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Danke Greenpeace,  Shell stoppt Bohrung in der Arktis

Text und Foto: Gudrun Kaspareit

Shell bläst die Probebohrungen in der Arktis ab. Natürlich bestreitet Shell, das seine Entscheidung mit dem hartnäckigen Protest von Greenpeace zu tun hat, sondern begründet seine Entscheidung damit, dass die Investitionen sich nicht lohnen würden und das finanzielle Risiko zu hoch sei.

Das mag wohl stimmen, denn weltweit sind die erneuerbaren Energien auf dem Vormarsch und Erdöl und Gas haben keine wirkliche Zukunft. Dennoch ist es Greenpeace entscheidend mitzuverdanken, dass Shell aufgegeben hat. Erst die Öffentlichkeitsarbeit und die Problembewusstmachung haben Shell heftigen Gegenwind beschert.

Die Bohrungen in der Arktis waren von Anfang an umstritten, wegen des sehr empfindlichen Ökosystems. Die behördlichen Auflagen waren für den Konzern sehr hoch, der Erfolg nicht sicher und die öffentliche Aufmerksamkeit dank Greenpeace hat wohl zusätzlich zermürbt.

Schon jetzt hat Shell dadurch 3 Milliarden Dollar Verlust gemacht. Ehe es noch mehr geworden wäre, hat Shell die Notbremse gezogen. Eine enttäuschende Bohrung in der Tschuktschen See und sinkende Ölpreise haben das ganze Unterfangen unrentabel gemacht. Ein herber Flop für Shell und ein riesen Erfolg für Greenpeace.

Die Ölsuche im Eismeer ist in Zeiten sinkender Ölpreise nicht mehr rentabel, so dürften Anleger und Aktionäre insgeheim froh sein, das Shell das Unternehmen gestoppt hat, so die Einschätzung von Experten der Deutschen Bank und der Schweizer UBS.

Umweltschützer hatten schon immer scharf gegen Ölbohrungen in der Arktis protestiert. Bei einem Ölunfall währe es zu verheerenden Auswirkungen für die dortige Tierwelt gekommen. Zudem treibt das Verbrennen fossiler Stoffe den Klimawandel voran. Bei Greenpeace dürften jetzt die Korken knallen. Erst vor wenigen Tagen hatten sie noch in 40 Städten Protestaktionen veranstaltet gegen diese Ölbohrungen.

Barak Obama hatte erst im Mai, unter strengen Auflagen zwar, die Bohrungen genehmigt, während die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton gegen die Bohrungen gewesen ist, denn sie hält die Arktis für einen einzigartigen Schatz, den es zu bewahren gelte.

Ich bin froh, dass endlich ein Mal die Vernunft gesiegt hat. Ähnlich hat es sich ja auf dem Darß am Saaler Bodden abgespielt, wo die CEP nach Öl bohren wollte. Es macht sich offenbar endlich die Erkenntnis breit, das Öl langfristig keine Zukunft hat.

Nun muss Shell nur sein Desaster im Nigerdelta aufräumen, dann wäre ich zufrieden.

Kommentare: 2
  • #2

    Gudrun Kaspareit (Montag, 02 November 2015 07:47)

    Liebe Eva,
    wie immer vielen Dank für Deine ausführlichen Kommentare, die fast informativer sind als der eigentliche Artikel. Ich bin sehr froh, dass Du Dich so intensiv mit den Artikeln beschäftigst. Was den Darß anbelangt ist hier mal der Link. Dies ist auch mein letzter Kenntnisstand.
    Sei ganz lieb gegrüßt,
    Deine Gudrun
    http://www.naturwelt.org/das-meer/%C3%B6lbohrung-im-naturschutzgebiet-ist-abgesagt/

  • #1

    Eva Schmelzer (Sonntag, 01 November 2015 14:30)


    Was soll ich da anderes tun als daraufhin auch die Korken knallen zu lassen – auf das Wohl zu trinken von Greenpeace und die vielen anderen, die mit protestiert haben? Zu euphorisch wollen wir aber nicht sein, erstmal vielleicht nur ein kleines Fläschchen köpfen. Ja, es ist viel angerichtet und vernichtet worden in der Vergangenheit von Shell und auch anderen (z.B. BP: Deepwater Horizon 2010). Aber so wie Gudrun es beschreibt, scheint es doch wohl ein Umdenken oder zumindest gründliches Überdenken zu geben in Politik und Wirtschaft. Ich sehe das eindeutig auch so, dass wir das Organisationen wie Greenpeace und vielen einzelnen Menschen zu verdanken haben, die die großen Orgas unterstützen. Und wenn es immer mehr werden in der Bevölkerung, die das nicht länger dulden wollen, müssen auch die Politiker reagieren (zumindest in demokratischen Ländern), wenn sie keine Wählerstimmen verlieren wollen.
    Gerade hab ich mal nachgelesen: Anfang 2015 gab Shell eine außergerichtliche Einigung bekannt, der zufolge 15.600 geschädigte Bewohner des Niger-Deltas vom Unternehmen individuelle Entschädigungen von insgesamt 44,6 Mio. Euro erhalten, weitere 25 Mio. Euro erhält die Gemeinde Bodo. Jeder der betroffenen Bewohner erhält somit etwa 2.800 Euro, was der Zahlung des nigerianischen Mindestlohns über einen Zeitraum von drei Jahren entspricht. Shell-Nigeria verpflichtete sich zudem auf einen Beginn der Reinigung der verschmutzten Gebiete. Eine Mrd Dollar soll die Sanierung der betroffenen Region kosten. Das alles sind zwar Peanuts für den Großkonzern, aber immerhin… Shell behauptet zwar nach wie vor, dass Diebstähle und Sabotage zu den Ölaustritten führen, einhergehend mit Vandalismus und Bränden, aber selbst wenn es so wäre – Shell sollte sich so oder so aus diesem Gebiet zurückziehen. Aber bitte alles so sauber hinterlassen wie überhaupt noch möglich.
    Ich weiß aber gar nichts Aktuelles über die Bohrungen auf dem Darß, nur dass es schon ein jahrelanges Hickhack gibt. Würde mich sehr über eine Kurzinfo freuen.