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Möbelhaus Ikea - Kahlschlag in Rußlands Urwäldern

Das Video zum Thema. So zerstört Ikea Wälder für billig Möbel und missbraucht Nachhaltigkeitssiegel.

Skrupellosigkeit und Gier, wie oft, wenn es um gigantische Gewinne geht. Ikea macht Umsatz, der Kunde bekommt günstige Möbel, russische Eigner und Firmen partizipieren ebenfalls, aber die Natur bleibt - mal wieder -  auf der Strecke.

Im Kahlschlag werden russischen Wälder abgeholzt – darunter auch Urwaldflächen. Jahrhundertealte Bäume werden abgesägt und die empfindlichen Böden von den tonnenschweren Maschinen zerstört. So sieht die "verantwortungsvolle Forstwirtschaft" aus, die Ikea den Kunden verspricht.

Bitte beteilige Dich an der Unterschriftenaktion von "Rettet den Regenwald e.V." (Link unter dem Text)

Ikea: Wohnst du noch oder zerstörst du schon?

Für 129 Euro wird der Ikea-Holztisch Modell Jokkmokk mit vier Stühlen angeboten. „Massive Kiefer; ein Naturmaterial, das wunderschön altert.“ schreibt Ikea dazu. 100 Millionen Möbelstücke verkauft der Konzern pro Jahr in seinen Einrichtungshäusern rund um den Globus. Der Holzbedarf ist mit über 13,6 Millionen Kubikmetern entsprechend gigantisch. Den Preis zahlt die Natur.

Ein großer Teil der Möbelhölzer stammt aus dem hohen Norden Russlands, wie die sehr feinen Jahrringe verraten. Im kühlen Klima nahe des Polarkreises wachsen die Bäume nur sehr langsam. 300.000 Hektar Naturwald hat die Ikea-Tochter Swedwood allein in Karelien gepachtet. Seitdem geht es dem Wald an den Kragen, darunter viele bisher von der Holzindustrie unberührte Flächen.

Tonnenschwere Erntemaschinen legen innerhalb von Sekunden die jahrhundertealten Bäume um. 800 Stück pro Tag rodet jedes der Ungetüme, entastet die Stämme und stapelt sie für den Abtransport ins Möbelwerk. Die fast mannshohen Reifen durchpflügen den weichen, sumpfigen Waldboden. Es wird Jahrzehnte dauern, bis sie sich wieder davon erholen. Tagtäglich holzt Ikea weitere artenreiche Urwaldstücke ab. Öde, leblose Kahlschläge machen sich überall breit.

Kahlschlag mit dem Ökolabel FSC

Ikea hält die Abholzung der borealen Urwälder für „nachweislich verantwortungsvoll“. Der Konzern verweist dazu auf das Siegel Forest Stewardship Council (FSC). Der Kahlschlag in Karelien ist mit dem Ökolabel der Bonner Firma FSC International Center GmbH zertifiziert. FSC-Watch kritisiert den Etikettenschwindel mit dem FSC-Label schon seit langem.

Pressemitteilung: FSC ist kein „Ökolabel“

05.07.2012

Pressemitteilung zum „Offenen Brief des FSC Deutschland an Rettet den Regenwald"

Hamburg, 5. Juli 2012

In einem offenen Brief an den Verein Rettet den Regenwald vom 3. Juli 2012 kommt der FSC Deutschland zu einer erstaunlichen Behauptung: „Ihre Aussage, der FSC sei ein Ökolabel, ist falsch und entbehrt jeder Grundlage", schreibt uns der Geschäftsführer des FSC Deutschland.

Wer aber zum Beispiel im Netz „FSC"+"Ökolabel" eingibt, findet auf über 120.000 Webseiten die beiden Begriffe. Presse, Umweltorganisationen und selbst Möbelportale bezeichnen schon seit Jahren FSC als „Ökolabel". Protestiert der FSC auch bei all diesen Institutionen gegen die „falsche" Behauptung?

Oder stört sich der FSC jetzt daran, dass Rettet den Regenwald in seiner aktuellen Protestaktion „Ikea: Wohnst du noch oder zerstörst du schon?" den industriellen Kahlschlag von russischen Urwäldern durch den Einrichtungskonzern kritisiert? Die Abholzungen sind mit dem „Siegel" des FSC als „nachhaltig" zertifiziert. Schon über 40.000 Menschen haben die Aktion unterzeichnet.

Die Kritik an der Vergabe des FSC-Labels für den industriellen Holzeinschlag in den borealen Wäldern in Nordeuropa ist absolut nicht neu. Auch andere Organisationen wie beispielsweise Greenpeace 1.) und die Swedish Society for Nature Conservation (SSNC) 2.) prangern dies seit vielen Jahren an. Die SSNC ist wegen der FSC-zertifizierten Kahlschläge aus FSC ausgetreten. Auch die Umweltorganisationen FERN und Robin Wood haben FSC International verlassen.

Die fatale Rolle des FSC beim industriellen Holzeinschlag in Urwäldern hat Rettet den Regenwald schon im Januar 2010 im Artikel „Die Label-Lüge - FSC Zertifikat als Türöffner für Regenwaldabholzer" durchleuchtet. Und FSC-Watch hat Hunderte von fragwürdigen Praktiken, unangemessenen Siegelvergaben, Verstößen usw. bei FSC dokumentiert.

Die Firma FSC International Center GmbH mit Sitz in Bonn betreibt das weltweit gültige FSC- Label. Damit werben viele Firmen für die Umweltfreundlichkeit ihrer Papiere oder Holzprodukte. Den Kunden sollen die zertifizierten Produkte suggerieren, dass diese aus „verantwortungsvoller Waldbewirtschaftung" und nicht etwa aus Regenwald-Rodung stammen.

