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Streit um Wildbienenlehrpfad

Jürgen Kruse

13.01.2017

Bienenhotel
(c) Gudrun Kaspareit "Bienenhotel

 

Antrag für Gemeinderat - Landwirte gegen Wildbienenlehrpfad
Münsterland Zeitung, 13.1.2017 - Ronny von Wangenheim
Legden/Asbeck. Eigentlich war alles klar. Die Politiker haben die Errichtung des Wildbienenlehrpfads am Asbecker Mühlenbach beschlossen, die Volkshochschule hat bereits die erste Exkursion dorthin in ihr aktuelles Kursprogramm aufgenommen. Jetzt will der landwirtschaftliche Ortsverein Asbeck das Projekt doch noch stoppen.
Wildbienen müssen auch in ländlichen Gebieten geschützt werden. Deshalb will der Nabu einen Wildbienenlehrpfad am Asbecker Mühlenbach errichten.
Wildbienen müssen auch in ländlichen Gebieten geschützt werden. Deshalb will der Nabu einen Wildbienenlehrpfad am Asbecker Mühlenbach errichten.
Nabu/Helge May

Vorsitzender Heinz Brügger und Ortslandwirt Josef Schiermann haben den Antrag an den Rat der Gemeinde unterschrieben, in dem die Aufhebung des Bauausschuss-Beschlusses vom 29. November gefordert wird. Darüber beraten wird in der Sitzung am Montag, 23. Januar, 18 Uhr, im Haus Weßling, Busshook 6.
Keine Nachhaltigkeit

"Wir befürchten, dass durch dieses Vorhaben die unmittelbar angrenzenden Flächen in ihrer landwirtschaftlichen Nutzung eingeschränkt werden, mit den entsprechenden Nachteilen für die Eigentümer", heißt es in der Antragsbegründung. Außerdem sehen die Landwirte eine Zusammenarbeit mit Vereinen und Verbänden in Asbeck nicht als gegeben an. "Dadurch verschließt sich uns die Nachhaltigkeit des geplanten Projekts", so die Antragsteller.
Nistwände und Tafeln

Der Wildbienenlehrpfad soll am Asbecker Mühlenbach und der Obstwiese Niehueskamp entstehen. Das Ehepaar Birgitt und Jürgen Kruse, das das Projekt seit Monaten plant, will hier mehrere Insektennistwände, Informationstafeln und Bänke aufbauen. Die Obstwiese, die der Gemeinde gehört, soll zur artenreichen Mähwiese werden.

Im November hatte der Bauausschuss mit den Stimmen von UWG und SPD dafür gestimmt, dass die Gemeinde einen Gestattungsvertrag schließt und damit die gemeindlichen Flächen für die Anlegung des Lehrpfads genutzt werden können. Wichtiges Argument war damals, dass Jürgen Kruse den Kreisverband des Naturschutzbundes (Nabu) als Projektträger gewinnen konnte. Die CDU-Fraktion, die im Bauausschuss nicht die Mehrheit hat, dafür aber im Gemeinderat, hatte damals dagegen gestimmt. Ein Argument: Es gebe keinen Verein in Asbeck, der das Vorhaben unterstütze.
Förderanträge

Kruse hat nach dem Beschluss begonnen, Förderanträge zu stellen, damit im Frühjahr die ersten Nistwände aufgebaut werden können. Und er hat weitere Mitstreiter gefunden. Petra Nijman, die in Asbeck die Galerie "Die Brücke" hat, wird beispielsweise einen der Nistkästen gestalten. Ihre Pläne sehen eine filigrane Skulptur vor, die an eine Elfe, aber auch an die Florfliege erinnern soll. Die Volkshochschule will am 20. Mai zu einer Radtour von Ahaus über die Flamingo-Route nach Asbeck starten und dort unter der Überschrift "Umweltbildung" den Wildbienenlehrpfad besichtigen. Kruse hat außerdem mit Kindergarten, Schulen, Jugendhaus Pool und Imkern Gespräche aufgenommen. Auch hier gibt es erste Zusagen für eine Zusammenarbeit.
http://www.muensterlandzeitung.de/…/Antrag-fuer-Gemeinderat…#
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13.01.2017
Kommentar
Gewinn für die Natur

Der Wildbienenlehrpfad ist ein gutes Projekt. Es hilft den Wildbienen, trägt zur Umweltbildung bei und kann mit der künstlerischen Gestaltung die touristische Attraktivität Asbecks steigern. In die Gemeindepläne für die neue Skulpturenroute ist der Lehrpfad auf jeden Fall schon eingezeichnet. Und nicht umsonst hat die VHS sofort auf das neue Angebot reagiert. Dass jetzt ausgerechnet die örtlichen Landwirte das Projekt stoppen wollen, ist nicht zu verstehen, treten sie doch öffentlich für Naturschutz ein. Warum sollte der Lehrpfad mit ein paar Nistkästen und einigen neuen Pflanzen wie behauptet den Landwirten in der Nachbarschaft Nachteile bringen?

Dass es nur wenig Akzeptanz in der Bevölkerung gibt, wie es im Antrag heißt, mag dagegen stimmen. Doch es drängt sich der Gedanke auf, dass es hier vielen mehr um das Ehepaar Kruse geht, das sich mit seinem streitbaren Einsatz für die Natur nicht nur Freunde macht. Aber man darf nicht vergessen: Alle Auflagen, die die Gemeinde dem Ehepaar gemacht hat, wurden erfüllt. Die Wichtigste: Mit dem Nabu gibt es einen offiziellen Träger. Das Projekt noch zu stoppen, ist deshalb keine Option. Ronny von Wangenheim

 

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