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Der Weihrauch

Text: Marion Hartmann

Foto: Wikipedia

Scherenschnitte: Erika Bulow-Osborne

07.10.2019

Boswellia-Sacra-Baum aus dem Oman
Von Goettertraene - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://co Boswellia-Sacra-Baum aus dem Oman mmons.wikimedia.org/w/index.php?curid=71187353

Die Rede soll sein vom echten Weihrauch, von dem es noch nie gelungen ist, ihn in anderen Gebieten anzubauen, als nur in seinem angestammten Herkunftsort, dem Sultanat Oman, der Region Dhofar, wo schon vor 2000 Jahren die Beduinen die Rinde der knorrigen Bäume anritzen, um Tage später das auslaufende, reinste Harz zu gewinnen, wie es auch heute noch ist und die Frauen genau wie damals die streng geheimen Rezepturen von Weihrauchmischungen nur innerhalb der Familien weitergeben.

 

Der echte Weihrauch zählte zu den begehrtesten Handelsgütern der antiken Welt, er wurde in Ägypten genauso verbrannt wie bei den indischen Maharadschas, in Rom wurde er in Gold aufgewogen.

Über Tausende von Kilometern nahm er seinen Weg zu den Herrschern der Welt und es entstand die  Weihrauchstraße, ein Kapitel der Geschichte, das in eine uns völlig fremde Welt führt.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Weihrauchstra%C3%9Fe

 

Die Weihrauchstraße selbst war mit der über 10 000 Kilometer langen Seidenstraße aus China verbunden.

Wir kennen den Nebel des Göttlichen aus der Kirche, wo aber eher doch Weihrauch aus Indien oder Afrika

verwendet wird, der zwar preiswerter, aber fern der Qualität des Weihrauchs aus Dhofar ist.

Die verschiedensten Heilweisen des Weihrauchs beschreibt folgender Link:

 

https://www.annatom.de/weihrauch

 

Marco Polo schrieb, als er im 13. Jahrhundert in Dhofar vorbeischaute: 

"Dhofar ist eine großartige und schöne Stadt mit einem sehr guten Hafen, in dem es geschäftig zugeht.

Die Kaufleute machen enormen Profit, indem sie mit arabischen Pferden handeln.., und viel heller Weihrauch wird hier produziert!"

So trifft man auch heute auf verschleierte Verkäuferinnen, welche die "Tränen Allahs" anbieten, wie der Weihrauch in Oman genannt wird. Die Weihrauchbäume Omans, von denen es 60 000 gibt in karger, steiniger Mondlandschaft, wachsen nicht etwa auf Plantagen sondern wachsen wild, abseits von der Stadt und zählen zum Unesco Welterbe.

8 - 10 Jahre muss ein Weihrauchbäumchen wachsen, bevor es angezapft wird und alle 7 Jahre gönnt man den Bäumen eine mehrjährige Regenerationspause.

Omans Weihrauch ist ein sehr helles Harz mit einer gelblichen, weißen bis elfenbeinfarbenen Färbung -

(Boswellia sacra).

Lassen wir die "Tränen Allahs" sprechen:

"O Fremder, verweile du in meinem Garten und nimm von meinen Früchten, aber komm keinem Baum zu nahe in böser Absicht, sonst würdest du zu den Ungerechten gehören!"

Heute sind die meisten der alten Karawanenwege der Weihrauchstraße verweht, ihre Städte im Sand versunken,

An einer alten Kreuzung von drei Handelswegen begann man zu graben und fand die Ruinen einer Stadt, die manche für das sagenhafte Wubar halten, jene Stadt, die sowohl in den Märchen aus "Tausendundeiner Nacht erwähnt wird, wie auch im Koran und dort steht, dass die Stadt wegen ihres Hochmuts von Allah persönlich vernichtet wurde.

Wer Weihrauch für sich als Heilmittel entdeckt, dem sei empfohlen, sich auf die Weltgeschichte des Weihrauchs einzulassen, sich auf diese Weise würdig zu erweisen. Vielleicht kann man so diesem Baum

von den Flecken des reinen Nutzens befreien, denn zumeist ist es mit dem Kauf und der Verwendung schon getan.

Scherenschnitte Myrrhe und Weihrauch von Erika Bulow-Osborne

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