produktion,
    Glückwunsch euch beiden!!
    Gruß Christine

  • #1

    Gudrun Kaspareit (Dienstag, 16 Juli 2013 09:35)

    Liebe Marion,
    Hut ab vor deiner schönen und so gut recherchierten Arbeit! Ich bin jedenfalls total begeistert und möchte ganz herzlich danke sagen, für diesen schönen Artikel,
    Liebe Grüße Gudrun.