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Der Giersch - Aegopodium padagraria

Text Und Foto: Yves Stöhr

Foto: Wikipedia

28.04.2016

Giersch
(c) Yves Stöhr Giersch

Wenn man bei schönem Wetter im Wald spazieren geht, kann man sie oft entdecken: Kleine

Gruppen mit relativ unscheinbaren Pflänzchen: dem Giersch.

 

Er wächst auf stickstoffreichen Böden. Man findet ihn, wie schon erwähnt, in Gruppen an

schattigen Stellen am Waldrand und in Gärten, in denen er aber eher gefürchtet als geschätzt wird.

Und das, obwohl er doch so ein wunderbares Kräutlein ist. Giersch passt gut in den Salat und man

kann ihn als Gemüse zubereiten, außerdem ist er ein vielfältiges Heilkraut.

Er wurde in der Vergangenheit nicht nur in Notzeiten als Wildgemüse geschätzt, sondern sogar in

Bauern- und Klostergärten angebaut.

Man kann ihn leicht erkennen: Er hat drei Blattgruppen an seinem Stiel. Dieser hat 3 Kanten die

man gut fühlen kann, wenn man ihn in der Hand hin und herdreht. Außerdem hat er eine Rinne an

der Vorderseite des Stiels. Seine Blätter sind am Rand leicht gezähnt und wenn man Giersch in

den Fingern zerreibt riecht er nach Möhre und Petersilie - weshalb er auch früher als

Petersilienersatz diente.

Seine Haupterntezeit ist ab März. Dann kann man die Jungen Blätter ernten, sie schmecken mild

und feinwürzig. Grundsätzlich kann man den erwachsenen Giersch aber auch den Rest des

Jahres sammeln.

Giersch gehört zu den Doldengewächsen. Zu dieser Familie zählen Giftpflanzen wie der Gefleckte

Schierling und die Hundspetersilie. Er sollte daher nur von Kennern gesammelt werden.

Er enthält Ätherische Öle, Vitamin A und C, Kalium und Eisen.

In der Naturheilkunde regt Giersch als Frühjahrskur den Stoffwechsel und die Nierentätigkeit an.

Wegen seines hohen Eisengehalts ist er für Frauen oder Menschen mit Eisenmangel zu

empfehlen. Außerdem unterstützt er eine gesunde Ernährung. Man kann ihn einfach so essen oder

ein wenig zubereiten:

 

Spaghetti mit Giersch-Tomatensauce

 

1 Packung Spaghetti

2 Zwiebeln fein würfeln

2 Zehen Knoblauch fein gewürfelt

etwas Öl

3-4 frische Feischtomaten gewürfelt

3 Handvoll Giersch

Salz / Pfeffer

Sahne

Die Spaghetti nach Packungsanweisung kochen.

Die Zwiebeln in Öl andünsten und die gewürfelten Tomaten dazu geben. Danach mit der Sahne

ablöschen, alles würzen und ca. 30 Minuten köcheln lassen. Den Giersch von den Stielen befreien,

die Blätter hacken und zusammen mit dem Knoblauch zur Sauce geben.

Mit der Sauce angerichtet servieren.

So zubereitet ist der Giersch eine leckere Mahlzeit für den Frühling/Sommer.

 

Disclaimer: Ich bin kein Arzt und ersetze keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie

sich bitte an einen Arzt.

 

Yves Stöhr

Giersch
(c) Gudrun Kaspareit Giersch
Kommentare: 5
  • #5

    Marion Hartmann (Donnerstag, 23 März 2017 17:40)

    Ich freue mich sehr über diesen Bericht. Der Giersch.., sehr anschaulich verfasst, man spürt die Liebe zum Wald und seinem Pflanzenreich und die besondere Gabe der Vermittlung an die Leser.
    Mit Gudruns schönem Foto nebst den guten Rezepten hat der Giersch sich umfassend dargestellt.
    Mein Dank an Yves Stöhr und Gudrun!

  • #4

    Gudrun (Donnerstag, 12 Mai 2016 22:21)

    Hier Pesto mit Giersch
    Pinienkerne, Wildkräuter, 2 Knoblauchzehen fein zerhacken, mit Olivenöl mischen dann noch Parmesankäse dazu und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

  • #3

    Gudrun (Donnerstag, 12 Mai 2016 22:17)

    Eine Freundin hat noch ein Rezept für lecker Giersch Limo
    1 Kräuterstrauß aus: 10 Blättern vom Giersch, 1 Ranke vom Gundermann, 1 Stengel Pfefferminze
    1 Liter Apfelsaft; 1/2 Flasche Mineralwasser; Saft einer Zitrone
    Kräuterstrauß in den Saft hängen, kräftig drücken und kühl stellen. Nach mindestens drei Stunden den Strauß herausnehmen, Zitronensaft und Mineralwasser zugeben.

  • #2

    Eva Schmelzer (Dienstag, 03 Mai 2016 14:00)


    Nach dem Lesen dieses Beitrags, lieber Yves, habe ich mich spontan dazu entschlossen, gleich loszugehen und Giersch zu pflücken. Ich wohne zwar mitten in der Stadt, jedoch haben wir einen großen Park in der Nähe, der viele naturbelassene Flächen hat, und dort gibt es eben auch Giersch. Alle anderen Zutaten habe ich sowieso im Haus, und so gibt es heute abend mal ein neues Frühlings-Gericht. Davon abgesehen habe ich durch den Artikel viel Neues erfahren, für mich besonders interessant, dass der Giersch einen hohen Eisengehalt hat, weil mein Speicher etwas leer geworden ist. Werde also einen Strauß in die Vase stellen und die Blätter statt Petersilie verwenden, z.B. in Salaten. Außerdem sieht er schön aus, und ich kann immer frischen Nachschub holen auf meinen Spaziergängen. Danke!

  • #1

    Erika (Montag, 02 Mai 2016 22:05)

    Sehr erfreulich war es, einen weiteren Artikel ueber Kraeuter lesen zu koennen. Der Giersch ist zu sehr in Vergessenheit geraten, obwohl Hildegard von Bingen ihn in Physica erwaehnte. In England soll der Giersch durch die Roemer eingefuehrt und von dort dann, ueber Moenche, weltweit verbreitet worden zu sein. Im Deutschen das ernnere ich mich an Zipperleinkraut oder Podagrakraut, im Englischen Bishop's Weed, Goutwort oder Ground Elder, obwohl er keineswegs mit dem Holunder verwandt ist. Sehr herzlichen Dank auch fuer das Rezept.