Der Kahlschlag der FSC- zertifizierten russischen Urwälder entlarvt das Label ein weiteres Mal als Etikettenschwindel. Mit „Öko" hat das FSC-Siegel also wahrhaftig nichts zu tun. In diesem Punkt sind wir uns mit dem FSC Deutschland absolut einig.

Hier können Sie die Antwort von Rettet den Regenwald auf den „offenen Brief des FSC Deutschland" lesen.

Neuigkeiten zum Thema IKEA

Protest gegen IKEA erfolgreich

Rettet den Regenwald e.V. Pressemitteilung, 18.2.14

Ikea beendet die Abholzung der letzten Urwälder im russischen Karelien. Seit vielen Jahren fällt Swedwood Ikea Industry in den borealen Wäldern im Kahlschlag und mit schweren Maschinen Jahrhunderte alte Bäume. Rettet den Regenwald hatte 65.000 Unterschriften gesammelt.

Swedwood Ikea Industry wolle seine Holzproduktion in Russland zukünftig auf seinen Produktionsort Tikhvin konzentrieren und den Betrieb in Karelien schließen, verbreitet die Firma in einer Pressemitteilung. Genannt werden wirtschaftliche Gründe.

„Es ist gut, dass nun Ikeas Motorsägen und Forstschlepper in Karelien ruhen sollen“, erklärt Klaus Schenck, Wald- und Energiereferent von Rettet den Regenwald: „Die Urwälder dürfen jetzt keinesfalls an andere Holzunternehmen verkauft, sondern müssen endlich komplett unter Schutz gestellt werden. Auch an anderen Standorten muss Ikea Holz wirklich umweltfreundlich und sozialverträglich produzieren. Allerdings ist fraglich, ob dies bei Ikeas Jahresverbrauch von ca. 14 Millionen Kubikmetern Holz überhaupt möglich ist.“

Linda Nordström Ellegaard von der Organisation Protect the Forest sagt: "Gemeinsam mit russischen Umweltschutzorganisationen fordern wir von Ikea als multinationalem Unternehmen, dass der Konzern kein Holz in intakten Urwäldern einschlagen oder aus solchen Gebieten kaufen darf, gleichgültig ob die Wälder zertifiziert sind oder nicht."

Zusammen mit Rettet den Regenwald kritisieren Umweltschützer in Schweden und Russland schon seit Langem den industriellen Kahlschlag durch Ikea. Der Konzern holzt intakte Waldgebiete mit Jahrhunderten alten Bäumen und außergewöhnlicher Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten großflächig und mit schweren Maschinen ab. Die Flächen werden in monotone Wirtschaftswälder umgewandelt. Während die Schäden für Natur und Böden immens sind, macht Ikea mit dem geschlagenen Holz Profit.

Ikea rechtfertigt die Abholzungen in Karelien bisher damit, dass die Firma FSC International die Urwaldgebiete 2006 zertifiziert hat. Der Kritik von Rettet den Regenwald an der zertifizierten Urwaldabholzung entgegnete FSC mit einem offenen Brief, wonach „FSC kein Ökolabel“ sei. Ende Januar 2014 verlor Sweedwood Karelia das Zertifikat für seine Waldkonzession allerdings.

Im Sommer 2012 hatte Rettet den Regenwald die Protestaktion Ikea: Wohnst du noch oder zerstörst du schon? gestartet. Im Dezember 2012 übergaben die schwedischen Umweltschutzorganisationen Protect the Forest und Friends of the Earth Sweden Ikea 180.000 Unterschriften aus aller Welt – 65.000 davon stammten von Rettet den Regenwald.

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Kommentare: 3
  • #1

    Gudrun Kaspareit (Dienstag, 17 Juli 2012 13:58)

    Ach, FSC ist KEIN Ökosiegel????? Wir haben es ja schon immer gewusst - aber nun ist es offiziell!

  • #2

    Nicole Zobel (Dienstag, 04 September 2012 12:13)

    Ikea: Wohnst du noch oder zerstörst du schon? Man kann einfach keiner großen Firma mehr trauen. Das oberste Gebot ist immer der Profit, dem wird schamlos alles untergeordnet. Und glaubt mal, leibe IKEA Manager, wir, das Volk, wir sprechen darüber und wir lassen uns von Eurer vorgegaukelten Volksnähe nicht mehr verschaukeln. Wenn man zu Ikea in Virginia USA zB. geht, wird man automatisiert an der Kasse gefragt, ob man einen Dollar zur Aufforstung spenden will. Das habe ich immer getan. Aber forstet Ihr wirklich auf, oder bestecht Ihr mit dem Geld die Verantwortlichen in Sibirien, sodaß Ihr da mühelos alles abschlagen könnt. Schande über Euch!

  • #3

    arbeitsplatzschweiz (Dienstag, 04 Februar 2014 08:37)

    Immer neue Labels schaukeln dem Konsumenten ein gutes Gewissen vor. Mit Sparsamkeit und Bescheidenheit könnte der wahnsinnige Konsum gedrosselt werden - aber leider ist das total "out" - das Gegenteil ist der Fall und die meisten Menschen interessieren sich nur für ihren Profit. Eigentlich müssten wir (fast) vegetarisch leben und dürften nur Güter aus unserer unmittelbaren Umgebung konsumieren - so wären die Produkte noch knapp kontrollierbar. Die Globalisierung brachte bloss Ausbeutung sowie absichtliche und unabsichtliche Ignoranz. Geld regiert und man geht dafür über Leichen... Es ist schwierig, gegen Grosskonzerne, Banken, Regierungen anzukämpfen. Mit unserem Konsumverhalten können wir ein minimales Zeichen setzen - aber es bleibt frustrierend...